Rezension: Ballade: Tanz der Feen - Maggie Stiefvater

4:24:00 PM

Inhalt:
Auf den ersten Blick könnte man James für einen typischen Teenager halten: Er ist cool und hat stets einen lockeren Spruch auf den Lippen. Aber hinter dieser Fassade verbirgt sich ein sensibler Junge und begnadeter Musiker, der auf der Suche nach der großen Liebe ist. Als James der ebenso schönen wie geheimnisvollen Nuala begegnet, schlägt sein Herz schneller – hat er seine Traumfrau gefunden? Doch Nuala ist kein Mensch, sondern eine Fee, die nur zu James gekommen ist, um ihm ein Angebot zu unterbreiten: Sie kann aus ihm einen berühmten Künstler machen. Natürlich hat der Musenkuss seinen Preis: ein paar Jahre von James’ Leben. Schweren Herzens lehnt er ab, obwohl er sich magisch zu Nuala hingezogen fühlt. Und auch die Fee merkt, dass sie zum ersten Mal verbotene Gefühle für einen Sterblichen hegt …

Schreibstil:
Maggie Stiefvaters Schreibstil ist ganz besonders, wie ich zuerst bei "Nach dem Sommer" und "Lamento" festgestellt habe, allerdings fand ich ihren Schreibstil in diesem Buch nicht ganz so schön, wie in den beiden anderen Büchern. Dennoch ist er besonders und schafft es, den Leser zu verzaubern. Mit viel Gefühl und Spannung schreibt sie die Geschichte um James und Nuala, sodass man sich immer wieder in die die Situation hineinfühlen kann. Meiner Meinung nach zieht sie einige Passagen jedoch unnötig in die Länge, was den Zauber oftmals schwächt.

Meinung:
Ich muss zugeben, dass ich den Anfang etwas holprig fand und schlecht hineingefunden habe. Woran das genau gelegen hat, kann ich nicht sagen. Womöglich allein nur daran, dass ich zuvor Die Tribute von Panem 3 gelesen habe und einfach noch etwas geschockt war. Mit der Zeit hat sich das jedoch gelegt und ich habe die Geschichte genossen und mich in ihr wohlgefühlt.

Der Nachfolger von "Lamento" ist aus der Sicht von James erzählt, der beste Freund von Deidre und ich muss sagen, dass er mir um einiges sympathischer war, als sie. Er ist einfach ein ganz besonderer Charakter, der sich von der Masse abhebt, frech und arrogant ist und einfach immer einen Spruch auf den Lippen hat. Allerdings hat er auch eine sanfte Seite, denn innerlich ist er verletzt, weil Deidre ihn nur benutzt und er mehr für sie empfindet. Durch Deidres Beschreibung ist sie mir auch immer unsympathischer geworden bis ich mich irgendwann ernsthaft gefragt habe, wie ich sie im ersten Teil mögen konnte. Auch schwer gefallen ist mir die Bindung zu Nuala, weil ich anfangs ja schon irgendwie Mitleid mit Deidre hatte, doch mit der Zeit ist mir Nuala immer mehr ans Herz gewachsen. Vorallen Dingen dadurch, dass man auch ihre Gedanken lesen kann, werden ihre Gefühle und Absichten deutlich, sodass man sich in sie hineinfühlen kann, was vorallen Dingen bei "Lamento" ein Problem war, da ich Luke oft überhaupt nicht verstanden habe und man nie wirklich wusste, ob er es ernst mit Deidre meint. Die Geschichte ist abwechselnd aus James' und Nualas Sicht geschrieben und zeitweise gibt es auch einige Kurznachrichten von Deidre, die sie jedoch nicht abgeschickt hat, damit man sich ein Bild davon machen kann, wie es ihr geht.

Was mich immer sehr bei Maggie Stiefvaters Büchern berührt und mitzieht, ist die Komplexität ihrer Charakter, da ich bisher noch niemanden als unglaubwürdig empfunden habe. So waren selbst Nebencharakter am Ende wichtig und wirken sympathisch und liebevoll gemalt.
Wie auch schon in Lamento überzeugen vorallen Dingen die Feen, die grauenvoll und unberechenbar sind, was die Geschichte natürlich viel spannender werden lässt. Wenn die meisten Menschen "Fee" hören, denken sie ja irgendwie immer an kleine geflügelte Wesen mit rosa Kleidchen oder so etwas, denn immer wenn ich gefragt wurde, um was es in dem Buch ginge, welches ich gerade lese und ich "Feen" sagte, wurde ich merkwürdig angeschaut. Allerdings ist es in "Lamento" und "Ballade" so, dass es um grausame, wunderschöne und gleichzeitig hässliche Wesen geht, die von Musik und anderen besonders talentreichen Menschen angezigen werden. So hat Maggie Stiefvater sie auch mit der irischen Sagenwelt verknüpft, die in den Büchern eine große Rolle spielt und mich zusätzlich verzaubert
hat.

Zu kritisieren habe ich allerdings doch noch etwas, denn mich haben teilweise die vielen Handlungsstränge irritiert, die eine Rolle gespielt haben und teilweise erst viel später von mir verstanden wurden. Generell wirkte das Buch eher durcheinander und chaotisch, was jedoch die Geschichte im Ganzen nicht sehr viel schlechter macht.

Man kann die Bücher theoretisch unabhängig voneinander lesen, aber ich denke, es wäre etwas verwirrend, wenn man Deidre nicht vorher schon kennt und viele Fragen auftreten, daher würde ich empfehlen, "Lamento" vorher zu lesen.
Ingesamt erwarten den Leser eine schöne, düsterre Reise in die Welt der Feen, eine romantische Liebesgeschichte, viel Gefühl und Spannung und einige schöne Stunden mit einem Buch der etwas anderen Art.


Autor: Maggie Stiefvater
Titel: Ballade: Tanz der Feen (2. Teil)
Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: PAN (1. Juni 2010)
Originaltitel: Ballad. A Gathering of Faerie

Vielen Dank für die freundliche Bereitstellung von "Ballade: Tanz der Feen" an

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Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz. [aus Tintenherz]