Rezension: Claudia Liath - Mondfrau

5:39:00 PM

Inhalt:
Der Mond verschwindet vom Himmel und wandelt als Mensch auf der Erde, um nach einem Namen und seiner Identität zu suchen. Gleichzeitig macht sich ein junger Barde auf den Weg, um das Geheimnis des verschwundenen Mondes aufzudecken. Auf ihren Wegen treffen sie auf unterschiedlichste Wesenheiten, durch welche sie die Erde, die Menschen und nach und nach auch sich selber kennenlernen.


Aufmachung/Cover:

Bemerkenswert und auffällig sind natürlich das schöne Cover, welches in dunklen, geheimnisvollen Farben gehalten und auf dem eine Frau in einem weißen Kleid abgebildet ist. Mir hat es auf den ersten Blick in Kombination mit dem Titel sehr zugesagt. Auch die schöne Illustration, die man auf jeder Seite finden kann, sind sehr schön und liebevoll gestaltet.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist sehr schön, denn er ist poetisch, voll von Metaphern und ist natürlich auch wie ein Märchen geschrieben. Von Anfang an war ich sehr eingenommen von der schönen Sprache, die sich einfach lesen lässt und den Ohren und der Seele wirklich gut tut. Allerdings ist sie nach einiger Zeit auch ermüdend, sodass man das Buch nicht in einem durchlesen kann. Ich brauchte zwischenzeitlich einige Pausen, weil es doch zeitweise anstrengend wurde. Ansonsten wurde aber alles richtig gemacht: Die jeweiligen Kapitelüberschriften klingen vielversprechend und interessant und man kann die Geschichte auch einige Tage ruhen lassen, ehe man weiterliest und findet den Faden sofort.

Meinung:
Ich finde, dass uns in der heutigen Zeit oftmals Märchen fehlen und dass es auch viel zu wenige Geschichten dieser Art zu finden gibt. Da ich Märchen damals immer sehr gerne gelesen habe und schon von den Mondsteinmärchen von Roland Kübler absolut begeistert war, musste ich natürlich auch dieses Buch lesen, denn allein die Geschichte hat mich gereizt.

In "Mondfrau" geht man mit Geal, dem Mond, und Insint, dem Barden auf eine lange Reise voller Abenteuer und neuer Eindrücke, Ratschläge und Weisheiten. Man lernt als Geal die Erde kennen, während man gleichzeitig auf der Suche nach sich selbst ist. Man begegnet Wesen, wie der Gier, die in diesem Buch wirklich sehr, sehr gut dargstellt wurde und beginnt nachzudenken, zu träumen, sich die Welt anzusehen, wie sie wirklich ist. Auch Insint muss feststellen, dass er längst nicht alles gesehen hat, denn auf seiner Reise trifft er soviel Schrecken und gleichzeitig Freude, dass sie nicht mehr nur eine Suche nach dem Mond ist - auch Insint sucht und findet sich.

Die kleinen Geschichten, Gedichte und Lieder, die die Autorin liebevoll verfasst hat, führt sie den Leser durch die Geschichte, die neu und doch so bekannt und alt ist. Besonders interessant fand ich die Tatsache, dass die Geschichte die heutige Gesellschaft ebenso kritisiert, wie sie Weisheiten vermittelt, denn auch Genforschung, Krieg, Gier, Hass und Egoismus werden erwähnt und zeigen auf, was die Menschen sich alles kaputt machen könnten.

Die Mischung aus Märchen, Fantasy und Gesellschaftskritik macht dieses Buch sehr interessant und lesenswert und auch wenn sie teilweise anstrengend war, hat mir die Geschichte zugesagt und ich hoffe, dass es mehr solcher Bücher gibt, die nicht nur die Liebesgeschichten irgendwelcher Teenager erzählt, sondern Erinnerungen weckt und zum Nachdenken anregt. Es zeigt die wichtigen Dinge im Leben auf und lässt den Leser träumen.


Hier ein Zitat, welches mir mit sehr gut gefallen hat:
"Sie vergifteten den Planeten und nannten es Fortschritt,
Sie quälten seine Geschöpfe und nannten es Forschung,
Sie zerstörten ganze Lebensräume und nannten es Zivilisation,
Sie beuteten einander aus und nannten es Wirtschaft,
Zum Wohle der eigenen Art wurde getötet und vernichtet"
[Z. S.101]

Insgesamt ist "Mondfrau" ein wunderschönes und gleichzeitig auch nachdenkliches Märchen, welches man am besten im Winter lesen kann. Es ist perfekt geeignet für einige schöne Lesestunden am Kamin und entführt den Leser zwischen wunderbar poetische Worte.

Autor: Claudia Liath
Titel:
Mondfrau
Gebundene Ausgabe:
200 Seiten
Verlag:
Drachenmond Verlag (2. Juli 2010)

Ich bedanke mich sehr herzlich beim
für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


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1 Wortmalerei(en)

  1. Klingt gut! Es gibt viel zu wenig Märchen auf der Welt ^^

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Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz. [aus Tintenherz]

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