Rezension: Faunblut - Nina Blazon

6:42:00 PM

Das Buch, welches mich im letzten Jahr am Meisten überrascht hat ist wohl "Faunblut" von Nina Blazon, denn es hat so gar nicht das bestätigt, was ich davon erwartet hatte. Schon mit dem ersten Satz hat Nina Blazon mich in ihre Welt entführt und ich kann ihre Bücher wirklich jedem ans Herz legen.

Inhalt:
Jade mit den flussgrünen Augen und den schwarzen Locken lebt mit ihrem Vater Jakub im Larimar - ein Hotel, dass die beiden führen. Unter der grausamen Herrschaft der Lady Mar lebt die Stadt in Angst und mehr oder weniger auch in Gefangenschaft. Eines Tages kehren die Echos zurück, menschenähnliche Gestalten mit Wasserblut und merkwürdige Morde geschehen. Schließlich erreichen zwei Besucher der Lady aus dem Nordland die Stadt, Tam und Faun, die sich mit unzähligen Kisten, in denen sich komische Kreaturen befinden, im Larimar einquatieren. Währenddessen erheben sich Aufstände gegen die Herrscherin und Jade muss für ihre Freiheit kämpfen, doch auf der Seite der Gegner steht der unnahbare Faun, den sie trotz seiner herben Art unglaublich faszinierend findet...

Schreibstil:
Wie auch schon bei "Ascheherz" hat Nina Blazons Schreibstil mich wieder voll und ganz eingenommen. Sie schreibt so schön und datailliert, dass man allein deswegen schon nicht mehr zu lesen aufhören kann. Ich bin sehr begeistert von ihrer Art Geschichten zu erzählen und habe ich mich immer direkt im Geschehen gefunden. Nie war mir das Buch zu langatmig oder dergleichen.

Meinung:
Lange Zeit hat mich das Buch merkwürdiger Weise abgeschreckt und ich glaube, dass es mit am Titel des Buches lag. Unter Faunblut habe ich mir diese Halbmensch-Wesen wie Herr Tumnus aus Narnia vorgestellt, doch als ich dann Ascheherz fertig hatte, wusste ich, dass ich Faunblut lesen muss - ganz gleich welche Wesen darin vorkommen. Überrascht hat mich dann die Tatsache, dass Faun gar nicht das Wesen beschreibt, sondern ein Name ist.

Faunblut spielt in der selben Welt wie Ascheherz und darüber bin ich sehr froh, denn mich hat diese andere Welt sehr fasziniert. Sogleich habe ich mich zwischen den merkwürdigen Wesen und in den fremden Städten wohlgefühlt. Nina Blazon hat meiner Meinung eine wunderbare, fantasievolle Welt erschaffen, in der sich sowohl Angst, als auch Abenteuer, Schönheit und Liebe, als auch Hass verbergen.

Nicht nur die Welt an sich, auch die Geschichte, die Faunblut beschreibt ist wunderschön. Es geht um Jade, die um ihre Freiheit kämpft und sich in Faun verliebt, der eigentlich ihr Feind sein müsste. Sie müssen ihre Liebe geheimhalten und erst später erfährt die erschütternden Wahrheiten über beide Charakter.

Jade ist ein sehr mutiger und starker, jedoch auch verletztlicher und tiefgründiger Charakter. Sie hat schon so einiges in ihrem Leben durchgemacht und hat mit der schrecklichen Herrschaft der Lady, auch ihre Mutter verloren. Oft, wenn sie ihr Spiegelbild sieht, winkt es ihr zu oder verändert sich merkwürdigerweise, was eine Mauer von Geheimnissen um Jade herum aufbaut. Auch Faun ist ein sehr interessanter Charakter, um den mindestens genau so viele Geheimnisse schweben, wie um Jade.

Er ist ein gutaussehender, junger Mann aus dem Nordland und muss die größte der Kisten, die Tam und er mitgebracht haben, hüten, da sich in dieser eine Kreatur befindet, die nur er kontrollieren kann. Nachdem er tagsüber und in  
Tams Nähe immer sehr abweisend und kühl auftritt, verändert er sich völlig, als Jade und er sich ineinander verlieben. Ihre Beziehung lebt von der Nacht und dem Geheimnis und verändert beide sehr. Faun entpuppt sich als der eifersüchtig und gleichzeitig zärtlich, während Jade viel mehr in Frage stellt als zuvor und merklich erwachsen wird. Viele Fragen bauen sich für den Leser auf, die allerdings erst gegen Ende ganz beantwortet werden, was die Geschichte umso spannender macht. Doch auch die anderen Charakter hüten Geheimnisse und es gab keinen, der mich nicht interessiert oder fasziniert hat. Keiner erschien mir oberflächlich oder langweilig, was den Lesespaß noch vervielfacht hat.

Nina Blazon schafft es bis zum Ende hin die Spannung zu erhalten und sogar noch weiter aufzubauen. Es gibt immer wieder Überraschungseffekte und die vielen Fragen, die erst am Ende beantwortet werden, haben teils überraschende und schockierende Antworten.
Mich hat dieses Buch und die Geschichte vollkommen mitgerissen und hoffe, dass Nina Blazon noch eine Geschichte in dieser faszinierenden Welt schreiben wird. Faunblut ist ein faszinierendes Abenteuer, in dem nicht nur Faktoren wie Liebe und Hass eine Rolle spielen, sondern auch Freiheit, Krieg, Freundschaft und Verlust.

Eine rundum perfekte Geschichte, die seinen Leser in eine vollkommen neue Welt entführt, in der es immer wieder Neues zu entdecken gibt.

P.s.: Was mich wirklich wundert ist, dass man das Cover geändert hat. Ich habe in Erinnerung, dass die Augen zuvor blau gewesen sind. Die jetzige Farbe passt meiner Meinung nach überhaupt nicht mehr zum Buch und ich fand das andere Cover auch viel schöner!


 Autor: Nina Blazon
Titel: Faunblut
Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: cbt
Website der Autorin: http://www.ninablazon.de/


Zum Autor:
Nina Blazon, Jahrgang 1969, studierte Slavistik und Germanistik. Nach einigen beruflichen Abstechern (Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten und Texterin in einer Werbeagentur) arbeitet sie heute als Journalistin und Jugendbuchautorin. Sie hat bereits viele Bücher bei unterschiedlichen Verlagen veröffentlicht, darunter auch der Fantasyroman "Faunblut". Nina Blazon lebt und arbeitet in Stuttgart. Ihr neuer Roman "Ascheherz", der in der selben Welt spielt wie "Faunblut" wird im Januar 2011 beim cbt - Verlag erscheinen. [Quelle: siehe Website der Autorin]

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1 Wortmalerei(en)

  1. Ich mag das erste Cover auch vieeel lieber. Das sieht so viel schöner aus als das neue. Ich hab zum Glück das erste Cover (:

    LG; Mona

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Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz. [aus Tintenherz]