Rezension: Kelley Armstrong - Schattenstunde: Die dunklen Mächte

7:43:00 PM


Autor: Kelley Armstrong
Titel: Schattenstunde - Die dunklen Mächte
Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Pan Verlag
ISBN-10: 9783426283417 
ISBN-13: 978-3426283417
Preis: 14,99 €
Originaltitel: The Darkest Power - The Summoning
Genre: Urban Fantasy
Themen: Geister; Nekromantik; Geheimnisse
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Inhalt:
Das Leben der fünfzehnjährigen Chloe Saunders ist nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick wirkt. Während ihre Mutter sehr früh starb, ist ihr Vater ständig unterwegs und auf das junge Mädchen passt lediglich ihre Tante Lauren auf. Chloe geht auf eine Kunstzugschule, auf der sie sich nach den vielen Umzügen ihres Vaters gut eingelebt hat und ihrem Alltag nachgeht. Als sie allerdings an einem Tag ein merkwürdiges Heulen und eine Stimme auf dem Mädchenklo zu hören glaubt und dann auch noch einen halbverbrannten Mann vor sich stehen hat, bekommt sie es mit der Angst zu tun. Ihre Lehrer glauben, sie wäre verrückt geworden und wollen sie für zwei Wochen in ein betreutes Wohnheim für psychisch gestörte Jugendliche, dem Lyle House, einquartieren. Doch in diesem verschlechtert sich die Situation, denn Chloe findet herraus, dass sie womöglich doch nicht so verrückt ist, wie sie zu Beginn geglaubt hatte und eben doch Geister sehen kann, während auch die anderen Jugendlichen im Lyle House nicht zufällig in dem Wohnheim zu sein scheinen.

Schreibstil:

Kelley Armstrong schreibt so, dass man schnell in die Geschichte reinfindet, den Faden nicht verliert und flüssig lesen kann. Die Sprache ist nicht unnötig ausgeschmückt, hätte es aber an manchen Stellen womöglich vertragen, da sie manchmal zu einfach wirkt, was jedoch auch mit der Zielgruppe des Buches zu tun haben kann. Ansonsten hat mir der Schreibstil relativ gut gefallen, wenn er auch eher von der einfachen Sorte war. Störend war meiner Meinung nach an manchen Stellen lediglich die Übersetzung, da anstatt „Ja“ oft das englische „Slang“-Wort „Yeah“ gelassen wurde.

Meinung:
Ebenso wie der Schreibstil, konnte mich zu Beginn der Geschichte auch der Inhalt nicht überzeugen. Allerdings hat sich dies schneller geändert als gedacht, denn nach einigen Anfangsschwierigkeiten war ich absolut gebannt von dem Buch und seiner Geschichte. Während der Anfang eher schleppend war, kommt das Buch ab einem bestimmten Punkt richtig in Fahrt und ich habe mich teilweise sehr gegruselt. Die Spannung hält sich ab dieser Stelle auch bis zum Ende und ist immer wieder für Überraschungsmomente bereit, denn oft dachte ich zu wissen, was als Nächstes geschieht, wurde dann jedoch auf die falsche Fährte gelockt, um zum Schluss völlig perplex dazu sitzen. Das Buch endet mit einem absoluten Cliffhanger, was die Spannung noch viel mehr erhöht. Die Geschichte ist sehr vielseitig, unheimlich und perfekt dafür geeignet, abends im Bett bei Kerzenschein gelesen zu werden.

Doch nicht nur die rasante Geschichte kann überzeugen, auch die verschiedenen, ungewöhnlichen Persönlichkeiten, denen man in „Schattenstunde: Die dunklen Mächte“ begegnet, wirken sehr glaubwürdig. So war mir nicht nur die Protagonistin Chloe sehr symphatisch, da sie eines der Mädchen ist, die nicht alles glauben, was sie hören. Zu Beginn schien sie mir zwar etwas naiv, doch man hat ihre Entwicklung in der Geschichte deutlich verfolgen können. Bereits in der Mitte des Buches hat sie sich von einem eher unscheinbaren, manchmal stotternden Mädchen, in eine bedachte junge Frau entwickelt. Auch die anderen Charakter, wie beispielsweise Liz, die leider nicht sehr lange direkt auftritt, jedoch weiterhin eine wichtige Rolle spielt, Simon, Tori und Rae haben mir sehr gut gefallen, während mir Derek (zu Beginn) und Dr Gill (das ganze Buch über) eher unsympathisch waren, wobei sie dennoch sehr überzeugend und glaubwürdig auftraten. Alles in Allem haben mir aber alle Charakter sehr gut gefallen, denn jeder von ihnen ist auf seine eigene Art und Weise lebendig.

Viele Fragen stellen sich während des Lesens, von denen nur einige beantwortet werden, denn am Ende steht man mit viel mehr Fragen da, als am Anfang, weswegen ich mich sehr auf den zweiten Teil „Seelennacht“ freue. Durch diese Fragen bleibt die Spannung immer aufrecht, doch auch viele andere Ereignisse sorgen dafür, dass man nie den Spaß am lesen verliert. Ob man nun mit Chloe im Kriechkeller vor Angst beinahe stirbt, oder ob einem vorher nette Charakter unheimlich werden – für mich wurde das Buch nie langweilig.

Für mich war Schattenstunde eine aufregende, gruselige Geschichte, die mich sehr gut unterhalten konnte und mich zudem noch voll und ganz eingenommen hat, so dass ich mich immer richtig darauf gefreut habe nach Hause zu kommen, um wieder in die Geschichte einzutauchen. Ich freue mich auch jetzt schon darauf den zweiten und sogar den dritten Teil lesen zu können und hoffe, dass alle Fragen restlos beantwortert werden.

Zum Autor
Die kanadische Fantasy-Autorin Kelley Armstrong wurde 1968 in Sudbury, Ontario als älteste von vier Geschwistern geboren. Als sie neun Monate alt war, zog ihre Familie nach London, Ontario. Sie studierte Psychologie und Informatik an der University of Western Ontario, bevor sie Schriftstellerin wurde. Sie lebt heute mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Ontario, Kanada.Mit ihrer ersten Geschichte Bitten (dt. Die Nacht der Wölfin) landete sie einen Überraschungshit und wurde im Genre Jugendfantasy durch ihre "Darkest Powers"-Reihe bekannt.

Vielen Dank an
für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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2 Wortmalerei(en)

  1. Wieder mal eine tolle Rezi ;D
    Oh ja und das "Yeah" hat mich auch sehr gestört. Die Übersetzerin übernimmt das leider immer so, auch bei "Drei Wünsche hast du frei".

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  2. Ja, bei "Drei Wünsche hast du frei" fand ich es allerdings noch schlimmer, weil die restliche Sprache einfach sehr schön war! Na ja, ziemlich schade, aber ich denk mir dann immer das "Ja" :D

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Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz. [aus Tintenherz]