Rezension: Mary E. Pearson - Zweiunddieselbe

4:27:00 PM

 
Autor: Mary E. Pearson
Titel: Zweiunddieselbe
Gebundene Ausgabe: 336 Seiten 
Verlag: Fischer Schatzinsel
ISBN-10: 9783596853373 
ISBN-13: 978-3596853373
Preis: 14,95 €
Originaltitel: The Adoration Of Jenna Fox
Genre: Science Fiction
Themen: Ethik; Wissenschaft; Selbstfindung; Zukunftsvisionen
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Inhalt:
Nach einem schweren Autounfall lag Jenna Fox eineinhalb Jahre lang im Koma, obwohl sie eigentlich hätte sterben müssen, da ihre Verletzungen zu schwer waren. Doch ihre Eltern konnten sie nicht gehen lassen.
Als sie aus dem Koma erwacht, hat sie keine Erinnerungen mehr an die alte Jenna Fox und ihr Leben. Sie erkennt weder ihre Eltern, noch ihre Umgebung, noch weiß sie, ob sie jemals Freunde gehabt hat.
Niemand sagt ihr, was damals geschehen ist, stattdessen soll Jenna sich erholen und versuchen sich mit Hilfe von alten Aufnahmen an ihr Leben zu erinnern.
Mit der Zeit kommen immer mehr Erinnerungen zurück, jedoch erschließt sich ihr das Gesamtbild noch längst nicht.
Immer mehr Fragen kommen auf, immer mehr spürt sie, dass etwas nicht mit ihr in Ordnung ist, bis sie durch eine Verletzung der schrecklichen Wahrheit auf die Sprünge kommt, denn Jenna ist nicht mehr die, die sie vor dem Unfall war.

Zweiunddieselbe spielt zu einer Zeit in der Zukunft, in der die Forschung und die Medizin schon sehr große Fortschritte gemacht haben. Es beschäftigt sich mit vielen ethischen Fragen rund um ein sehr aktuelles Thema.

Schreibstil:
Zu Beginn war der Schreibstil das, was mich an dem Buch als Erstes sehr fasziniert hat, denn er ist sehr detailliert und poetisch. Er spiegelt Jennas Gedanken so glaubwürdig und faszinierend wieder, dass er mich einfach direkt in seinen Bann gezogen hat. Auch der Aufbau der Kapitel, die teilweise nur aus einigen Sätzen bestehen führen dazu, dass man nicht aufhören kann zu lesen.

Meinung:
Von der ersten Seite an, konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen, denn Jennas Leben und Geschichte fasziniert und schockiert gleichermaßen. Ich hatte eigentlich ein trauriges Buch erwartet, in denen es hauptsächlich darum geht etwas zu verarbeiten, doch es geht um viel
mehr.
Zweiunddieselbe ist nicht nur traurig und aufwühlend, sondern setzt sich mit vielen aktuellen Themen auseinander, wie der Genforschung und den dazu aufkommenden Fragen.

Wie weit darf man gehen, wo sind die Grenzen und mit welchen Folgen muss man rechnen?
Auch Jenna muss sich diese Fragen stellen, vorallen Dingen aber drehen sich ihre Gedanken um sie selbst, denn Jenna weiß seit dem Unfall nicht mehr, wer sie ist.
Seit sie wieder aus dem Koma erwacht ist, erinnert sie sich zwar an nichts, weiß aber merkwürdig viele geschichtliche Daten. 
Sie wohnt mit ihrer Mutter und ihrer Oma Lily in einem großen Haus, das kaum eingerichtet ist und sie merkt, dass alle etwas vor ihr verbergen. Ihr Vater wohnt in Boston und kommt die Familie nur selten besuchen. Die Beziehung zwischen ihr und ihrer Familie ist zuerst deswegen sehr distanziert, weil Jenna sich an nichts erinnern kann und ihre Mutter daher auch eher kühl gegenübertritt. Ihre Oma nennt sie nur Lily und diese scheint Jenna auch nicht sehr zu mögen, denn immer wieder macht sie merkwürdige Andeutungen. Nach und nach kann Jenna jedoch eine Beziehung zu ihr aufbauen und Lilys Verhalten wird für den Leser immer verständlicher. Die Eltern waren mir oft eher unsympathisch, doch mit der Zeit versteht man auch ihre Sicht der Dinge und kann ihre Handlungen verstehen.

Nachdem Jenna die Wahrheit über sich und ihren Unfall herausgefunden hat, kommen jedoch noch viel mehr Fragen in ihr hoch. Sie will wieder zur Schule gehen, ein normales Leben führen, obwohl sie weiß, dass sie selbst alles andere als normal ist.
So lernt sie ihre neuen Schulfreunde Ethan, Dane, Allys und Gabriel kennen, die aller aus besonderen Gründe an die Schule gehen. Da die Geschichte aus Jennas Sicht geschrieben ist, fällt es sehr leicht sich mit ihr zu identifiezieren. Ich habe sofort Sympathie zur ihr aufgebaut und all ihre Fragen und Gefühle nachempfinden können. Die Welt, in der sie lebt und der große Fortschritt in der Wissenschaft wirken sehr beklemmend auf den Leser und regen zum nachdenken an.

Mary E. Pearson schafft es stets eine gewisse Spannung aufrecht zu erhalten. Erst steht man vor der selben Wand wie Jenna und dann kommen immer mehr Wahrheiten ans Licht und dennoch bleibt vieles im Schatten, sodass man nicht mehr aufhören kann zu lesen. Meiner Meinung nach ist "Zweiunddieselbe" ein wirklich sehr gutes Jugendbuch, dass viele interessante Themen aufweist und mehrere Genre in sich vereint. So ist es nicht nur ein reines Fantasybuch, sondern beschäftigt sich gleichermaßen mit der Wissenschaft, mit der Philosophie und der Ethik. Auch die Frage nach dem Sein wird hier behandelt und auch die Identitätskrise, die jeder irgendwann einmal durchlebt, egal in welcher Lage er sich befindet. Dieser Zusammenschluss von den vielen Genres, die ineinanderübergehen und sich zu Einem vermengen haben für mich die Spannung immer aufrecht erhalten. Nebenbei gibt es übrigens auch eine kleine Liebesgeschichte.

Zweiunddieselbe hat mich berührt und mich zum nachdenken angeregt. Es hat mich voll und ganz mitgerissen, aufgewühlt und ein beklemmendes Gefühl in mir ausgelöst. Ich finde es sehr gut, dass es auch Jugendbücher gibt, in denen man sich mit derart aktuellen Themen auseinandersetzten kann und sich selbst eine Meinung bilden kann und auch die verschienden Sichten darauf klar werden, denn die positiven, sowie die negativen Aspekte der Gentechnik sind beinahe gleich auf.

Zum Autor
Mary E. Pearson wurde 1955 in Südkalifornien geboren. Nach einem Universitätsstudium in San Diego unterrichtete sie viele Jahre, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Inzwischen hat sie vier Jugendromane veröffentlicht. Sie ist verheiratet, hat zwei Töchter und zwei Golden Retriever. Sie liebt das Lesen, lange Spaziergänge, Ski fahren, kochen, reisen und Familienfeiern. [Quelle: *Klick*]

Vielen Dank an


für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz. [aus Tintenherz]

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