Rezension: Schweigt still die Nacht - Brenna Yovanoff

4:07:00 PM



Autor: Brenna Yovanoff
Titel: Schweigt Still die Nacht
Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: script5
ISBN-10: 3839001277 
ISBN-13: 978-3839001271
Preis: 17,95 €
Originaltitel: The Replacement
Genre: Fantasy
Themen: Wechselbälger; Zombies; Familie; Selbstfindung
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Inhalt:
Mackie Doyle ist ein Wechselbalg, ein Kind, welches von „ihnen“ gegen den echten Malcom Doyle ausgetauscht wurde. Alle sieben Jahre wird ein menschliches Kind entführt und ausgetauscht und eigentlich stirbt das Wechselbalg nach diesem Austausch. Mackie jedoch überlebt, muss aber mit seiner Andersartigkeit leben und sich verdeckt und im Hintergrund halten. Eisen und geweihte Erde kann er nicht berühren, ohne grauenvolle Schmerzen zu erleiden. Jahrelang verhält er sich unauffällig bis wieder ein Kind entführt und ausgetauscht wird: Natalie, Die Schwester von Tate. Die Stadt jedoch tut nichts gegen diese Entführungen und Morde und schaut weg. Mackie ist der einzige, der weiß, dass man Natalie noch befreien kann und steht nun vor der Entscheidung, sie zu retten und endlich etwas zu tun oder wegzusehen, wie es alle immer tun...

Aufmachung/Cover/Titel:
Gleich zu Beginn hat mich das Cover des Buches voll und ganz eingenommen. Es ist so schaurig-schön und besonders, dass es mir nicht aus den Gedanken gegangen ist. Anfangs war es auch nur dieses Bild, weswegen ich das Buch unbedingt lesen wollte, doch dann hat mich auch sein Titel und der Klappentext mitgerissen. Die Geschichte klingt einfach so gruselig und anders, als die vielen anderen Bücher, die es gerade so gibt, dass ich sehr fasziniert war. Ich finde auch den Titel recht gut gewählt, auch wenn der englische Name „The Replacement“ natürlich passender ist.

Schreibstil:
Brenna Yovanoff Schreibstil ist zwar einfach und flüssig zu lesen, verbirgt aber dennoch eine gewisse Tiefe, die einen nicht mehr los lässt. Zwischen den Zeilen bleibt viel Raum zum Nachdenken und Grübeln, sodass ich nicht aufhören konnte zu lesen, auch wenn ich doch zu Beginn des Buches eher skeptisch war. Ich glaube, dass es anfangs nur an dem Schreibstil lag, dass ich weitergelesen habe, da dieser so dahinplätschert, dass man gar nicht merkt, wie viel man schon gelesen hat.

Meinung:
Wie schon gesagt, hat mich das Buch in den ersten Kapiteln nicht sonderlich gebannt, da nichts besonderes geschieht. Ich fand es teilweise auch recht viel auf einmal, da der Leser gleich im ersten Kapitel mit vielen Namen und Informationen überhäuft wird, die man erst einmal verdauen muss. Dennoch ist es irgendwie spannend, da man nicht weiß, was es mit all dem auf sich hat und wer oder was Mackie nun eigentlich ist. Ich habe anfangs eigentlich nur wegen der düsteren Stimmung und der Andersartigkeit dieses Buches weitergelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, was es damit auf sich hatte.

Mackie ist ein sehr außergewöhnlicher Charakter, da er auf der einen Seite eben kein normaler Mensch ist und sich eher im Hintergrund halten muss, auf der anderen Seite jedoch ist er ein typischer Teenager, der einfach nur ein normales Leben möchte. Dieser Gegensatz ist sein größter Konflikt, der sich über das ganze Buch ausbreitet, denn er hat große Angst davor, ob sein bester Freund Roswell oder Tate ihn noch genauso sehen können, wenn sie wissen, was Mackie ist. Ich fand diesen Kontrast sehr gut rausgearbeitet und konnte mich gut in Mackie hineinversetzen. Was mir auch gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass in diesem Buch der Protagonist anders ist. Sonst ist es ja meistens so, dass der Hauptcharakter jemanden kennenlernt, der besonders ist, doch in „Schweigt still die Nacht“ übernimmt Mackie diese Rolle, was meiner Meinung nach sehr erfrischend war.

Die Geschichte nimmt an Spannung zu, als Mackies physischer Zustand sich immer mehr verschlechtert und er schließlich „sie“ aufsuchen muss, damit er nicht stirbt. Für „sie“, die unter der Erde wohnen und jedes 7. Jahr ein Kind entführen und gegen eines von ihnen austauschen, gibt es allerdings keinen Namen oder eher gesagt viele unterschiedliche, was ich auf der einen Seite sehr interessant fand, auf der anderen jedoch auch verwirrend, da ich es schwer fand, mir vorzustellen, was denn nun der Sinn an diesen Wesen ist. Es sind oft Begriffe wie „Geister“ oder „Dämonen“ gefallen, doch eine genaue Bezeichnung gibt es anscheinend nicht. Mich haben sie eigentlich die ganze Zeit an Zombies erinnert, da sie ziemlich eklig beschrieben sind und im Grunde nur aufgeweckte Tote waren. Auf jeden Fall wurde immer wieder betont, dass sie wichtig sind, für Gentry, die Stadt in der Mackie lebt, da sie dafür sorgen, dass es der Stadt gut geht. Ab dem Zeitpunkt, ab dem man diese Wesen kennenlernt wird die Geschichte relativ gruselig und noch düsterer und kam ab der Hälfte des Buches dann so richtig in Fahrt.
Eine kleine Liebesgeschichte gibt es übrigens auch, obwohl mich diese nicht ganz so berührt hat.

Ich muss sagen, dass ich etwas anderes von dem Buch erwartet hätte. Vermutlich dachte ich eher an eine Art Thriller mit Horror- oder auch phantastischen Elementen, allerdings war es dann doch völlig anders, als ich dachte. Es ist kein wirkliches Horrorbuch, obwohl es stellenweise wirklich schaurig-ekelig war.

Die Geschichte hat mich irgendwie zwiegespalten zurückgelassen. Auf der einen Seite fand ich sie interessant, faszinierend und spannend, auf der anderen Seite jedoch verwirrend und merkwürdig und ich bin mir nicht sicher, ob ich alles so verstanden habe, wie es gemeint war. Es gab auf jeden Fall interessante Ansätze und Zitate, die mich zum nachdenken gebracht und dafür gesorgt haben, dass ich weiterlese. Auf den letzten 150 Seiten wird die Geschichte jedoch auf jeden Fall rasanter und bringt Spannung mit sich, jedoch wird sie auch ein wenig ekelhaft und hat mich mitgerissen.

Alles in Allem ist „S3,chweigt still die Nacht“ von Brenna Yovanoff ein lesenswertes, spannendes Buch, welches jedoch etwas länger braucht, um in Fahrt zu kommen. Es ist definitiv ein Buch für den Herbst/Winter, da es mit einer düsteren, kühlen Atmosphäre lockt und den Leser dadurch und durch seine Andersartigkeit sehr fasziniert.


Zum Autor
Brenna Yovanoff wuchs in einer Kleinstadt in Arkansas auf und studierte an der Colorado State University. Sie spielt hervorragend Fußball und backt leckere Pasteten, dafür ist sie eine grauenvolle Tänzerin und kann sich einfach nicht entscheiden. (Außerdem mag sie Klammern.) (Sehr sogar.) Brenna lebt mit ihrem Mann in Denver. "Schweigt still die Nacht" ist ihr erster Roman.

[Quelle: *Klick*]


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1 Wortmalerei(en)

  1. Hallo! Die Aufmachung deines Blogs (also das Bild auf der Startseite) ist echt wunderschön - wie kommt man zu so tollen Fotos? :)

    Deine Rezension war wirklich ausführlich, was ich wirklich mag, weil man dadurch einen viel besseren Eindruck des Buches bekommt - ich bin mir jetzt aber unsicher, ob ich das Buch haben möchte, weil es ja doch irgendwie so merkwürdig sein soll... mhhh. Ohje, was soll ich nur tun? xD

    Soll ich die Verlinkung "Splitterherz" dann in "Wortmalerei" oder "Buchgedanken" ändern? :)

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Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz. [aus Tintenherz]