Rezension: Dunkle Wasser von Mary Jane Beaufrand

1:46:00 PM


Autor: Mary Jane Beaufrand
Titel: Dunkle Wasser 
Gebundene Ausgabe: 263 Seiten 
Verlag: Coppenrath, Münster; Auflage: 1., Aufl. (Februar 2011) 
ISBN-10: 3815750946 
ISBN-13: 978-3815750940
Preis: 12,95 €
Originaltitel: The River
Genre: Jugendthriller
Themen: Mord; Verlust; Geheimnisse
Kaufen? 

«Als ich aufwachte, war der Fluss in einer neuen Stimmung.. Ich dachte, ich würde jedes seiner Geräusche kennen.. Wenn er hohes, schlammiges Wasser führte, schien er zu schreien; wenn das Wasser trügerisch niedrig und besänftigend dahinfloss, klang es fast wie ein Wiegenlied, eins von den schönen, aber richtig brutalen.. Ich hatte den Fluss wütend gehört, ich hatte ihn verspielt gehört, doch bis zu jenem Morgen hatte ich noch nie gehört, wie der Fluss trauerte.»[Dunkle Wasser, S. 21]

Erster Satz: "Wahrscheinlich gibt es Schlimmeres, als am Valentinstag klatschnass und ohne Verabredung Häschenkadaver in eine Abfalltonne zu schaufeln, aber wenn, dann weiß ich nicht, was."

Inhalt:
Am Ende der Welt, so fühlt sich Veronica, als sie mit ihren Eltern von Portland ins ländliche Oregon zieht. Das Gefühl der Einsamkeit verstärkt sich durch die Geräuschkulisse des Santiam, des reißenden, wilden Flusses, der direkt hinter ihrem Haus entlangfließt und der zu einem düsteren Soundtrack in Veronicas neuem Leben wird. Zum Glück ist da Karen, das kleine Mädchen aus der Nachbarschaft, auf das Veronica manchmal aufpasst und die für sie immer mehr zu einer Schwester wird. Doch dann findet sie eines Tages Karens leblosen Körper am Ufer des Santiam und nichts ist mehr, wie es war. Veronica kann nicht glauben, dass das Mädchen einem Unfall zum Opfer gefallen ist, und fühlt sich verpflichtet, die Wahrheit ans Licht zu bringen.Besessen davon, Karens Tod aufzuklären, dringt sie immer tiefer in die Wälder rund um den wilden Fluss vor. Sie ahnt nicht, welch dunkles Geheimnis sich in seinen Tiefen verbirgt. Und schon bald schwebt Veronica selbst in höchster Gefahr...

Erster Eindruck:
Als ich das Cover zu Dunkle Wasser im Katalog von Coppenrath entdeckt habe, war ich sofort fasziniert von dem Buch. Zumal wurde es mit The Body Finder verglichen, was mich direkt noch neugieriger gemacht hat. Auch vom Klappentext her, hat es sehr wie die Jugendthriller à la Monika Feth geklungen, die ich gerne lese.

Schreibstil:
Dunkle Wasser lässt sich sehr, sehr einfach und schnell weglesen, da Beaufrand einen sehr klaren und deutlichen Schreibstil hat, der den Leser zwar in Veronicas Welt zieht, jedoch eher nur an der Oberfläche kratzt. Somit musste man nicht sonderlich viel nachdenken und konnte das Buch in einem lesen. Die Atmopshäre, die sich durch die Geschichte zieht, ist sehr düster und beklemmend, was ich als sehr gelungen empfunden habe, wobei ich mir gewünscht hätte, dass der Schreibstil noch etwas besonderer oder außergewöhnlich wird. Zwar sind vorallen Dingen die Stellen gut beschrieben, die sich um den Fluss drehen, jedoch hat mich der Rest wenig angesprochen.

Meinung:
Eigentlich bin ich kein Thrillertyp. Zumindest lese ich lediglich Jugendthriller und die sind vom Ekel/Gruselfaktor immer noch im Bereich des Erträglichen, allerdings weiß ich schon, wann ein Thriller wirklich kein Thriller ist, sondern nur Ansätze von einem hat. Das ist meiner Meinung nach bei Dunkle Wasser der Fall, denn obwohl es verspricht eine spannende Geschichte zu beherbergen, konnte es mich lange Zeit kaum fesseln. Allein die Atmosphäre hat mich dazu gebracht weiter zu lesen und auch der einfache Schreibstil hat dazu beigetragen.

Man lernt Veronica kennen, die mit ihrer Patchworkfamilie aufs Land gezogen ist und sich dort kaum einleben kann. Ich muss leider sagen, dass es mir sehr schwer gefallen ist, mich mit Ronnie zu identifizieren, da man kaum eine richtige Bindung zu ihr aufbauen kann. Man lernt sie und ihre Wünsche und Ängste zwar kennen, jedoch geschieht dies nicht auf emotionaler Ebene. Ich hatte eher immer das Gefühl, dass ich sie aus der Ferne beobachte und ihren wahren Charakter einfach nicht erfassen konnte. Meiner Meinung nach hat das der Geschichte leider sehr geschadet, da ich mich selten mit ihr identifizieren konnte und somit ihre Gefühle auch nur an manchen Stellen teilen konnte. Ansonsten schafft Beaufrand glaubwürdige Charakter mit unterschiedlichen Zügen und Macken und eine einfach außergewöhnliche Familie, die man schnell ins Herz schließen kann, jedoch auch nicht lange im Gedächtnis bleibt.

Die Spannung steigt leider nur langsam, obwohl immer eine gewisse Beklemmung vorherrscht, die den Leser neugierig macht. In Fahrt kommt die Geschichte dann mit Karens Tod und ab da fand ich es auch ziemlich interessant und spannend, auch wenn die Geschichte oftmals dennoch seine Längen hat. Es werden viele Erinnerungen aufgegriffen, die nicht unbedingt notwendig gewesen wären und den Lesefluss somit ein wenig egedämpft haben. Auch die Auflösung des Ganzen fand ich nicht unbedingt befriedigend. Wenn ein Buch so leise und langsam beginnt, erwartet man als Leser einfach ein wahnsinnig rasantes und spannendes Ende, was dieses Buch leider nicht erfüllt. Die bedrückende Stimmung und die verschiedenen Gefühle von Ronnie bleiben allerdings trotzdem und die Autorin schafft es, diese wirklich gut rüberzubringen, auch wenn ich für meinen Teil keine große Bindung zu der Protagonistin aufbauen konnte.

Nebenbei gab es immer viele Aktionen, von denen ich dachte, dass sie im Grunde völlig unwichtig wären. So rückte Karens Tod teilweise in den Hintergrund und Ronnies Schwarm Keith und ihre beste Freundin Gretchen in den Vordergrund. So stellt sich für Ronnie oft die Frage, weswegen Gretchen sich in letzter Zeit so merkwürdig verhält. Dies hat mich irgendwie immer von der Geschichte abgelenkt, auch wenn man am Ende erfährt, das alles irgendwie zusammenhängt.

Was ich als sehr positiv empfinde, ist die Tatsache, dass Dunkle Wasser keine Fantasyelemente enthält und auch die Liebesgeschichte nur sehr klein bleibt, was mal eine erfrischende Abwechslung darstellt. Jedoch konnte das Buch mich trotzdem nicht so sehr fesseln, wie ich es mir erhofft habe und die Auflösung war nicht so unheimlich und düster, wie es der Klappentext verspricht. Das Buch ist demnach eine interessante Geschichte für zwischendurch, die man schnell gelesen hat und auch schnell wieder vergisst.


Zum Autor

Mary Jane Beaufrand lebt in Seattle mit ihrem Ehemann, zwei Kindern und einem sturen Bassethund.  Sie hat kreatives Schreiben am Bennington College studiert und Dunkle Wasser ist ihr erstes Buch.






Für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares möchte ich mich ganz herzlich bedanken bei

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4 Wortmalerei(en)

  1. Hach ja..
    wie ähnlich wir uns doch sind.
    Genauso habe ich auch über das Buch gedacht.

    Denk an dich! :-*

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  2. Kann mich nur voll anschließen! Fand das Buch genauso nicht wirklich überzeugend...
    lg
    Martina

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  3. Gute Rezi. Bei dem Buch schwankte ich auch immer ein bisschen. Ich finde es nicht wirklich gut, aber auch nicht schlecht. Bodyfinder fand ich viel viel viel besser, wo schon der Vergleich aufkam. :)

    LG Reni

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  4. Thank you, thats very interesting information. I need to share with my friends.

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Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz. [aus Tintenherz]

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