Rezension: Sturm im Elfenland von Frances G. Hill

6:20:00 PM


Autor: Frances G. Hill
Titel: Sturm im Elfenland
Gebundene Ausgabe: 464 Seiten 
Verlag: arsEdition (16. Februar 2011) 
ISBN-10: 3760763731 
ISBN-13: 978-3760763736
Preis: 19,95 €
Originaltitel: /
Genre: High Fantasy
Themen: Macht; Verschwörungen; Elfen-Zwerge; Magie
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«Und dann wurde mit einem Schlag die Szenerie in Blut und Feuer getaucht. Der Vogelmann in Rot wand sich in Todesqualen und sein Blut strömte über den Boden des Festsaals. Alana schrie auf und wich zurück. Die Verbindung mit dem Spiegel riss mit einem schmerzhaften Schlag ab, das Bild erlosch.»
[Sturm im Elfenland, S. 202]

Erster Satz: "Etwas hatte ihn geweckt."

Inhalt:
Im Elfenland herrscht Unruhe. Seit König Auberon die Ausübung von Magie verboten hat, regt sich im ganzen Reich Widerstand. Das Leben der jungen Elfe Alana verläuft jedoch unbeschwert - bis eines Tages unerwarteter Besuch auf das Gut ihres Vaters kommt. Die Eltern ihres Cousins Ivaylo wurden als Aufrührer verurteilt und verbannt, darum soll der junge Elf nun in Alanas Familie eine neue Heimat finden. Ivaylo ist still und verschlossen; doch bald erkennt nicht nur Alana, dass der geheimnisvolle Junge in den alten magischen Künsten sehr bewandert ist. Was ist das Geheimnis des Sternensteins, den Ivaylo bei sich trägt? Und warum öffnen sich plötzlich überall im Elfenland gefährliche Dämonentore? Tiefer und tiefer gerät Alana in einen Strudel mysteriöser Ereignisse... doch wie kann sie ihren Gefühlen trauen, wenn sie dabei ist, sich in einen Verräter zu verlieben?

Cover/Gestaltung:
Direkt ins Auge fällt natürlich das hübsche Cover, das, je nachdem, wie man es hält, glänzt. Zwar ist es durch das darauf abgebildete Mädchen nicht unbedingt einfallsreich, jedoch lockt es trotzdem irgendwie. Auch die innere Gestaltung kann sich sehen lassen, denn mit schönen Verzierungen wird jedes Kapitel eingeleitet.

Schreibstil:
Frances G. Hill hat einen sehr bildhaften und detailreichen Schreibstil, der zu Beginn etwas verwirrt, mit der Zeit aber angenehm zu lesen ist und dem Leser die unbekannte Welt näher zu bringen vermag. Das Buch lässt sich ab einem gewissen Punkt sehr einfach und flüssig lesen und hat man sich einmal an den Schreibstil gewöhnt, lässt einen das Buch auch nicht mehr los.

Meinung:
Ich muss sagen Sturm im Elfenland und ich hatten einige Startschwierigkeiten und irgendwie wurden wir nicht wirklich warm miteinander, weswegen ich es erstmal beiseite gelegt habe. Viel zu viele Namen und Beschreibungen wurden mir entgegengeworfen, die mich im ersten Moment eigentlich nur überfordert haben. Außerdem wird man ohne jede Erklärung in diese Elfen und Zwergenwelt hinein katapultiert, sodass es doch erst einmal schwer ist, sich zurecht zu finden. Außerdem geschehen etliche Dinge, die man nicht versteht und nicht greifen kann, was dazu beiträgt, dass man noch etwas verwirrter ist.

Nun habe ich das Buch jedoch wieder zur Hand genommen und versucht mich auf die Geschichte einzulassen, was zu meiner Überraschung nach den ersten 150 Seiten auch recht gut klappte. Man wird in eine verzauberte Welt entführt, in der es überall etwas zu entdecken gibt. Vorerst lernt man die junge Elfe Alana kennen, die mit ihrer Familie in einem herrschaftlichen Haus lebt. Da seine Eltern ihm entrissen worden sind, stößt auch Ivaylo hinzu, den man aus dem ersten Kapitel kennt, wo man Zeuge wurde, wie seine Eltern entführt werden. Alana hat überhaupt keine Sympathien für Ivaylo übrig, weswegen sie auf den ersten Blick sehr verwöhnt und hochnäsig rüberkommt. Ivaylo wirkt kühl und abweisend, doch mit der Zeit öffnen sich beide und so schließt man sich nach und nach doch ins Herz.

Das Buch ist aufgeteilt in unterschiedliche Sichtweisen, deren Wechsel sehr gut gelungen ist. In kursiv gedruckt kann man die Geschichte vom engsten Vertrauten Munir des Elfenkönigs Auberon verfolgen, der heraus zu finden versucht, wer die Dämonentore, die sich in letzter Zeit verstärkt finden lassen, öffnet. Da vor Anfang an alles sehr geheimnisvoll wirkt, hat man es erst schwer, Munir wirklich zu folgen, doch wenn man sich ersteinmal auf die Geschichte einlässt erwartet den Leser eine spannende Reise auf die Kronenfeste der Zwerge untertage. Weiterhin verfolgt man die Geschichte von Alana, die am Unterricht ihres Hauslehrers Erramun teilnimmt, wo sie - trotz des Verbotes - die Zauberei erlernen soll, dafür jedoch kaum eine Begabung hat und daher mit Ivaylo zu dem Zweg Sverre geht, der ihr einen geheimnisvollen Stein anvertraut. Durch ihn entwickelt sie ungeahnte Kräfte und sieht immer wieder Szenen, die waren oder geschehen werden.

Durch den Sichtwechsel lernt man jeden Charakter sehr gut kennen und gleichzeitig spannt die Autorin mit jedem Kapitel ein Netz aus Geheimnissen, das immer größer und verwirrender zu werden scheint. Allerdings kann der Leser dieses mit jedem Schritt auch ein wenig entwirren und so bleibt die Spannung das ganze Buch über erhalten. Zwar hat es schon seine Längen und manchmal hatte ich nicht den größten Drang weiterzulesen, doch alles in allem hat man sich immer gefragt, wo das alles hinführen wird.

Ich hatte schnell einen Verdacht, wer hinter all den merkwürdigen Ereignissen steckt und das hat sich zwar auch als richtig herausgestellt, jedoch überkommen einen immer wieder Zweifel und als Leser stellt man alles in Frage. Im Grunde verfolgt das Buch jedoch ein altbekanntes Schema und wenn man das kennt, weiß man eigentlich von Anfang an, wer die Fäden in der Hand hat. Das Buch ist außerdem um einiges düsterer, als man es erwarten würde, denn hier steht nicht irgendeine Liebesbeziehung im Vordergrund, obwohl man so eine u.a. auch finden kann, sondern eher die Magie und der Missbrauch ebendieser.

Fazit:
Den Leser erwartet hier ein gut durchdachtes und auch durchaus spannendes High Fantasy Buch, auf das man sich einlassen und in der richtigen Stimmung sein muss. Einmal in die magische Welt eingetaucht, kann man sich ihr, trotz mancher Länge, jedoch nicht entziehen und ist auf der Spur vieler Geheimnisse und Rätsel. Ich kann das Buch jedem ans Herz legen, der sich gern im Genre der High Fantasy bewegt, jedoch kann man es auch Neueinsteigern durchaus empfehlen.


Trailer zum Buch


Zum Autor








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4 Wortmalerei(en)

  1. Ah, da ist sie nun, die Rezension :) Wieder sehr viel Mühe gegeben. Top! :) Ich hätte aber gedacht du bewertest es schlechter, hattest du damals nicht gesagt, das du es nicht ganz so überragend findest? Na ja, vielleicht konnte dich das Ende dann doch mehr überzeugen :) Auf jeden Fall schöne Rezension!

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  2. Danke :) Ich habe auch gedacht, dass ich es schlechter bewerte, aber wie geschrieben - wenn man in der Geschichte drin ist, dann ist es wirklich gut. Man muss sich halt drauf einlassen. Wirst du es noch lesen?

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  3. Schöne Rezi,ich kam mit dem Buch ausgesprochen gut klar :)

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  4. Mir gings am Anfang genauso wie dir. Ich musste erst ein wenig mit den Charaktern warm werden und man kommt erst nach einer Weile zur Kerngeschichte, aber ab da wird es dann sehr gut :)

    Eine schöne Rezi hast du da geschrieben :)

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Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz. [aus Tintenherz]