Rezension: Polsprung - Die Welt spielt verrückt von Daniel Westland

5:11:00 PM


Autor: Daniel Westland
Titel: Polsprung - Die Welt spielt verrückt
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Baumhaus Verlag  
ISBN-10: 3833939222 
ISBN-13: 978-3833939228
Preis: 12,99 €
Originaltitel:
Genre: Dystopie; Endzeitthriller
Themen: Polsprung; Entführung; Weltuntergang; Familie; Weltrettung
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«Plötzlich erschien am unteren Bildschirmrand ein Newsticker: «Schwere Störungen des Funkverkehrs auf Südhalbkugel +++ Minenunglück in Nigeria, 200 Menschen in Lebensgefahr +++ Tsunamiwarnung für Pazifik +++ Hochhäuser in Moskau, Dubai und Los Angeles eingestürzt. Behörden schließen Terroranschlag nicht aus +++ Erste Flugzeugnotlandung wegen Funkstörung.» [...] Er wusste, was das hieß. Dort draußen ging gerade die Welt unter.»
[Polsprung - Daniel Westland; S. 219-220]

Erster Satz:
In der Nacht war ein Unwetter über die Stadt hinweggezogen und noch am Morgen waren die Straßen teilweise überflutet.

Inhalt:

Gestrandete Wale, instabile Mobilfunknetze. Mysteriöse Flugzeugabstürze, Flutwellen und Erdbeben. Die Welt gerät aus den Fugen. Der 16-jährige Alex und seine Freundin Isa sind sicher, dass etwas Seltsames geschieht. Als dann auch noch Alex´ Vater, ein bekannter Physiker, entführt wird und nur eine verschlüsselte Nachricht hinterlässt, steht fest: Alex muss mit dem Rest seiner Familie und Isa schnellstmöglich das Land verlassen und Kontakt zu einem russischen Wissenschaftler aufnehmen. Nur so ist die totale Katastrophe für die Menschheit zu verhindern. Werden sie den Forscher rechtzeitig finden? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt ... [Quelle: Amazon]

Schreibstil:

Die Geschichte ist eher sachlich erzählt, da kaum bildhafte Sprache verwendet wird. Allerdings passt das auch sehr gut zum Buch, da viele Phänomene erklärt werden müssen und sich das Buch auch teilweise auf einer wissenschaftlichen Ebene abspielt, wobei ein blumiger Schreibstil einfach nicht dieselbe Atmosphäre rübergebracht hätte. Das Buch ist angenehm zu lesen und es gab keine bemerkenswerten Störungen im Lesefluss, allerdings auch keine Sätze, die mir sofort ins Auge gefallen sind, weil sie so schön waren. Dennoch lässt sich die Geschichte flüssig und leicht lesen.

Meinung:

Stellt euch vor, ihr befindet euch in Portugal am Strand und seht einen toten Wal - völlig fasziniert wollt ihr eurer Freundin von dem Ungetüm erzählen - und als ihr euch das nächste Mal umdreht, ist es einfach weg. Nach einigen Recherchen im Internet findet ihr heraus, dass viele Menschen das selbe erlebt haben und dann wird plötzlich euer Vater, der ein bekannter Physiker ist, entführt und ihr habt eine Horde Leute hinter euch her, die euch aus dem Weg schaffen wollen. Genau so geht es Alex und seiner Familie, deren Geschichte man von der ersten Seite an gebannt verfolgt. Schon hier werden die ersten Wetterschwankungen und Waltode gemeldet und somit etwas in der nahen Zukunft angedeutet: Ein Polsprung steht bevor.

Der junge Alex ist der Protagonist des Buches und von Anfang an ein Sympathieträger. Da er gleichermaßen Familienmensch und sehr mutig ist, können sich Mädchen, sowie Jungen gut mit dem Charakter indentifizieren. Des Weiteren lernt man seine Freundin Isa kennen, die mit ihm den Urlaub in Portugal verbringt. Von Isa war ich von Anfang an sehr überrascht, da sie kein typischer Mädchencharakter ist. Sie liebt es, zu zocken und von PSP über XBOX hat sie alles. Außerdem ist sie sehr intelligent und scheint auf den ersten Blick fehlerfrei und perfekt, was sie für mich etwas unsympathisch machte. Das ändert sich im Laufe des Buches jedoch, als sie einen wirklich verheerenden Fehler begeht, mit welchem sie alle in Gefahr bringt. Der Bösewicht des Buches ist jedoch eher sterotypisch und man hasst ihn im Grunde von der ersten Seite an, dennoch waren alle Szenen mit ihm spannend. An den Charakter, wie beispielsweise Alex und seiner Familie ist mir ihre Menschlichkeit und die damit zusammenhängende Normalität positiv aufgefallen. Die Mutter hat beispielsweise nach einem Unfall manchmal keine Kontrolle über eine Körperhälfte, was sie für mich sehr glaubwürdig macht.

Durch die gesamte Geschichte zieht sich eine konstante Spannungskurve, die Anfangs langsam aber deutlich aufgebaut wird und immer mehr zunimmt. So macht es auch immer wieder Spaß das Buch aufzuschlagen, denn neben einigen wichtigen wissenschaftlichen Erklärungen und Ereignissen, findet man darin auch eine actionreiche Geschichte mit unglaublich vielen unerwarteten Wendungen, die den Leser immer wieder überraschen und mitreißen können. Dennoch kratzt sie teilweise leider nur an der Oberfläche und manchmal kam ich mir dem Geschehen sehr entfernt vor. Zwar ist die beklemmende und bedrückende Atmosphäre sehr gut rübergekommen, trotzdem hat mir noch das gewisse Etwas gefehlt.

Was mich vor allen Dingen etwas verwirrt hat, war der Showdown und die letztendliche Auflösung der Ereignisse und des Polsprungs. Es ging viel zu schnell und von einem Moment auf den anderen hatte man die Lösung. So musste ich am Ende teilweise sehr konzentriert und langsam lesen, um überhaupt noch mit zukommen und mich zurecht zu finden. Die Idee an sich war jedoch sehr originell und wieder unerwartet, obgleich sie mir zwischendrin etwas weit hergeholt vorkam - da ich aber keinerlei wissenschaftliche Kenntnisse besitze, kann ich darüber nichts sagen. Spannend und originell war es nämlich trotzdem und das ist es ja, was zählt. Es handelt sich schließlich um ein Jugend- und kein Sachbuch.

Sehr gut gefallen hat mir auch die Tatsache, dass die Geschichte in verschiedenen Ländern spielt und man somit das Gefühl hat, dass sie wirklich die ganze Welt betrifft. So hat man viele verschiedene Handlungsstränge, die am Ende zusammenlaufen. Außerdem spürt man, dass sich der Autor in den jeweiligen Städten auskennt, da er dem Leser nicht nur Straßennamen liefert, sondern auch jede Stadt eine ganz eigene Atmosphäre übermittelt. Auch der Wechsel der verschiedenen Perspektiven ist immer gut gelungen.

Positiv anzumerken ist ebenfalls, dass alle Fragen am Ende gelöst werden und dass es sich deswegen um einen Einzelband handelt. Eine Fortsetzung ist laut Autor zwar schon geplant, jedoch hängt sie nicht mit dem ersten Teil zusammen und kann unabhängig davon gelesen werden.

Fazit:

Alles in Allem wird dem Leser hier eine spannende, rasante und actiongeladene Geschichte geboten voll mit Verfolungsjagden, unerwarteten Wendungen und interessanten Charaktern. Zwar bleibt die Geschichte eher oberflächlich und man hat oft das Gefühl, das Geschehen eher von Außen zu betrachten, dennoch ändert das nichts am Lesespaß. Ein Endzeitthriller mit kleinere Schwächen, der schnell wegzulesen ist und einfach Spaß und Lust auf mehr macht.


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Zum Autor

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3 Wortmalerei(en)

  1. Wobei ich bei diesen Vergleichen sehr vorsichtig wäre. Wer Schwarm kennt und liebt, wird enttäuscht sein von Polsprung (was zumindest das wissenschaftlich recherchierte anbelangt). Ich muss es leider sagen, aber ich finde es absolut falsch zu sagen das es sich hierbei um einen Wissenschaftsthriller handelt! Dafür sind viele Aussagen eifnach grundlegend falsch!

    LG
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  2. Ja, das ist klar. An der Schwarm kommt Polsprung nicht ran. Ich meine damit lediglich, dass es in dieselbe Richtung vom Genre her geht.
    Ich stimme dir zu, dass es sich nicht um einen Wissenschaftstrhiller handelt, aber man muss hierbei ja auch im Auge behalten, dass es sich um ein Jugendbuch handelt und es da einfach klar ist, dass man nicht so sehr in die Tiefe geht.

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  3. Na wenn es nur darum geht nicht in die Tiefe zu gehen, finde ich das in Ordnung..aber da wurde etwas hingeschrieben was absolut falsch war. Irgendwo stand der satz das Alex recherchiert hatte: Das der Magnetismus die Kontinentalplatten an Ort und Stelle halten und wenn sich das Magnetfeld ändert, diese sich anfangen zu bewegen. Ich sag dir, da hab ich eine Gänsehaut bekommen, so falsch war das. Plattentektonik sollte wohl jedem klar sein, was das ist und das sich die Platten jeden Tag bewegen! Ich hab nur Angst, das Jugendliche, die diesen Thriller lesen dann alles glauben was drin steht! Deswegen finde ich es auch nicht gut, dass es als Wissenschaftsthriller tituliert wird (denn dann dürfte so ein Humbug nicht drin stehen).

    Na ja..aber vielleicht in ich zu kritisch? Obwohl nein, wenn man so etwas schreibt, dann muss schon was wahres dran sein! und nicht nur, weil ich Geowissenschaftlerin bin.

    Hihi!

    LG
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Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz. [aus Tintenherz]

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