Rezension: Jolande von Patricia Schröder

2:10:00 PM



Autor: Patricia Schröder
Titel: Jolande - Der Sommer meines Lebens
Teil einer Reihe? Nein
Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Verlag: Coppenrath
ISBN-10: 3815755271 
ISBN-13: 978-3815755273
Preis: 12,95 €
Originaltitel: -
Genre: Jugendroman; Realität
Themen: Selbstfindung; erste Liebe; Veränderung; Mut
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«Ich kapierte nur nicht, was sie bezweckte. Was sollte das Ganze? Wäre es einfach bloß ein Spaß gewesen, hätte sie sich die kleinen Gemeinheiten schenken können. Doch offenbar hatte sie noch eine Rechnung mit mir offen. Wie auch immer, die Geschichte steuerte jetzt ohne Zweifel auf ihren Höhepunkt zu, und natürlich konnte ich mir denken, worin meine Belohnung bestand: Ich würde endlich erfahren, wer Belinda war!»
[Jolande - Der Sommer meines Lebens von Patricia Schröder; S. 153]

Erster Satz:
«Hey, was ist los mit dir?»

Inhalt:
Organisiert, kontrolliert und immer mit beiden Füßen auf dem Boden der Tatsachen - das ist Johanna, die mit ihrem Vater zusammenlebt, da sie mit ihrer Mutter, die ihr genaues Gegenteil darstellt, nicht zurecht kommt. Daher sind die anstehenden Sommerferien für Johanna keine schöne Angelenheit, denn diese muss sie eine Woche lang bei ihrer Mutter verbringen, die immer einen Spruch auf den Lippen hat, der Johanna tief trifft. Immer wieder hackt sie darauf herum, dass Johanna ihrem außergewöhnlichen Zweitnamen Jolande überhaupt keine Ehre macht und sie ihre verrückte Seite doch mal zum Vorschein bringen sollte. Als schließlich ein mysteriöser Brief von Belinda an Jolande abgegeben wird, lockt er Johanna in ein Abenteuer der ganz besonderen Art, denn die anonymen Briefe, die sie nach und nach in ein gemütliches Hotel an der Ostsee bringen, fordern sie immer wieder dazu auf, verrückt Dinge zu tun, die Johanna ganz sicherlich niemals getan hätte - aber vielleicht Jolande?!

Schreibstil:
Der einfach gehaltene Schreibstil ist an eine eher jüngere Zielgruppe gerichtet, denn man findet kaum verschlüsselte oder verschachtelte Sätze. Alles ist sehr locker und direkt geschrieben, ohne doppelten Boden oder andere bedeutsame Merkmale. Für das angesetzte Publikum ist der Schreibstil natürlich angepasst, jedoch denke ich, dass man noch mehr aus der Geschichte hätte heraus holen können.

Meinung:
Angefixt von dem schönen Cover under geheimnisvollen Geschichte, die es zu beinhalten schien, war ich nach den ersten Seiten des Buches eher ernüchtert. Nicht schon wieder eine Geschichte, in der sich ein durchorganisiertes, unscheinbares Mädchen in den unglaublich hübschen, beliebten Typen verliebt, der sie erst nicht bemerkt, dann aber alles stehen und liegen lässt, um diese Liebe bis in alle Ewigkeit zu erwidern. Alles schon dagewesen und viel zu vorhersehbar für den wirklich interessanten Klappentext, den das Buch zu bieten hat. Schon auf der ersten Seite hat mich die Protagonistin wirklich aggressiv gemacht - von ihrer besten Freundin, die absolut stereotypisch und facettenlos ist will ich gar nicht erst anfangen. Als dann schließlich jedoch alle Figuren halbwegs vorgestellt worden und man Johanna und ihr Leben besser kennengelernt hat, nimmt die Geschichte merklich mehr Spannung an, die sich mit jeder Seite zu steigern scheint.

Alles beginnt mit dem Brief, der an Jolande adressiert ist und da Jo niemand anderen kennt, der diesen merkwürdigen Namen trägt, öffnet sie ihn und folgt nach kurzem Zögern den Anweisungen, was mich sehr überrascht hat. Zwar war es wirklich nötig, um die Geschichte voran zu treiben, dennoch ging mir das Zögern etwas zu schnell, da ich nicht glaube, dass ein Mensch wie Johanna so schnell aus ihrer organisierten, routinierten Welt entflieht, um einem Brief, der lediglich mit Belina unterzeichnet ist, blind zu vertrauen. Nach den ersten Zweifeln entpuppt sich die Idee jedoch als unglaublich gut und spannend, denn die Schnitzeljagd, die Jo schließlich an die Ostsee führt, wo sie alle zu kennen scheinen, obwohl sie nie dagewesen ist und alle von ihrer besten Freundin Belinda reden, zieht den Leser in ein Labyrinth aus Fragen, Rätseln und Geheimnissen.

Die Briefe fordern sie immer wieder zu verrückten Taten auf, wie beispielsweise einen Tag mit einem fremden Menschen zu verbringen und sie warten an den merkwürdigsten Orten auf Johanna, die, genau wie der Leser, komplett überfordert ist mit der Frage, wer ihr die Briefe geschickt haben könnte und warum alle Jolande zu ihr sagen. Ab dem Zeitpunkt, an dem Jo sich an der Ostsee befindet wird die Geschichte wirklich unvorhersehbar und es gelingt einem einfach nicht das Buch aus der Hand zu legen, weil man unbedingt wissen will, von dem die Briefe stammen. So habe ich das Buch trotz anfänglicher Schwierigkeiten an einem Tag weggelesen und war am Ende einfach nur baff und überrascht.

Das Buch zeigt, was im Leben wichtig ist und wie Johanna sich von ihrem durchgeplanten Leben wegbewegt, um auch die andere Seite kennenzulernen, um zu lernen, dass Schule nicht das Wichtigste ist, dass das Glück hinter jedem Umschlag lauern kann und es überall interessante Menschen kennenzulernen gibt. Mit viel Spannung und Spaß liest man dieses Buch und ist am Ende berührt und irgendwie glücklich, weil es das Leben mit allen Facetten zeigt und die Entwicklung eines Mädchens, dass nur an Fakten festhielt.

Die Liebesgeschichte, die man von Anfang an erwartet, bleibt auch eher im Hintergrund, entwickelt sich aber dennoch mit. Leider ging mir diese etwas zu schnell.
*SPOILER*
Ich meine, Mika und Jo kennen sich rein gar nicht und dennoch liegen sie sich schon mit dem ersten Treffen regelrecht in den Armen und schwören sich, dass sie sich lieben. Das nervt mich generell an den ganzen Jugendbüchern, aber hier ist es mal wieder sehr extrem. Jedoch konnte ich darüber hinwegsehen, weil der Rest der Geschichte einfach sehr gut ist.
*SPOILER ENDE*

Fazit:
«Jolande - Der Sommer meines Lebens» ist ein wunderschönes Buch für junge Mädchen und die, die sich noch so fühlen. Auch wenn es etwas holprig beginnt, so entwickelt es sich doch zu einem spannenden Abenteuer. Mit viel Gefühl, Spannung und einem ganzen Haufen Fragen schreibt Patricia Schröder eine ganz besondere Geschichte, die nicht nur neugierig macht und den Leser dazu bringt, das Buch nicht aus der Hand legen zu können, sondern auch noch eine Botschaft übermittelt und berührt.


Zur Autorin
"Am liebsten schreibe ich Geschichten, die sich rund um das Thema Freundschaft und Verliebtsein drehen. Dabei versetze ich mich in meine eigene Jugend zurück, mit all den Freuden und Nöten. Schon immer habe ich mir Geschichten ausgedacht und nachgespielt. Als meine Kinder Raoul und Anna noch klein waren, habe ich das Schreiben wiederentdeckt. Ein bisschen ist es so gewesen, als hätte ich einfach da angeknüpft, wo ich als Vierzehnjährige aufgehört hatte. Trotzdem habe ich damals nicht im Traum daran gedacht, dass aus mir mal eine richtige Autorin werden könnte."
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Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares an

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5 Wortmalerei(en)

  1. Schön, dass du wieder da bist.

    Das Buch klingt ja genial. Pack ich auf jeden Fall in meine Wunschliste. Allein das Cover spricht für sich.

    LG, Diti

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  2. Da stimme ich der Vorrednerin in beiderlei Hinsicht zu :-)

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  3. Echt? Ich fand das mit der Liebesgeschichte gar nicht so extrem! ;) Und sie haben ja auch gesagt, dass sie sich schon lange umkreisten und in dem Alter sagt man das wohl, ohne es schon so RICHTIG zu meinen? :) Naja, kann aber auch sein, dass es echt zu schnell ging, nur weil ich es so gut fand, habe ich es erst gar nicht bemerkt!
    Eine schöne Rezension.
    Herzliche Grüße,
    Charlousie

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  4. Hallo! Großes Lob an deinen tollen Blog. Ich bin jetzt regelmäßiger Leser deines Blogs und würde mich sehr freuen, wenn auch du meinen Blog besuchen würdest und wenn er dir gefällt, regelmäßiger Leser werden würdest.

    LG Chrisy

    Hier der Link zu meinem Blog: http://rozasleselieblinge.blogspot.com/

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  5. Ich liebe die Bücher von Patricia Schröder und hab sie schon immer geliebt!!! Schätze mal, dass Buch wird bald auf meinen SuB wandern :)

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Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz. [aus Tintenherz]

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