Rezension: Wie ein Licht in der Nacht von Nicholas Sparks

3:30:00 PM


Autor: Nicholas Sparks
Titel: Wie ein Licht in der Nacht
Teil einer Reihe? Nein
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Heyne 
ISBN-10: 3453266838 
ISBN-13: 978-3453266834
Preis: 19,99 €
Originaltitel: Safe Haven
Genre: Belletristik; Realitätsroman; Thriller
Themen: Misshandlung; Neuanfang; Leben
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«Zu ihrer großen Verwunderung spürte sie, dass plötzlich so etwas wie Hoffnung in ihr aufstieg. Trotz der Tragödie, die diese drei durchgemacht hatten, sah sie hier eine glückliche Familie vor sich. Und alle gingen ausgesprochen liebevoll miteinander um. Für die kleine Familie war es ein ganz normaler Tag an einem normalen Wochenende, aber für Katie war es wie eine Offenbarung, miterleben zu dürfen, dass so wundervolle Augenblicke möglich waren. Und dass sie vielleicht, ganz vielleicht, selbst irgendwann etwas Ähnliches erleben konnte.»
[Nicholas Sparks - Wie ein Licht in der Nacht; S. 135]

Erster Satz:
Geschickt schlängelte sich Katie zwischen den Tischen durch.

Inhalt:

Die junge Katie, die sich ein neues Leben in einem kleinen Ort am Meer aufbauen will, versucht weitgehend unsichtbar zu bleiben, was ihr jedoch nicht gelingt. Alex, der alleinerziehende Vater zweier Kinder, interessiert sich sofort für die hübsche Frau mit dem verschlossenen, ängstlichen Gesicht und der Geschichte, die sich hinter dem scheuen Blick verbirgt. Nur langsam schafft er es, ihr näher zu kommen, denn das Geheimnis, das Katie hütet, ist weitaus schlimmer und gefährlicher, als Alex es sich vorstellen kann. Nach und nach baut sich eine Beziehung zwischen den beiden auf, doch schon bald droht diese wieder zerstört zu werden und die Vergangenheit holt Katie wieder ein.

Schreibstil:
Ich muss zugeben, dass ich kein großer Fan von Nicholas Sparks Schreibstil bin. So wie er seine Geschichten schreibt, klingt es für mich immer sehr altmodisch und überladen mit Kitsch und Harmonie, auch wenn Sparks oft sehr dramatische und traurige Geschichten schreibt. Meiner Meinung nach merkt man seinem Schreibstil an, dass Sparks Amerikaner ist - irgendwie wirkt er stellenweise beinahe schon feierlich. Auf jeden Fall fehlt ihm einiges an Modernität, was das Buch stellenweise leider etwas langatmig gemacht hat. Auch sonst gibt es keine besonders auffälligen Merkmale, die den Schreibstil interessanter machen könnten, was mir zeitweise ein wenig fehlte.

Meinung:
Und schon wieder ein Geständnis: Nicht genug, dass ich Sparks Schreibstil nichts abgewinnen kann - auch seine Geschichten reizen mich meistens so gut wie gar nicht. Zwar fliegt das ein oder andere Buch aus seiner Feder in meinem Regal herum, jedoch haben es bisher nur zwei geschafft, gelesen zu werden - wovon ich im Übrigen auch nur eins (und das ist dieses hier) halbwegs mochte.Wie ein Licht in der Nacht habe ich mir auch lediglich gekauft, weil viele Nichtsparksleser plötzlich ganz aus dem Häuschen und auch Sparksleser der Meinung waren, dass dieses Buch sich von den anderen Büchern unterscheide - was natürlich meine Neugierde weckte, denn Sparksbücher haben mich bisher immer relativ kalt gelassen.

Und was bekommt man nun, wenn nicht Kitsch, Dramatik und Tod, wie in allen anderen Sparksbüchern? Eigentlich nichts anderes, doch einmal angefangen, kann man "Wie ein Licht in der Nacht" nicht mehr aus der Hand legen, denn obwohl man die o.g. typischen Sparksfakten serviert bekommt, ist diese Geschichte von der ersten bis zur letzten Seiten spannend und macht definitiv süchtig. Der Autor hat hier zwar nicht das Rad neu erfunden, denn die Idee ist ganz und gar nichts neues, dennoch schafft er es allem seine persönliche Note zu geben und ein Buch zu schaffen, dass nicht nur Liebesroman, sondern auch Drama und Thriller in einem ist.

Man lernt die Protagonisten der Geschichte sehr langsam und stückweise kennen. So steigt man als Leser in das Buch ein und weiß nichts von Katie, außer dem, was sie anderen Personen erzählt. Im Gegensatz zu ihr lernt man Alex etwas schneller kennen, denn seine Vergangenheit und Person wird deutlich geschildert, dennoch schafft Sparks es, dass er kein eindimensionaler Charakter bleibt, sondern stets eine gewisse Neugierde im Leser am Leben erhalten wird. Das Hauptinteresse liegt jedoch bei Katie und ihrer Vergangenheit, die nach und nach erzählt wird. Zwar ahnt der Leser, was ihr passiert sein könnte, dennoch baut der Autor hier eine Spannung auf, die das ganze Buch über erhalten bleibt. Die Figuren sind merklich liebevoll gestaltet, jedoch merkt man auch ihnen an, welche Wurzeln der Autor hat, was mich merkwürdigerweise des Öfteren gestört hat.

Das Buch ist aus unterschiedlichen Perspektiven und Ebenen erzählt und zeigt abwechselnd Katies und Alex Sicht, Szenen aus Katies Vergangenheit und eine weitere Perspektive, die jedoch jeder selbst herausfinden muss - denn sonst verrate ich hier schon zu viel. Durch die vielen Sichtweisen wird es dem Leser ermöglicht sich überall gut zurechtzufinden und man lernt in jedem Kapitel neue Gesichter und Schicksale kennen, sodass man nie zu viel von einer Sicht hat. Am interessantesten waren die Szenen aus Katies Vergangenheit, denn sie schaffen es, den Leser voll und ganz zu berühren.

Gegen Ende übertreibt Sparks dann meiner Meinung nach ein wenig und ich glaube, das kann auch nur er. Die Dinge, die ans Licht kommen, haben mich zwar sehr überrascht, jedoch auch einiges zerstört, was ich vorher als gut empfunden habe. *SPOILER* Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich daneben gegriffen, dass Jo - die Freundin von Katie, die im Haus neben ihr lebt - lediglich eine Einbildung oder auch der Geist der verstorbenen Frau von Alex ist. Meiner Meinung nach ist das ein Detail der Geschichte, die Sparks getrost hätte weglassen können. Ebenso die Sache mit dem Brief seiner Frau, obwohl der womöglich nötig war, um Alex' Unsicherheit zu vertreiben, dennoch war er einfach viel zu kitschig und übertrieben. *SPOILER ENDE*

Fazit:

Auch wenn ich niemals zum Sparksfan werde, so hat mir dieses Buch dennoch viel Spaß gemacht. Viel Spannung führt dazu, dass man es nicht mehr aus der Hand legen kann und auch wenn man dem Buch die Abstammung seines Autors anmerkt, fühlt man sich durch die harmonische Atmosphäre direkt heimlich. Alles in Allem kann ich "Wie ein Licht in der Nacht" all jenen ans Herz legen, die eine spannende Geschichte lesen wollen, in der auch zwischenmenschliche Gefühle eine Rolle spielen und die einen Thriller inklusive Liebesgeschichte lesen wollen. Auch diejenigen, die von Sparks bisher nicht so angetan waren, könnten Gefallen an dem Buch finde, jedoch sollte man nicht allzu große Erwartungen haben und sich auf die Geschichte einlassen.


Zum Autor
Nicholas Sparks wurde 1965 in Nebraska geboren, wuchs aber in Minnesota und Kalifornien am Existenzminimum auf. An der High School ist Sparks sehr eifrig und zeichnet sich besonders durch sportliche Leistungen aus, so dass er 1984 die Zusage für ein Sportstipendium an der University of Notre Dame erhält. Doch Sparks erlitt einen Sportunfall und so kam er zum Schreiben. Er schloss seinen Bachelor in BWL mit Auszeichnung ab. Mit seinem Freund Billy Mills wurde 1990 das Buch „Wokini oder Die Suche nach dem verborgenen Glück“ von einem kleinen Verlag publiziert. Mit „The Notebook“ (dt. „Wie ein einziger Tag“) schafft er seinen endgültigen Durchbruch als internationaler Bestsellerautor. Viele Romane folgten. Neben dem Schreiben und Lesen ist Nicolas Sparks ein begeisterter Sportler. Er ist aktiv als Leichtathletik-Trainer und Sportfunktionär. Er nimmt sogar an Taekwondo-Meisterschaftskämpfen teil. Viele seiner Romane wurden bereits verfilmt. [Quelle: Lovelybooks]

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4 Wortmalerei(en)

  1. Liebe Marie, ich hab dir einen Award verliehen - hier kannst du ihn auf meinem Blog sehen: http://lestumzuleben.blogspot.com/2011/09/mein-1-award.html
    Ob du ihn weiterverleihen und die Fragen beantworten möchtest, überlasse ich ganz dir! ;)
    Einen tollen Sonntag noch und mach weiter so mit deinem Blog :)
    Liebe Grüße

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  2. Nicolas Sparks schreibt wirklich tolle Bücher! :)

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  3. Ich habe die englische Ausgabe gelesen und war sehr begeistert. Ich finde Nicholas Sparks ist ein unglaublich toller Autor.
    Schöne Rezension!
    Liebe Grüße,
    Jessica

    ReplyDelete

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Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz. [aus Tintenherz]

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