Rezension: Bodyfinder 01 - Das Echo der Toten von Kimberly Derting

3:48:00 PM


Autor: Kimberly Derting
Titel: Bodyfinder 01 - Das Echo der Toten
Teil einer Reihe? 1. Teil einer Trilogie
Gebundene Ausgabe: 343 Seiten
Verlag: Coppenrath
ISBN-10: 3815798736 
ISBN-13: 978-3815798737
Preis: 16,95€
Originaltitel: The Body Finder
Genre: Jugendbuch; Mistery; Thriller
Themen: Echos; Mord; Erste Liebe; Freundschaft
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«Ein Kranz schillernder Farben leuchtete im See auf, fing sich zwischen den Gräsern und drang durch die Wasseroberfläche zu Violet hineauf. Sie spürte das strahlende Licht wie ein pulsierendes Echo unter ihrer Haut vibrieren. Es hallte in ihren Adern wider und strömte heiß durch ihren Körper. Es war stark, stärker, als sie es jemals zuvor wahrgenommen hatte. Das konnte nur eines bedeuten. Da unten war etwas Totes.»
[aus "Bodyfinder - Das Echo der Toten" von Kimberly Derting]

Erster Satz:
Violet Ambrose zog es fort von ihrem Vater, als die sanften Klänge sie wie ein zartes Netz umspannen. 

Inhalt:
Violet hat sie seit ihrer Geburt: Die Gabe, die Echos längst verstorbener Wesen zu hören, die gewaltsam ums Leben gekommen sind. Nur wenige Menschen wissen davon, unter anderem ihr allerbester Freund Jay, den sie schon seit Ewigkeiten kennt. Allerdings empfindet sie nicht mehr ganz dasselbe, wie noch vor einem Jahr, denn sie beginnt sich in ihn zu verlieben, was sie jedoch für sich behält. Inzwischen treibt ein Serienmörder sein Unwesen und immer mehr Mädchen verschwinden spurlos bis Violet ihr Echo hört und sie findet. Allerdings kommt sie somit dem Mörder immer näher, denn die Echos haften nicht nur an den Verstorbenen, sondern auch an dem Mörder und spürt erst in letzter Sekunde, in welcher Gefahr sie sich befindet.

Schreibstil:
Kimberly Derting hat einen sehr einfachen Schreibstil, mit dem sie präzise Situationen, Figuren und Gefühle beschreiben kann, was ihr auch immer wieder sehr gut gelingt. So wird das Buch auch in besonders kitschigen Situationen nicht zu schwer. Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht von Violet und dem Serienmörder in der dritten Person Singular geschrieben, wobei sich auch der Schreibstil hierbei unterscheidet: Die Sicht des Mörders ist sehr viel düsterer beschrieben, wohingegen Violets Sicht ihrem Charakter angepasst wurde. Alles in Allem bekommt man hier sicherlich kein literarisches Meisterwerk oder einen anspruchsvollen Schreibstil geboten, trotzdem macht das Buch Spaß. 

Meinung:
Es gibt Bücher, deren Echo den Leser lange Zeit verfolgt. Bücher, die noch lange geschmacklich auf der Zunge verweilen und es gibt Bücher, die nur ein kurzes, kleines Echo, aber dennoch einen gewissen Wiedererkennungswert und viel Spaß bereitzustellen haben. "Bodyfinder: Das Echo der Toten" gehört eher zur letzteren Kategorie, denn obwohl es ein kurzweiliges Buch für Zwischendurch und mit der ein oder anderen Schwäche ist, so kommt es doch mit viel Gefühl und Vielseitigkeit daher. Zwischen all den Vampiren und Werwölfen, die sich momentan so in der Buchhandlung und in der Urban Fantasy tümmeln und übereinanderstolpern ist es manchmal schwer noch ein Buch zu finden, dass mit einer originellen Idee daherkommt und nicht auf einen haarigen oder blutsaugenden Helden setzt. Bodyfinder ist zwar nicht durch und durch frei von altbekannten Klischees, aber bringt dennoch sehr viel Frische und neuen Wind mit sich.

Wie bereits gesagt, steht die originelle Idee im Vordergrund des Buches: Ein Mädchen, dass das Echo von Toten hören kann, die ihre Ruhe noch nicht gefunden haben. Dabei kommt das Buch ohne Geister oder Zombies aus und dreht sich lediglich um die "Echos". Das können Geräusche, Gerüche, Farben oder Lichter sein und genau das macht die Geschichte sehr interessant. Nebenbei ist das Buch nicht nur eine paranormale Geschichte, sondern bewegt sich auch auf der Ebene eines Thrillers. Spannung sucht man hier daher nicht vergebens und da man die Sicht des Mörders mitverfolgen kann und so weiß, was derjenige plant, steigt die Spannung noch um ein weiteres.

Violet ist eine sympathische Hauptfigur, hat für mich aber teilweise etwas zu wenig Wiedererkennungswert gehabt und zu wenige Macken. Dafür hat mir Jay, ihr bester Freund besonders gut gefallen, da er einfach ein wunderbarer, beschützerischer und besorgter Mensch ist, bei dem man einfach ein gewisses Grundvertrauen hat. Was Kimberly Derting in dem Buch besonders realistisch gelingt sind die Gefühle, die sich nach und nach aufbauen und die man zu jeder Zeit der Geschichte nachempfinden kann. Mit viel Einfühlungsvermögen beschreibt sie die widersprüchlichen Gefühle einer großen Freundschaft, die mehr wird und geht dabei auch auf die Konflikte ein, die dadurch entstehen. Die Menschlichkeit wird einfach sehr gut rübergebracht, auch wenn das lediglich zwischen Jay und Violet der Fall war. Weniger dreidimensional waren die Eltern von Violet, die wirklich nur als besorgte Eltern fungieren und einfach sehr blass wirken. Man könnte sie in jedes Buch reinbringen und sie würden kaum auffallen oder etwas an der Geschichte ändern.

Das Buch hat sich als wahrer Pageturner entpuppt, denn ist eines von denen, die man einfach so zwischendrin weglesen kann und die dabei noch sehr viel Spaß machen. Man kann sich einfach mitziehen lassen ohne viel dabei nachdenken zu müssen - was ja manchmal sehr entspannend sein kann. Trotz der düsteren Stimmung vermittelt das Buch viel Wärme und durch den Genremix ist für jeden etwas dabei der spannende Geschichten mag, in denen auch das Paranormale und die Liebe nicht zu kurz kommt. Miträtseln braucht man hier allerdings auch nicht, was ich sehr schade fand. Ich finde es immer aufregend, wenn man den Mörder eigentlich kennt bzw. er in der Geschichte schon einmal vorkam, aber hier hatte man auch noch kurze Stellen, in denen der Mörder quasi selbst zu Wort kam und man daher sehr schnell wusste, dass es sich um eine unbekannte Person handelt. Dennoch ändert das nichts an der Spannung des Buches.

Fazit:

Wer mal wieder Lust auf ein kurzweiliges, aber sehr unterhaltsames Echo eines Buches hat und in einer spannenden und paranormalen Liebesgeschichte versinken will, der sollte dem Echo der Toten einmal folgen und zwischen den Seiten verschwinden. Mit viel Gefühl und einer originellen Idee ist hier sicherlich für jeden etwas dabei und so sorgt der Pageturner für ein kurzes, aber intensives Lesevergnügen.


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3 Wortmalerei(en)

  1. Ich fand beide Bodyfinder-Bände total toll. :)

    LG Jessica

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  2. Superschönes Cover, Geschichte klingt auch toll und das nicht nur weil ich genauso von den "haarigen und blutsuagenden Helden" nichts mehr hören will. Schade nur, gehört es schon wieder in eine Reihe...Gibt es überhaupt noch Einzelbände?

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  3. @the librarian lizard - Das frage ich mich auch ständig...

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Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz. [aus Tintenherz]

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