Rezension: Soul Screamers 01 - Mit ganzer Seele von Rachel Vincent

4:01:00 PM


Autor: Rachel Vincent
Titel: Soul Screamers 01 - Mit ganzer Seele
Teil einer Reihe? Ja, 1. Teil einer Reihe
Taschenbuch: 300 Seiten
Verlag: Mira Taschenbuch
ISBN-10: 3899419464 
ISBN-13: 978-3899419467
Preis: 9,99€
Originaltitel: Soul Screamers 1 - My Soul to Take
Genre: Urban Fantasy; Jugendbuch; Fantasythriller
Themen: Tod; Vorahnungen; Morde; Seelen; irische Mythologie; Paranormale; Geheimnisse
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"Nun mach schon!", flüsterte Emma neben mir.

Als Kaylee Cavanaugh sich eines Abends mit ihrer besten Freundin Emma heimlich in einen Club schleicht und der süßeste Typ der Schule, Nash, sie anspricht, scheint der Abend perfekt zu sein. Doch dann sieht sie das Mädchen. Es ist wunderschön und betrunken und dunkle Schatten umgeben sie. Kaylee weiß, dass das Mädchen sterben muss und eine undefinierbare Macht zwingt sie, zu schreien so laut sie kann. Nash und Emma helfen ihr, sie zu beruhigen und nehmen ihre Vorahnung gelassen auf. Als jedoch am nächsten Morgen das Mädchen in den Nachrichten zu sehen ist, die berichten, es wäre am Vorabend gestorben, weiß Kaylee, dass sie Recht hatte. Weitere Mädchen sterben und Kaylee ist die Einzige, die davon weiß. Um die Morde aufzuhalten, muss sie aber erst einmal ein viel größeres Geheimnis ans Licht bringen.

 
Rachel Vincent hat einen flüssig lesbaren Schreibstil, der durch eingeflochtenen Humor und einen gewissen Grad an Anspruch dazu führt, dass sich das Buch sehr gut lesen lässt. Ein literarisches Kunstwerk darf man hier natürlich nicht erwarten, aber das würde ja auch nicht zum Buch passen, weswegen ich den Schreibstil angemessen fand. Vincent legt durch die Ich-Perspektive der Protagonistin ein rasantes Tempo an den Tag und schafft es immer, eine gewisse spannende Stimmung aufrecht zu erhalten, die es leichter macht, das Buch schneller zu lesen.

Es gibt Bücher, die die selbe Schwere haben, wie verschiedene Düfte bei einer Parfumprobe. Es sind solche Bücher, an die man hohe Erwartungen hat, die vielleicht dick und gebunden sind und die einfach viel im Kopf auslösen. Noch dazu gibt es allerdings Bücher, die wie die Kaffeebohnen zwischen den verschiedenen Düften sind. Sie dienen dazu, die Nase zu neutralisieren und machen den Kopf irgendwie frei. Der erste Teil der Soul Screamers Reihe ist eines dieser Bücher, die wie dafür geschaffen sind, sie zwischendurch zu lesen, eine Menge kurzweiligen Spaß mit ihnen zu haben, um einfach den Kopf frei zu bekommen. Wer also vor lauter Büchern gar nicht mehr weiß, was er lesen soll, der sollte mit ganzer Seele dieses Buch lesen!

Zugegeben: Cover und Titel könnten den ersten Verdacht auf eines der Themen leiten, die inzwischen wohl keiner mehr so richtig lesen kann, aber nein - es geht wirklich nicht um Vampire! Vielmehr geht es um eine Gruppe der Übernatürlichen, von denen ich bisher noch nichts gelesen habe, über die es aber - soweit ich weiß - auch schon das ein oder andere Buch gibt. Was das ist, möchte ich an dieser Stelle natürlich geheim halten, da es immer angenehmer ist, so etwas im Laufe der Geschichte zu erfahren, aber anzumerken ist eben, dass es sich nicht um die üblichen Verdächtigen handelt. Das oft angesprochene Urban Fantasy Schema kommt in diesem Buch nur halb zum Tragen, was es für mich sehr angenehm gemacht hat. Zwar wird der beliebteste Typ der Schule zum Opfer der Protagonistin, doch irgendwie ist es doch mal etwas Neues, wie die Dinge in dieser Geschichte stehen.

Die Protagonistin Kaylee war mir von Anfang an sehr sympathisch. Sie ist kein Naivchen und stellt vieles in Frage, außerdem hat sie Humor, sodass ich das ein oder andere Mal über ihre Aussagen schmunzeln musste. Durch ihre etwas frechere, direkte Art hat sie mich oft an mich selbst erinnert, was natürlich dazu führte, dass ich mich stellenweise mit ihr identifizieren konnte. Erfrischend empfand ich auch die Tatsache, dass ihr Gegenpart Nash nicht die tragende Rolle des Geliebten spielt, der auf irgendeine Art und Weise gefährlich ist, sondern das hier wirklich die Geschichte im Vordergrund steht. Die Liebe entwickelt sich (mit einigen Zweifeln Kaylees) zwar immer noch zu schnell für meinen Geschmack, doch irgendwie hat mich das in diesem Buch nicht allzu sehr gestört. Viele Charaktere, wie beispielsweise die "böse" Cousine Sophie, sind zwar etwas stereotypisch, doch größtenteils hat Vincent hier interessante Figuren erschaffen, die sich ein wenig von der Oberfläche wegbewegen und auch das ein oder andere Mal tiefer tauchen.

Die Idee, die sich hinter der Geschichte verbirgt und die Auflösung des Ganzes empfand ich als originell und auch in gewisser Weise nachdenklich machend, obwohl ich die Lösung schon etwas überzogen fand. Ein Punkt, der mich außerdem immer wieder stört (also nicht nur in dieser Geschichte) ist die Tatsache, dass die Autoren sich oftmals derart abhetzen müssen. Die Geschichte hatte noch nicht einmal angefangen und schon wird dem Leser vor die Füße geworfen, worum es geht. Ich hätte es angenehmer empfunden, wenn sich alles etwas langsamer entwickelt hätte (schließlich ist das Ganze eine Reihe und gerade da kann man sich ja zumindest ein wenig Zeit lassen). Allerdings ist dies auch keine Sache, die das Buch nun durchweg schlecht macht. Es ist störend, ja, aber da ich das Buch eher als Häppchen für zwischendurch ansehe, ist es auch nicht sonderlich schlimm.

Spannung und Humor sind übrigens durchweg zu finden und das macht das Buch auch wieder sympathisch. Es hat mich nicht vom Hocker gehauen, aber das habe ich auch nicht erwartet. Positiv überrascht hat es mich trotzdem auf jeden Fall und ich hatte eine Menge Spaß mit der Geschichte um Kaylee und Nash und dem großen Geheimnis, dass über allen liegt. Die Reihe werde ich daher auf alle Fälle weiter verfolgen und hoffe, dass die folgenden Teile ebenso gut sein werden, wie dieser hier und nicht so überzogen, wie es Teile aus Reihen oft so an sich haben.

 
Mit ganzer Seele hat mich diese Geschichte zu sich gerufen und obwohl anfängliche Skepsis dafür sorgte, dass das Buch länger als geplant in meinem Regal stand, wurde ich positiv überrascht. Hier begegnet man weder den üblichen Verdächtigen, noch einem typischen Urban Fantasy Schema, sodass das Buch eine erfrischende Neutralisierung für das sensible Büchernäschen bietet und für Zwischendurch einfach wunderbar geeignet ist. Eine Geschichte, die Spaß macht, zum Schmunzeln und dann und wann auch (wenn auch nur sehr wenig) zum Nachdenken anregt und sicherlich eine kurzweilige Erholung vom Alltag ist. Kleine Fehlerchen und Schwächen verzeiht man gerne und es wird sicherlich nicht das letzte Mal sein, dass ich Kaylee und Nash über den Weg gelaufen bin.


 


 
Für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares bedanke ich mich bei

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4 Wortmalerei(en)

  1. Hach schön :D Das Buch hier habe ich noch nicht gelesen, allerdings andere Bücher der Autorin auf Englisch (Stray - ich weiß nicht, ob die Reihe schon auf Deutsch übersetzt wurde) und da ging es mir sehr ähnlich. Keine Meisterleistung, aber sehr unterhaltsam, nicht klischeebeladen oder schlecht und einfach schön zu lesen. Das muss ja auch mal sein (:

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    Replies
    1. Ich glaube, die Stray-Reihe wurde noch nicht übersetzt! Ja, genau so ging es mir mit dem Buch.

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  2. Klingt klasse. Eine tolle Rezi!!!
    Das Buch kommt auch auf meine WL :)

    LG
    Lilly

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    Replies
    1. Dankeschön :)
      Hoffe, es gefällt dir!

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Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz. [aus Tintenherz]