[Kleine Buchgedanken] Wie man auf Worten durch die Welt reist. Oder auch: Der Schreibstil macht's.

8:23:00 PM



Was macht eine Geschichte eigentlich so besonders? Wie schafft es ein Buch, den Leser in eine andere Welt zu tragen und dort von Abenteuern so hautnah zu erzählen, dass man sich im Geschehen fühlt? Manchmal weiß man nicht mehr, wo in einem Buch die Fantasie beginnt und die Realität aufhört. Man ist gefangen zwischen den Worten, die kleine Schiffe in eine andere Welt sind und man fühlt sich oftmals nur allzu wohl auf diese kleinen Schiffchen. Ich frage mich oft, was eine Geschichte für mich zu einer guten Geschichte macht und schon vor langer Zeit ist mir aufgefallen, dass direkt nach der Idee, der Schreibstil eine unglaublich wichtige Rolle spielt.
Wenn ein Buch von mir volle Punktzahl bekommt, liegt das zu 60% am Schreibstil. Wenn Worte mich verzaubern können, poetisch und einfühlsam von Begebenheiten erzählen, dann fällt es mir leicht, eine Geschichte zu mögen. Ist eine Geschichte lieblos und langweilig erzählt, kann der Rest absolut originell sein, für mich wird das Buch nur ein kurzweiliges Abenteuer sein, dem viel an Charme und Atmosphäre fehlt. Aber was macht einen Schreibstil eigentlich besonders? Dabei sind für mich einige Aspekte wichtig. Wenn das Buch nicht blumig oder poetisch geschrieben ist, dann ist mir vor allen Dingen wichtig, dass die Umgangssprache nicht so platt, sondern originell umgesetzt ist. Autoren wie John Green, David Levithan und Nina Blazon schaffen so etwas meiner Meinung nach perfekt. Wichtig ist vor allen Dingen, dass der Schreibstil besonders und unersetzbar ist. Ich mag es, wenn Geschichten sich des Schreibstils wegen von anderen Büchern abheben, orginell, leicht, aber auch tiefgründig geschrieben sind. Verschachtelte Sätze und Worte mit doppelten Böden mag ich auch sehr gerne.

Was ist euch am Schreibstil eines Buches wichtig? Spielt er überhaupt eine große Rolle für euch? Welche Art von Schreibstil mögt ihr am liebsten?

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15 Wortmalerei(en)

  1. Ich finde der Schreibstil spielt eine sehr große Rolle. Wenn ich da z.B an die Kane Chroniken denke -.-' Schrecklich! Welche Art von chreibstil ich mag kann ich nicht einmal sagen, aber ich muss sagen, dass da Walter Moers zu meinen Favoriten zählt :)
    Wie bearbeitest du eig. deine Fotos? Also mit welchem Programm? Denn ich würde auch gerne mal so Bilder erstellen xD

    LG Plumi

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    1. Walter Moers finde ich absolut genial als Schrifststeller. Der weiß echt mit Worten umzugehen!

      Ich bearbeite die Bilder meistens mit Photoshop, ein bisschen Paint hier und da und ja :P

      Liebe Grüße,
      Marie

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  2. Der Schreibstil spielt eine riesige Rolle, wenn es darum geht, ob ich ein Buch mag oder nicht! Zu meinen Liebligsautoren zählen J. K. Rowling, Stephenie Meyer und Christopher Paolini. Ich liebe es, wenn man sehr detailiert und schön beschreiben kann, sodass man im Kopf eine richtige Vorstellung von einem Charakter oder von der Umgebung bekommen kann und ein echtes Kopfkino-Erlebnis möglich wird. Außerdem finde ich es toll, wenn auch die Gedanken authentisch vermittelt werden, am liebsten in Ich-Form und in Vergangenheit. Dann kommt es aber auch ganz auf den eigenen Stil des Autors an, entweder er ist magisch und lebendig - oder eben nicht. Das ist das einzige Kriterium, was ich selbst auf dem ersten Moment nicht beurteilen kann und mich dafür erstmal "einlesen" muss. :)

    LG
    Lydia

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    1. Ja, so geht es mir auch. Detailreiche Beschreibungen liebe ich auch und Kopf-Kino ist eh das A und O :)

      Liebe Grüße,
      Marie

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  3. Hey,
    das ist jetzt ein witziger Zufall. Heute Mittag habe ich mir noch Gedanken zum Schreibstil des neuen Hörbuchs gemacht, dass ich gerade angefangen habe.
    Ich finde eine gute Geschichte steht und fällt mit ihrem Schreibstil. Das habe ich gerade bei dem letzten Buch "Station 23 - Meine Erlebnisse und Erfahrungen in der Psychiatrie" mitbekommen. Der Inhalt des Buches war zwar sehr interessant, allerdings war ich zum Schluss richtig froh es endlich durchgelesen zu haben, weil mich der Schreibstil nicht angesprochen hat. Dank diesem Buch weiß ich, dass ich Geschichten, die überwiegend in der Gegenwart geschrieben sind, gar nicht gerne lese.
    Bei meinen Lieblingsautoren ist der Schreibstil eher sekundär. Sie haben mich mehr durch die Handlung ihres Romanes überzeugt. Momentan gehören Frank Schätzing, Sebastian Fitzek und Andreas Eschbach zu meinen Lieblingsautoren.

    liebe Grüße deine Emma

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    1. Haha, das ist cool :) Sehe das auch so, dass der Schreibstil eigentlich das Wichtigste an einer Geschichte ist.

      Liebe Grüße,
      Marie

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  4. Natürlich ist der Schreibstil ungemein wichtig bei einem Buch. Damit steht und fällt die ganze Story. Witzig ist, dass mir von den Büchern, die du oben im Bild eingebaut hast, 3 Stück auch als erstes eingefallen sind, als ich die Post-Überschrift gelesen habe. Wobei ich aber hier schon ganz klar differenziere. Bei Zafón und Funke ist es ja so, dass sich die Geschichten quasi um Worte selbst drehen. Deshalb haben sie schon den Anspruch (denk ich zumindest mal^^), auch poetisch zu schreiben und brauchen einen Stil, der auf ganz besonders ...zauberhafte (? mir fällt kein besseres Wort ein^^) Weise mit Worten umgeht. Blazon dagegen hat keinen so verspielten Stil (was nicht negativ gemeint ist - ich liebe sie ;D ), weil er auch nicht zur Geschichte passt. Fitzeks Schreibstil finde ich total super und würde er anfangen, seine Thriller in einem ähnlich blumigen Stil wie Zafón zu schreiben, wäre ich ganz schnell sehr verwirrt ;D
    Deshalb macht es für mich immer das harmonische Zusammenspiel zwischen Handlung und Schreibstil aus, wenn ich ein Buch so richtig genial finde :)

    Liebste Grüße
    MelMel

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    1. Bei Zafón kommt es darauf an. Um Worte geht es ja nicht in jedem seiner Bücher, von daher finde ich es faszinierend, dass er dennoch immer diese gewisse Magie beibehält. Aber ja, da hast du natürlich recht. Wenn man über ein solches Thema schreibt, muss man es auch authentisch rüberbringen können. Und bei Blazon muss ich dir teilweise widersprechen, denn ich finde schon, dass sie stellenwesie sehr verspielt schreibt. Vor allen Dingen in Faunblut und Ascheherz schreibt sie meiner Meinung nach sehr verschnörkelt. Ansonsten hast du aber recht :) Und ja, auf die Art Buch kommt es natürlich auch an!

      Liebe Grüße,
      Marie

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  5. Der Schreibstil ist für mich eigentlich das A und O. Gefällt mir der nicht, hat es ein Buch total schwer bei mir zu punkten. Mag die Geschichte noch so interessant sein. :-(
    Natürlich gibt es Schreibstile, die ich persönlich nicht ganz so prickelnd finde, dafür aber die Story gut. Doch... hm, wie drück ich das am besten aus... eine "Grundflüssigkeit" sollte er schon haben.

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    1. Sogeht es mir auch. Das ist manchmal echt schade, weil manche Handlungen so toll klingen und dann mit dem Schreibstil quasi zerstört werden.

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  6. Der Schreibstil, yey! Manchmal würde ich ihn sogar noch vor die Idee der Geschichte selbst stellen, zum Beispiel beidem Buch Garden Spells von Sarah Addison Allen. Die Geschichte ist wirklich nicht sehr ausgefallen, aber die Autorin beschreibt alles so unglaublich magisch, aber trotzdem selbstverständlich und real, dass ich das Buch immer wieder und wieder lesen könnte, weil ich es einfach liebe in diese Atmosphäre einzutauchen. Es ist schon witzig, dass du Der Schatten des Windes oben in deiner Collage hast, weil ich es gerade lese und am Anfang überhaupt nicht über die ersten 20 Seiten hinauskam, weil mir der Schreibstil so überhaupt nicht gefiel. Jetzt, zwei Monate später, habe ich nochmal von vorne angefangen und weiß überhaupt nicht, wo mein Problem war... Ich bin einfach hin und weg, vorallem von den verschiedenen Ausdrucksweisen der Charaktere, an denen man sie ganz deutlich unterscheiden kann.
    Zusammenfassend: Der Schreibstil ist bei allem wichtig, nur ein guter Schreibstil kann Atmosphäre, Umgebung, Spannung und ganz spezielle Persönlichkeiten schaffen. Wenn diese Mischung nicht stimmt oder nicht da ist, kann die Handlung noch so interessant sein, man wird sich die ganze Zeit ärgern, dass etwas fehlt und einfach nicht vorankommen... Soviel dazu :)

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    1. Ja, da kommt es immer ganz drauf an :)
      Und Zafón ist einfach ein Meister seines Faches. Witzig, dass er dir erst beim zweiten anlauf gefallen hat :D
      Ich sehe das aber ebenso wie du mit dem Schreibstil :)
      LG

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  7. Also ich finde der Schreibstil macht schon sehr viel aus. Gerade bei den ganzen Jugendbüchern fallen für mich jene Bücher besonders auf, wo man merkt, dass der Autor eine Liebe zum Schreibhandwerk besitzt und einfach mit Worten umgehen kann. Dieses 08/15 "ich schreibe mal eben eine Geschichte, die ähnlich schon 1000 Mal gut angekommen ist + geringstem Aufwand/simpler Wortwahl" geht mir manchmal auf den Kecks (mittlerweile zumindest). Da fehlt einfach das BESONDERE, das ein Buch/eine Gesichte einfach ausmacht und die Charaktere gleichzeitig einzigartig erscheinen lässt. Nina Blazon ist da für mich ein tolles Beispiel. Vor allem mit "Ascheherz" konnte sie mich gefangen nehmen, obwohl die Handlung schon einige Schleicher hat, also sich zunächst langsam vorwärts bewegt - durch den tollen Schreibstil war es für mich trotzdem zu keiner Sekunde langweilig. Was ich besonders mag, sind dann auch gelungene Vergleiche und Metaphern. Hier kann ich z. B. Nizami empfehlen. Ich habe drei Bücher von ihm zu Hause stehen (leider sind sie sehr teuer) und das sind schon kleine Schätze. Mein Tipp: "Die sieben Geschichten der sieben Prinzessinnen". Inhaltlich sagen die sieben Kurzgeschichten einiges aus und schreibtechnisch kann man hier wirklich von Kunst/Handwerk sprechen.

    Liebe Grüße
    Reni

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  8. Hallo!
    hab dich gebloggt!
    www.roxannhill.blogspot.com

    LG
    Roxann

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  9. Ich mags gerne klar und unverschnörkelt, ganz anders als meine Rezensionen ;)
    Ich lese gerade "Ich fürchte mich nicht" von Tahere Mafi und obwohl mir die Geschichte gefällt geht mir Mafis blumige Schreibweise langsam auf den Geist, das nimmt oft die Dynamik aus der Handlung.

    Ich denke der Stil muss zum Buch passen. Ich sehe keinen Sinn darin Horror/Thriller, etc. mit Röschen zu Schmücken aber Romanzen werden dafür wohl auch nie wie Hemingway klingen ;)

    LG, Katarina :)

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Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz. [aus Tintenherz]