|Rezension| "Ich und die Menschen" von Matt Haig

11:43:00 PM



http://www.dtv.de/ http://www.amazon.de/Ich-die-Menschen-Matt-Haig/dp/3423260149/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1399844779&sr=8-1&keywords=ich+und+die+menschen

 Hallo, Mensch. Wie geht es dir?

In einer verregneten Nacht läuft der angesehene Mathematikprofessor Andrew Martin nackt durch die Straßen. Doch was keiner weiß: der Andrew Martin, den viele kannten, ist nicht mehr da - statt seiner befindet sich ein außerirdisches Wesen in seinem Körper. Und dieses Wesen hat eine Mission, denn Andrew Martin hat die Riemansche Vermutung gelöst - eines der wichtigsten mathematischen Probleme der Welt, dessen Lösung maßgeblich zur Entwicklung der Menschheit betragen würde. Mit der Mission alle auszulöschen, die von der Lösung dieser Formel wissen, beginnt der Außerirdische die Menschen zu erforschen - schließlich sind alle Menschen egoistisch und gierig. Doch schon bald merkt er, dass die Welt auch mit Schönheit gesegnet ist - mit Erdnussbutter, Weißwein und Hunde zum Beispiel. Und dass ein Menschenleben vielleicht doch mehr wert ist, als er dachte...

Worte werden oft eindringlicher, wenn man direkt angesprochen wird und so beginnt "Ich und die Menschen" direkt damit, dass der Leser angesprochen - und prompt auch beleidigt wird. Sowieso ist Matt Haigs Schreibstil eine ziemlich interessante Angelenheit, denn diese faszinierende Mischung aus Charme, Humor und Anspruch macht nicht nur Spaß, sondern geht auch das ein oder andere Mal ein wenig tiefer. Haig schafft es philosophierend und humorvoll Bilder zu malen, die sich in den Kopf des Lesers einbrennen und kreiert eine Geschichte, wie sie wärmender nicht sein könnte. Seine geschickt eingewebten Worte unterstreichen die Detailliebe nur noch und machen das Gesamtbild noch eindrucksvoller. Toll erzählt und eindringlich geschrieben!

Es gibt Bücher, die das ganze Denken erfassen. Bücher, die sich im Kopf einnisten; Wort für Wort tiefer unter die Haut gehen und eine solche Wärme und Lebendigkeit verströmen, dass man gerne in sie hineinkriechen würde, um zwischen den Buchstaben zu leben. Es sind kluge Bücher, voller Lebensweisheiten, voller Detailreichtum, Liebe und Charme - es sind Bücher, die einen bereichern können. "Ich und die Menschen" ist eines davon, denn diese verspielte und humorvolle Geschichte bietet nicht nur feinste Unterhaltung, sondern auch eine Parade an Gefühlen, Gedanken und Herz. Ja, diese Geschichte steckt voller Herzblut, Leidenschaft und Köpfchen und erzählt von den Menschen aus der Perspektive eines Aliens. Dass dieses Alien dabei viel positiver denkt, als die Menschheit tatsächlich ist, macht reichlich wenig aus, denn genau diese Tatsache macht die Geschichte so gefühlvoll und warmherzig. Wenn man jeden Tag Grausamkeiten und Hass in den Nachrichten sieht, tun solche Worte wahre Wunder und führen einem die wahren Stärken der Menschen vor Augen und, ja, ermuntern den Leser beinahe schon, intensiver und bewusster zu leben und vor allen Dingen zu schätzen, was man hat.


Dabei legt das Buch einen solchen Humor an den Tag, dass man beinahe auf jeder Seite schmunzeln muss, wenn man Alien-Andrew dabei beobachtet, wie er die Welt erkundet und all die Dinge, die die Menschheit ausmacht. Er untersucht essenzielle und selbstverständliche Elemente unseres Lebens, erfindet sich neu in Musik, Dichtung - und sogar in Erdnussbutter. Es ist herrlich witzig und unglaublich faszinierend Alien-Andrew auf seiner Reise durch die Menschheit zu begleiten und seine Entwicklung zu beobachten - gleichzeitig durchlebt man nämlich gemeinsam mit ihm auch eine kleine Veränderung und beginnt die Dinge anders zu sehen, was eine ziemlich interessante Sache ist. So ist der Protagonist definitiv ein Sympathieträger (auch wenn das der wahre Andrew sicherlich nicht gewesen wäre), denn mit seiner kindlichen Naivität und der Unkenntnis über viele menschliche Dinge, die er nun einmal eben hat, begibt er sich in einige ulkige Situationen und verzaubert den Leser auf Anhieb. Seine anfangs etwas beleidigende Position den Menschen gegenüber ändert überhaupt nichts daran - ganz im Gegenteil.


Besonders rührend und schön ist dabei seine Beziehung zu den Menschen, gerade auch zu bestimmten Figuren im Buch. Schließlich hat der "wahre" Andrew eine Frau und einen Sohn, die er ziemlich vernachlässigt hat und die Alien-Andrew prinzipiell auslöschen soll. Die Annäherung an ebendiese ist gerade deswegen besonders faszinierend und serviert dem Leser eine Gefühlsachterbahn vom Feinsten - inklusive Herzschmerz, Humor und Wärme. Die Geschichte bietet tatsächlich eine riesige Gefühlspalette, dessen verschiedene Nuancen Matt Haig stetig auf einer riesigen Leinwand verteilt und vermischt, sodass am Ende ein wirklich rührendes und herzerwärmendes Werk daraus entsteht - eine Geschichte, wie sie verrückter, skurriler und schöner nicht sein könnte. Von Anfang bis Ende war sie spannend, witzig und klug erzählt und hat mich einige Post-Its [siehe Bild] und gehobene Mundwinkel gekostet. Wer auf der Suche nach der etwas anderen Alieninvasion ist und eine tiefgründige Geschichte über die Menschen und deren Leben lesen möchte, sollte definitiv mal einen Blick in "Ich und die Menschen" werfen.

Diese Hommage ans Menschsein und an all den Sinn und Unsinn im Leben des Menschen hat mich wirklich tief berühren können. Der Blick von Außerhalb auf unseren Planeten war nicht nur unglaublich lustig, sondern regt auch viel zum Nachdenken und Wertschätzen an, wobei diese Geschichte unzählig viele Facetten hat und nicht nur von dem Sinn des Lebens erzählt, sondern auch die vielen Kleinigkeiten beleuchtet, die das Leben letztendlich ausmachen. Mit sympathischen und vielschichtigen Figuren, viel Humor und Charme begleiten wird den wunderbaren Protagonisten auf seiner Entdeckungs- und Erkenntnistour einmal quer durch das Leben. Viele Alltagsprobleme werden dabei angesprochen und gekonnt in die Geschichte eingeflochten, sodass am Ende ein wirklich ganz großes und schönes Buch dabei herauskommt, dass ich jedem ans Herz legen möchte, der das Leben gerne zu ergründen versucht und witzige, skurrile und warmherzige Geschichten mag.



Matt Haig wurde 1975 in Sheffield, England, geboren. Er wuchs in Nottinghamshire auf, eine zeitlang lebte er abwechselnd in Spanien und England. Als Journalist schreibt er für renommierte Zeitschriften und Zeitungen wie The Guardian, The Sunday Times, The Independent. Im Jahre 2004 erschien dann sein erster Roman »Für immer, euer Prince«, das dort zu einem Bestseller avancierte. Mittlerweile hat Haig mehrere Romane sowie Kinderbücher veröffentlicht. Der Autor lebt in Leeds. [via lovelybooks]

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6 Wortmalerei(en)

  1. Mir gefällt der Klappentext total und ich werde mir das Buch mal genauer angucken :)
    Liebst, Emme♥

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  2. Mir hat das Buch auch super gut gefallen! Sehr schön, die ganzen Post-Its im Buch! :D

    LG, WortGestalt

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  3. Hallo,

    oh wow. Das Buch muss ich wohl auch unbedingt mal lesen! Ich liebe Bücher, bei denen man auch noch etwas über sich bzw. über die Welt dazu lernt. (:

    Liebe Grüße ♥

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  4. Hey :)

    Eine wunderschöne Rezension!
    Ich selbst kann dir nur zustimmen, deine Rezension spiegelt genau meine Begeisterung und meine Eindrücke von diesem Wunderbaren Buch wieder, so schön fasst du das alles zusammen.
    Tolle Rezi, weiter so :)

    Liebe Grüße
    Kücki ♥

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  5. Danke für die tolle Rezension! Endlich mal wieder ein Buch was interessant klingt... Ich denke, ich werde es mir bald zulegen, solche Bücher finde ich ab und zu wirklich toll!

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  6. Eine wahrhaft wundervolle Rezension. Wie auch dieses Buch. Ok, ich habe es als Hörbuch inhaliert. Mit der Stimme von Christoph Maria Herbst.Herrlich.Reiner Zufall. Habe nach einem Hörbuch mit ausreichender Länge und einem moderaten Preis (Audible) gesucht. Und ich bin immer noch der Meinung, Bücher und Musik finden einen. Nicht umgekehrt.Und ich bin verdammt froh,das mich dieses Buch gefunden hat!! Etwas zu spät.Aber wer weiß.Ich musste vor lauter Selbsterkenntnis nicht nur einmal schlucken. Dieses Buch hält einem gnadenlos einen Spiegel vor,in den man nie zu blicken gewagt hat.Empfehlenswert? Nein! Pflicht!

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Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz. [aus Tintenherz]

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