|Kleine Buchgedanken| Der Blick über den Bücherrand

3:16:00 PM

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Ich zumindest. Und faul bin ich auch. Sagen wir einfach mal, in mir vereinen sich viele der schlechten Eigenschaften, die ein Mensch zu bieten hat, aber manchmal, in ganz wenigen Augenblicken, gibt es Ausnahmen. Und die bestätigen ja bekanntlich die Regeln. Dann mache ich plötzlich etwas, was mich verwundert, stutzig macht, ja, innehalten lässt und dazu führt, dass ich mich und meine Gewohnheiten mal etwas genauer unter die Lupe nehme und in Frage stelle. Gerade letztens gab es einen solchen Moment, in dem ich über meine Lesegewohnheiten nachgedacht und gemerkt habe, wie viele Genres ich eigentlich verschmähe bzw. gar nicht anrühre. Schaut man sich mein - ziemlich überfülltes - Bücherregal einmal genauer an, wird man feststellen, dass sich größtenteils Jugendbücher darin tummeln, aber in letzter Zeit habe ich auf solche eigentlich gar keine Lust mehr. Vielmehr zieht es mich zu richtigen Schmökerromanen, meinetwegen sogar Chick-Lit und das aus heiterem Himmel. Ich möchte Familiengeschichten erkunden, alte Häuser am Meer, Frauen, die in Cafés arbeiten und eine kleine große Liebe erleben - kurz gesagt, ein wenig Alltagsmagie. 

Vielleicht muss man manchmal diesen Blick über den Bücherrand wagen und etwas neues erkunden. Vielleicht sogar etwas, das man eigentlich nicht glaubte, zu mögen, denn vielleicht könnte man überrascht werden, so wie ich kürzlich von "Das Leben ist (k)ein Ponyhof" und "Die Mitternachtsrose" - zwei Bücher, die mich alles um mich herum haben vergessen lassen und mir einen Blick in zwei ganz verschiedene Welten gegeben haben, in denen ich mich sofort wohl gefühlt habe. Vielleicht sollte man ein kleines Experiment daraus machen und jeden Monat ein Buch aus einem Genre lesen, mit dem sonst eigentlich gar nichts zu tun hat/haben will und ich glaube, genau das werde ich in nächster Zeit ausprobieren, denn ich kann mir vorstellen, dass mich da so einige Schätze erwarten könnten, wenn ich nur einmal mehr über meinen Bücherrand blicke und auch die Bücher beobachte, die sonst in meinem Blickfeld unscharf waren.

Welches Genre rührt ihr so gut wie nie an und warum eigentlich? Welches Buch hat euch von einem Genre, das ihr eigentlich nie mochtet, schon einmal überzeugen können?

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32 Wortmalerei(en)

  1. Was ich dir so in Richtung Lucinda Riley noch sehr empfehlen kann sind die Bücher von Corina Bomann, v.a. "Die Schmetterlingsinsel" und "Der Mondscheingarten". Die sind auch alle mit Familiengeheimnis und exotischen Schauplätzen, ich mag ihre Bücher total!

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    1. Dann ist es ja ein witziger Zufall, dass ich mir u.a. "Die Schmetterlingsinsel" gestern bei reBuy gekauft habe - für 0,99€, da kam ich nicht vorbei :D Bin mal sehr gespannt, ob mir das auch zusagt. Sowieso habe ich jetzt wahnsinnige Lust in den Genres zu experimentieren! Danke für deine Tipps :)

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    2. SEHR gute Entscheidung! Dann bin ich auch mal sehr gespannt auf deine Meinung. Ich lese ja auch schwerpunktmäßig Fantasy & Jugendbuch, aber durch Mutter und Tante kriege ich so viele Empfehlungen aus anderen Genres, die ich dann lese, dass meine Leseverhalten unter dem Strich doch ziemlich querbeet ist. :)

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    3. Na endlich mal :)

      Das glaube ich. Von meiner Mama bekomme ich öfter mal Thrillerempfehlungen, die ich dann auch lese, aber in die Chick-Lit-Familienepos-Richtung bin ich nie gegangen!

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  2. In Richtung Familiengeheimnis könnte ich dir noch "Der verborgende Garten" von Kate Morton empfehlen, das mir richtig gut gefallen hat! :)

    Letztes Jahr habe ich auch mal über den Bücherrand hinausgewagt und durch die Rush of Love Reihe auf das Contemporary Genre aufmerksam geworden und lese es seitdem sehr gerne! Mich sprechen keine Biografien an und auch Jugendbücher ohne Fantasyelemente wie z.B "Linna singt" lese ich weniger gerne. Da fehlt mir immer irgendetwas :/

    Liebe Grüße
    Chianti

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    1. Haha, wie gut einfach nur. Das Buch von Kate Morton habe ich ebenfalls gestern bei ReBuy bestellt :) Dann freue ich mich da jetzt schon richtig drauf - danke für deinen Tipp!

      Biographien finde ich auch etwas schwierig, aber einige sprechen mich trotzdem an - die von Romy Schneider zum Beispiel. ich finde sie einfach als Frau so interessant, dass ich es haben musste. Jugendbücher ohne Fantasy können auch richtig toll sein :) Hast du Linna singt gelesen?

      Liebste Grüße,
      Marie

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  3. Krimi und Thriller rühre ich garnicht an. Mir gefallen die Geschichten nicht. Ich mag lieber Liebesromanzen. Seit kurzem lese ich auch Fantasy. Daughter of Smoke and Bone konnte mich vom Genre überzeugen.

    LG Sara

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    1. Einige Thriller finde ich ganz toll, Krimis auch eher weniger. Daughter of Smoke & Bone war aber auch wirklich ein grandioses Buch :)

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  4. Ich glaub wir beide haben exakt zur gleichen Zeit dieses Problem gehabt. Plötzlich hatte ich auch so ein Moment wo ich mir dachte "Kann ich nur noch Jugendbücher lesen, oder gibt es dann noch mehr" und habe dann förmlich Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes verschlungen. Das hat mir echt gut getan, weil mir davor Jugendbücher einfach nicht mehr gefallen haben, aber die Abwechslung dafür gesorgt hat, das ich jetzt wieder mich einem richtigen freudigen Elan an diese Bücher rangehen. Also ja, über den Tellerrand zu schauen sollte man unbedingt machen und ich möchte jetzt auch wie du einmal monatlich ein fremdes Genre wagen. Wobei bei Krimis und Thrillern tue ich mich noch schwer. Es gibt zwar dieses Untergenre von Thrillern, wo es um Serienmörder geht, die ich echt gerne mag, aber sonst reizt mich da eher wenig was.

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    1. Oh ja, da hast du vollkommen recht. Irgendwie ist in Jugendbüchern inzwischen alles immer gleich und ich habe das Gefühl, ich drehe mich im Kreis. Kann gut sein, dass ich danach wieder mehr Lust drauf habe aber im Moment möchte ich einfach mal etwas anderes austesten und andere Schemata kennenlernen :D

      Das Serienmörder-Thriller-Genre mag ich auch gerne, ansonsten bin ich da aber auch skeptisch! Man könnte fast ne Challenge aus dem monatlichen Genrewagnis machen, wäre mal ganz interessant :)

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  5. Genau den selben Gedanken hatte ich vor kurzem auch! Warum eigentlich immer nur das selbe? Und nicht mal etwas neues ausprobieren? Deshalb habe ich mich gleich mal ein meinen ersten Thriller gesetzt. Obwohl es nur ein Jugendthriller war, war es für mich Angsthase perfekt diese neue Erfahrung zu machen, und ich will es auf jeden Fall wieder tun!
    Und warum nicht auch mal einen Blick in das Bücherregal von Mama werfen?
    Ich jedenfalls werde es so machen wie du: Einfach mal in die unterschiedlichsten Genre schnuppern, auch wenn ich von den Jugend-/ Fantasygeschichten nicht die Finger lassen kann:)

    Liebe Grüße:)
    Leonie

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    1. Genau, warum immer dasselbe? :) Schön, dass man hier Gleichgesinnte treffen kann. Oh,mein erster Thriller war auch sehr toll. Wenn du mal Lust auf einen Thriller ohne Jugend hast, dann lies die Reihe von Cody McFadyen. "Die Blutlinie" ist der erste Teil und die Reihe ist so mega gut geschrieben - wirklich toll!

      Von Jugendbüchern werde ich auch nicht loskommen, aber letztendlich ist es doch immer toll, auch mal etwas anderes auszuprobieren!

      LIebste Grüße,
      Marie

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  6. Ich habe bis damals überhaupt kein Fantasy gelesen, bis ich damals durch den Film, auf Chroniken der Unterwelt gestoßen bin und ich bin echt froh diese Reihe angefangen zu haben. Ich glaube ich hätte echt wwas verpasst, wenn ich mich nicht dazu durchgerungen hätte die zu lesen :D

    P.S. Dein Blog gefällt mir unglaublich gut.

    Liebe Grüße
    Jacqueline

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    1. Die Chroniken der Unterwelt haben mich auch total mitgerissen damals :) Toll, dass ein Buch einen so überzeugen kann, dass man auch mal andere Genres liest!

      P.s.: Danke dir!! :) Das freut mich sehr <3

      Liebste Grüße,
      Marie

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  7. Mir gehts wie dir, aber deine Rezi zu "Die Mitternachtsrose" hat mich schon heiß auf das Buch gemacht. xD

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  8. Hallo :)

    Dein Text hat mich ins Grübeln gebracht, doch für mich war relativ schnell klar: Ich lese schon sehr verschiedene Genres. Natürlich habe auch ich meine Lieblinge, aber ich habe definitiv aus vielen verschiedenen Genres Bücher im Regal stehen bzw. gelesen. Nur aus der Erotikliteratur-Sparte habe ich noch nichts gelesen, es reizt mich einfach nicht so sehr. Vielleicht sollte ich dem Genre dennoch eine Chance geben? Mal sehen.

    Liebe Grüße,
    Fraencis

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    1. Bei Erotik bin ich auch immer zurückhaltend - New Adult geht ja noch halbwegs, obwohl ich sagen muss, dass ich da langsam auch die Geduld verliere, aber Erotik... hm, würde ich, glaube ich, so bewusst auch nicht lesen. Aber vielleicht gibt es ja in ein paar Jahren noch so einen Post, in dem ich feststelle, wie toll Erotik ist?;)

      Liebste Grüße,
      Marie

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  9. Ich kann dir nur immer wieder "Die Liebenden von Leningrad" empfehlen!!! Es ist kein Jugendbuch, aber es wird dich umhauen ...!

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    1. Im Regal habe ich es jedenfalls schon :)

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    2. Sehr gut! Spar es dir für die kalte Jahreszeit auf. ;-)

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  10. Tolle Gedanken und so ehrlich. Vielen Dank dafür! Ich springe in den Genres auch hin und her, aber wenn ich mein Buchregal betrachte, herrschen dort die Thriller. "Das Leben ist (k)ein Ponyhof" hat mich auch sehr begeistern können.
    GLG und sonnige Pfingsten

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    1. Gerne, freut mich, dass er gefällt :)

      "Das Leben ist (k)ein Ponyhof" war aber auch wirklich genial. Momentan lese ich "Für jede Lösung ein Problem" von Kerstin Gier - sehr witzig bisher!

      Liebste Grüße & ein tolles WE :)

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  11. Hmm, du machst mich gerade echt nachdenklich.
    Ich lese auch nur Jugendbücher, aber hier und da verstecken sich bei mir auch "Erwachsene" Liebesgeschichten, wie ein ganzes halbes Jahr und Kirschroter Sommer. Ersteres habe ich noch nicht gelesen, aber ich bin gerade auch nicht wirklich in dieser traurigen Stimmung, da das Buch echt traurig sein soll. Ich denke ja, dass da jemand stirbt, aber mal sehen ^-^ Kirschroter Sommer fand ich end süß und hat mir wirklich gut gefallen, vielleicht sollte ich in dem Genre mal mehr schnuppern :D Historische Bücher kann ich nicht oft lesen, weil mir der Schreibstil immer sehr ungewohnt ist und ich dann Probleme habe mich in die Zeit hineinzuversetzten. Der Hauptgrund wieso ich eigentlich nur Jugendbücher lese, ist, dass ich nicht so mit Erwachsenen in Büchern umgehen kann. Mir ist das fremd, weil ich selber ja noch ein Teenie bin und mich auch nicht wirklich mit dem Erwachsenen da sein konfrontieren möchte. Und nur so pure, tiefgründige Liebesgeschichten in Jugendbücher kann ich auch nicht die ganze Zeit hintereinander lesen. Ich brauche immer wieder mal was ganz leichtes, worüber man nicht so viel nachdenken muss, sondern einfach nur liest und fertig :D

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    1. Ich bin selbst (leider) kein Teenie mehr, habe aber lange so gedacht wie du - nur jetzt bin ich 21 und habe das Gefühl auch mal etwas anderes sehen/lesen zu müssen und das tut mir irgendwie total gut, weil ich so auch wieder mehr für Jugendbücher übrig habe :) Ist daher ein schöner Ausgleich, aber ich weiß genau, was du meinst. Ich brauch auch zwischendurch leichte Lektüre!

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  12. Darüber hab ich in den letzten Monaten auch immer wieder nachgedacht. Ich arbeite grad daran, meinen SuB abzubauen und bemühe mich dementsprechend, wenige Bücher zu kaufen = kein frischer Wind ^^ Und ich hab einfach gemerkt, dass erschreckend viele meiner lagernden Bücher sich wirklich ähneln. Ich sag nur "Dystopie" - ich hab das Gefühl, ich könnte die nächsten 5 Jahre keine mehr lesen dank einem kleinen Overkill!

    Ich merke auch immer mehr, was waschechte/s Contemporary oder auch Bücher ganz abseits der Jugendliteratur für Vorzüge hat. Wenn ich das ungelesene Buchmonster besiegt habe, werde ich definitiv bewusster und aufgeschlossener darauf achten, was für Bücher ich mir kaufe!

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    1. Haha, einen Dystopie Overkill hatte ich auch, da brauche ich gerade auch erst einmal ne Pause :D

      Bin mal gespannt, was dann so in deinem Regal landet :)

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  13. Haha, du verrücktes Huhn :D Aber es freut mich, dass dann quasi das "Strafbuch" von Kerstin Gier genau zur rechten Zeit kam, denn es passt ja dann voll in dein neu entdecktes Beuteschema ^^

    Ich rühre historische Bücher nicht an, einfach weil ich da im Hinterkopf "mittelalterliche Pornoschnulze" als Stichwort abgespeichert hat *hust* Bzw. bei so Büchern wie denen von Ken Follett stelle ich mir immer vor, wie der Staub nur so aus den Seiten quillt, wenn man das Buch öffnet, so trocken müssen die sein. Jaaaaa das sind verdammt klischeehafte Vorstellungen. Und ich will zumindest irgendwann mal Rebecca Gablé lesen, um mich vom Gegenteil überzeugen zu lassen :)

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    1. Es kam wirklich zur richtigen Zeit und hat mir gut gefallen :) Sehr witzig, aber auch warmherzig und schön!

      Historische Bücher habe ich auch nur wenig angerührt, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich es mal austesten sollte :D Ken Follett zum Beispiel auch!

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  14. Hey,

    ich kann dich gut verstehen, denn mir ist es gerade vor Kurzem genau so gegangen. Prinzipiell bin ich eigentlich eine Querleserin und dennoch gibt es das ein oder andere Buch oder AutorIn, die ich von vorneherein ausschließe. Wo ich mir schon direkt sicher bin, dass das nicht mein Geschmack ist, weswegen ich es nicht lesen möchte. So ging es mir u.a. mit Nicholas Sparks. Nun habe ich mich endlich an ihn rangewagt und bin mehr als begeistert!! Ich hoffe, du wirst auch so positive Erlebnisse mit deinen Erkundingen haben :)
    "Die Müttermafia" ist auf jeden Fall richtig lustig. Eins der Bücher, die ich bisher am meisten verschenkt habe. Viel Spaß beim Kugelrund lachen ;)

    LG Nanni

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    1. Habe ich bisher auf jeden Fall :) Gerade auch Sparks lese ich dann und wann gerne mal, auch wenn ich seinen Stil nicht unbedingt allzu gerne mag. Auf "Die Mütter Mafia" freue ich mich auch schon richtig <3 :)

      Liebste Grüße,
      Marie

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  15. Hallo Marie,
    auch wenn der Post schon etwas älter ist, möchte ich mich auch zu Wort melden. :-) Ich finde ihn super und du sprichst mir aus der Seele - nur ist es bei mir genau umgekehrt: ich lese vor allem historische Romane und "Familiengeheimnisromane" - nur mittlerweile kann mich kaum einer noch so richtig fesseln, und ich habe ein wenig die Lust dran verloren. Dystopien interessieren mich eher mäßig - aber vielleicht sollte ich hier doch mal eine versuchen? Ich hatte schon mal an "Die Verratenen" von U. Poznanski gedacht - die Autorin kenne ich schon von anderen Büchern und ihr Schreibstil hat mir gefallen. Fantasy gefällt mir so gut wie gar nicht - wenn es mal ein bisschen mystisch ist - okay, aber bitte keine Orks und andere Gestalten. :-D Und wenn ich es mal versucht habe, war ich nur mäßig begeistert (Ralf Isau, Michael Scott, Cornelia Funke ...).
    Aber dein Artikel hat mir den Anstoß gegeben, auch mal über meinen Tellerrand zu schauen - und vielleicht sollte ich es einfach tun.
    Liebe Grüße Sabine

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Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz. [aus Tintenherz]