Rezension | "Die Königsmörder-Chronik:
Erster Tag - Der Name des Windes"
von Patrick Rothfuss

12:42:00 PM

| Hobbit Presse - Klett-Cotta | Hardcover | 863 Seiten | €24,95 | Amazon |
»Vielleicht habt ihr von mir gehört« ... von Kvothe, dem für die Magie begabten Sohn fahrender Spielleute. Das Lager seiner Truppe findet er verwüstet, die Mutter und den Vater tot - »sie haben einfach die falschen Lieder gesungen«. Wer aber sind diese Chandrian, die weißglänzenden, schleichenden Mörder seiner Familie? Um ihnen auf die Spur zu kommen, riskiert Kvothe alles. Er lebt als Straßenjunge in der Hafenstadt Tarbean, bis er auf das Arkanum, die Universität für hohe Magie aufgenommen wird. Vom Namenszauber, der ihn als Kind fast das Leben gekostet hätte, erhofft sich Kvothe die Macht, das Geheimnis der sagenumwobenen Dämonen aufzudecken. 



Manche Autoren können Worte wahr werden lassen. Sie malen Sprachbilder an die Wände der Gedanken des Lesers und transportieren ihn - ohne dass er es wirklick merkt - in die Welt des Buches. Und Patrick Rothfuss ist ein Meister seines Faches, denn mit einem stimmigen und authentischen Erzählstil entführt er den Leser in die Geschichte von Kvothe und schafft es nicht nur das, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann, sondern auch, dass man sich als Teil dieser Geschichte fühlt. Man sitzt mit dem Geschichtenerzähler selbst und dem Chronisten im Wirtshaus und glaubt, nur die Hand ausstrecken zu müssen, um all das berühren zu können. Diese unheimlich dichte Atmosphäre verwoben mit der Rahmen- und Binnenhandlung (die in diesem Fall tatsächlich beide interessant sind!) machen "Der Name des Windes" zu einem absoluten Lese-Muss für High Fantasy Fans und wirken noch eine ganze Weile nach, sodass man sich dem Sog dieser Geschichte nicht entziehen kann.

Besonders bemerkenswert ist dabei die Tatsache, dass das Geschehen der Geschichte keinesfalls als nervenaufreibende Spannung beschrieben werden kann - es ist vielmehr eine Lebensgeschichte, die rückblickend erzählt wird und noch in die Gegenwart hineinspielt. Die Kombination aus dem flüssig lesbaren Schreibstil, der dichten Atmosphäre und den Erlebnissen von Kvothe haben dennoch ihre Wirkung - irgendwie muss man wissen, was geschieht, was Kvothe weiterhin erlebt und wie er zu dem Mann wurde, der diese Geschichte erzählt. Es ist beinahe unumgänglich, dass man weiterblättert und immer weiter und schließlich mit tausenden Fragen ohne Antworten zurückgelassen wird, wenn das Buch endet. In dem Fall kann ich nur empfehlen den nächsten Band direkt Griffbereit zu haben, denn man möchte unbedingt weiterlesen, wenn man "Der Name des Windes" beendet hat.



Das hat unter anderem auch damit zu tun, dass man die Figuren ins Herz schließt und anfängt, sich in der Geschichte heimisch zu fühlen. Es ist ein bisschen, wie nach Hause kommen, wenn man die Seiten aufschlägt und sich in der Bibliothek oder im Wirtshaus wiederfindet und das liegt auch an den Charakteren - allen voran natürlich an dem Protagonisten Kvothe, der nicht nur viele Namen, sondern auch viele Facetten sein Eigen nennen kann und definitiv nicht der typische Held eines Fantasyepos ist. Der Leser lernt ihn als kleinen Jungen kennen und begleitet ihn dann bis hin zu einem selbstbewussten jungen Mann, wobei man ganz deutlich seine Entwicklung mitverfolgen kann, die nie so läuft, wie man es sich für ihn wünschen würde, aber irgendwie doch im Endeffekt gut geht. Einziger Kritikpunkt an dieser Stelle (und das ist wirklich der Einzige!): Die ständige Wiederholung der Worte (im Wortlaut!) "Wenn ihr nicht wisst, wie das ist, dann werdet ihr es nicht verstehen können." Kvothe sagt das so oft, dass ich irgendwann schon leicht genervt davon war, aber das ist nur ein ganz kleiner Kritikpunkt, der nichts an der großartigen Geschichte ändert.

Neben Kvothe überzeugen aber auch die vielen anderen Charaktere, Wesen, Geschehnisse und natürlich der komplexe Weltentwurf, der viel zu entdecken bietet. Es geschieht so viel, obwohl so wenig passiert - ein Widerspruch, aber ein wahrer, denn irgendwie liest sich "Der Name des Windes" wie ein langer Prolog, eine Einleitung in eine Geschichte, die erst noch beginnen muss und so wie ich das Ende verstanden habe, scheint daran auch etwas dran zu sein. Eine Grundlage für ein spannendes und 'heimisches' Buch wurden mit "Der Name des Windes" jedenfalls erschaffen, denn ich möchte eigentlich nur noch eins: Es mir wieder mit Kvothe und den anderen in dem Wirtshaus "Zum Wegstein" gemütlich machen und der Geschichte lauschen, um endlich zu erfahren, wie es weitergeht.


Mit "Der Name des Windes" erzählt Patrick Rothfuss eine Geschichte, die sich fast gänzlich unauffällig ins Leserherz schleicht. Man bemerkt gar nicht, wie sehr man von den Worten und Bildern des Buches gefesselt ist, bis man es zuschlägt und es eigentlich am liebsten sofort wieder aufschlagen würde. Eine dichte Atmosphäre und ein stimmiger wie authentischer Erzählstil, sowie sympathische Figuren und eine spürbare Herzenswärme machen "Der Name des Windes" zu einer Geschichte, die man so schnell nicht vergessen wird und die definitiv ein Muss für jeden High Fantasy Fan ist. Und selbst wenn die Geschichte nicht auf nervenaufreibende Spannung ausgelegt ist, so kann man das Buch dennoch kaum aus der Hand legen, muss immer wissen, was als nächstes geschieht und glaubt manchmal selbst im Wirtshaus zu sitzen und in dieser faszinierenden Welt zu stecken.  Unbedingt lesen!

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16 Wortmalerei(en)

  1. Hach, ich muss das Buch unbedingt haben. Und deine Bewertung bringt mich nur dazu, es JETZT SOFORT zu kaufen. ^,^ <3

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    1. <3 Ich bin mir sicher, du wirst es auch lieben! :)

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  2. Mich freut es immer, wenn ich andere Rezensionen finde, die das Buch loben :) Ich mochte die Bücher auch so unglaublich gerne. Selten, das man was Schlechtes darüber hört. Find ich gut, dass Rothfuss jetzt auch immer mehr gelesen wird.

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  3. Huhu :)

    Oh man, deine Rezension verleitet mich gerade dazu, dass Buch nun endlich zu bestellen.
    Schon länger Kreise ich nun schon im die englische Ausgabe dieses "High Fantasy Klassikers" rum, aber bin noch nicht dazu gekommen, es zu bestellen.
    Irgendwas hält mich ein bisschen davon ab, obwohl Rezensionen wie deine mich davon überzeugen wollen, es doch noch zu kaufen.
    Naja, Patrick Rothfuss kommt ja meiner Meinung nach zur Buchmesse, oder? Ich glaube, dann spätestens muss ich mal einen Blick in dieses Buch geworfen haben.
    Wirkliche eine schöne Rezension, ich finde es immer bewunderswert, wie schön du dich ausdrücken kannst. :)

    Liebe Grüße
    Kücki ♥

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    1. Danke dir, meine Liebe :) Du musst das Buch wirklich lesen, ich weiß ja, dass du auch gerne High Fantasy liest und das passt echt super rein! Ich bin mir sicher, dir wird es gefallen!

      Und ja stimmt, Rothfuss ist auf der LBM - da musst du mir mal ein Autogramm von ihm abluchsen *_* ;)

      Liebste Grüße,
      Marie

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  4. Aaaaah *---* Wo ist meine Wunschliste?
    Das Buch klingt wirklich fantastisch :)
    Danke für die fantastische Rezension & wie immer für deine zauberhaften Fotografien.
    Alles Liebe,
    Jasi ♥

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    1. Hihi, immer wieder gerne - und dir liebsten Dank für deine lieben Kommentare <3 Ich freue mich immer wieder drüber!

      Liebste Grüße,
      Marie

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  5. Eigentlich wollte ich mir in nächster Zeit keine neuen Bücher mehr kaufen, aber jetzt muss ich es doch bald tun. ..oder wenigstens das Buch auf meine Wunschliste setzen*-*
    Die Rezension ist echt super!♥
    Liebe Grüße,
    Kerstin♥

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    1. Huhu Kerstin,

      oh ja, das musst du wirklich, denn das Buch ist klasse :)

      Liebste Grüße,
      Marie

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  6. Du kleiner Wort - Jongleur <3
    (Mehr Lob gibt´s zu deiner eigenen Sicherheit lieber nicht von mir ^^)

    Tilly hats gelesen & war auch hin und weg. Wusstest du, dass er mit seinem neuen Titel auf der LBM rumgeistern wird?

    *drück*

    ~ Jack

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    1. Mehr braucht es auch nicht, um mich glücklich zu machen :*

      Ja, habe ich schon bei euch auf der FB-Seite entdeckt! Schade, dass ich nicht auf der LBM rumgeistern werde ;(

      Fühl dich geknuddelt!

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  7. Freut mich, dass es dich auch so begeistern konnte. Ich habe auch schon Tag 2 gelesen - beide Bände - und freue mich umso mehr auf die Novelle um Auri, die nun kommende Tage erscheint. Kvoths Geschichte finde ich einfach wahnsinnig spannend und ich liebe auch das, was er an der Universität lernt. Hach. Ich könnte schwärmen, schwärmen, schwärmen. Bisher habe ich noch gar nichts über die Bücher gebloggt. Sollte ich mal tun. ^_^ Wirst du denn Band 2 auch bald lesen?

    Liebe Grüße
    Sarah

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    1. Und: Ich liebe, liebe, liebe jeweils das erste und das letzte Kapitel. Es hat immer die selbe Überschrift und es ist so hervorragend geschrieben. Jedes. Mal.

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    2. Band 2 werde ich auf jeden Fall lesen und auch Auris Geschichte interessiert mich inzwischen total. Bin wahnsinnig gespannt darauf und freue mich, dass es noch nicht vorbei ist.

      Jaaa, ich mag das auch gerne, wenn die Prolog und Epilog so einen Rahmen bilden und so grandios geschrieben sind! Richtig toll!

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  8. Wow, ich habe total verpasst, dass Patrick Rothfuss auf der LBM ist! OMG! Vor Jahren wollte er einmal nach Deutschland kommen und hat dann kurz vorher wieder abgesagt. Schon 2008 hatte ich "Der Name des Windes" gelesen und war total in Kvothe und seine Welt verliebt. Leider schreibt Herr Rothfuss so lange. Aber dafür lohnt es sich, auch "Die Furcht des Weisen" hatte mich von den Socken gehauen. Es freut mich, dass es dir auch so gut gefallen hat und ganz nah an der Höchstwertung gekratzt hat.

    So dann bin ich mal spontan meinen Besuch der Buchmesse plann ;P Das kann ich mir nicht entgehen lassen!

    Liebe Grüße,
    Tina

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  9. Hi!
    Auf meinem Blog erscheint am Sonntagabend/Montagmorgen auch ein Beitrag zu dem Buch. Am Ende des Artikels füge ich Links zu anderen Blogs, wie Deinem ;-) hinzu, die das Buch auch bereits gelesen haben. Wenn Du nicht einverstanden bist oder das doof findest, schick mir doch bitte einfach eine kurze Nachricht.
    Viele Grüße

    Kati @Zeit zu Lesen
    http://zeitzulesen.blogspot.de/

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Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz. [aus Tintenherz]

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