Kleine Buchgedanken | Kopfkino mit Mama

2:25:00 PM

Wisst ihr eigentlich noch, welches Buch ihr als erstes in euren kleinen Fingern gehalten und durchgeblättert habt? Ihr konntet vielleicht die Buchstaben noch nicht entziffern, aber irgendwie hatte dieses Ding mit den vielen Seiten doch etwas magisches an sich. Der Schlüssel zu dieser Magie war in meinem Fall meine Mama, die mir schon damals unheimlich viel vorgelesen hat und mich so ans Lesen geführt hat. Noch heute erzählt sie mir manchmal, wie sie mir früher immer wieder "Die Raupe Nimmersatt" oder "Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?" vorlesen musste - und zwar bloß nicht ohne "Special Effects"! Ich finde es immer wieder schön, diese Geschichten zu hören, auch wenn ich mich nicht so detailreich daran erinnere. Allerdings besitze ich noch viele Bücher von früher, die ich wie Schätze horte. Eins hat jedoch immer gefehlt und als ich eine Mail von AbeBooks bekam, die mir eine Zusammenarbeit zum Muttertag vorschlugen, fand ich diese Idee so süß, dass ich sofort zugestimmt habe. Auf der Seite findet man antiquarische und gebrauchte Bücher und so haben sie mir "Die kleine Hexe feiert Weihnachten" zugeschickt - das Buch, das mir bisher immer gefehlt hat, an das ich mich aber am meisten erinnere.


Die Geschichte um die kleine Hexe Lisbet, die Weihnachten feiert, war damals der absolute Renner für mich. Und in diesem Fall erinnere ich mich sogar noch, wie meine Mama mir die Geschichte vorlesen musste. In dem Buch geht es nämlich darum, dass Lisbet im Weihnachtsstress ist und irgendwie nichts so läuft, wie es soll. Während sie auf die Nichte der Weihnachtshexe aufpassen muss, kommt immer wieder unerwartet Besuch, und Lisbet lässt natürlich all ihre Freunde herein. Nebenbei backt sie Kekse und schmückt den Tannenbaum - immer wieder unterbrochen von dem lauten "Klopf. Klopf" und dieses Geräusch musste meine Mama immer nachmachen, in dem sie mit der Faust gegen die Wand klopfte. Natürlich wurden die verschiedenen Rollen auch mit verstellter Stimme gesprochen, sodass die Geschichte wie ein Film vor meinen Augen ablief. Quasi interaktiv und mit Special Effects eben!


Das niedliche an dem Buch ist, dass man einzelne Seiten auch noch einmal aufklappen kann, sodass es wie eine Tür wirkt, die man öffnet. Erst kam also das Klopfen und dann war ich jedes Mal aufs neue ganz gespannt, wer da denn vor der Tür stehen mag (und da war es auch völlig egal, wie oft ich diese Geschichte schon gehört hatte!) und was derjenige möchte - Lisbet hat schließlich gerade die Kekse im Ofen. Aber das Buch ist auch einfach niedlich gezeichnet und ich hatte immer Spaß daran, zu beobachten, was Lisbets Kater beispielsweise wieder anstellt. Die Geschichte ist warmherzig und schön, sie hat mich früher immer glücklich gemacht und ich muss noch heute lächeln, wenn ich die Seiten umblättere und das "Klopf, Klopf" denke.


Und natürlich habe ich das meiner Mama zu verdanken, die unermüdlich immer wieder all die Geschichten vorgelesen hat, die ich so geliebt habe (und sie vielleicht auch ein wenig!) und die mir eine so schöne und geborgene Kindheit geboten hat (auch außerhalb des Lesens natürlich.). Ob sie mir nun Tintenherz vorgelesen hat, nachdem ich gerade operiert wurde, sie mir für den Urlaub Pferdebücher gekauft hat, die ich innerhalb einer Nacht durchgelesen habe oder sie die Harry Potter Bücher kaufte und wir sie immer untereinander getauscht haben. Auch heute liest meine Mama noch Bücher, die ich auch lese und umgekehrt und dieses Miteinander ist einfach das allerschönste. So, und auch wenn das nun alles sehr kitschig klingen mag, kann ich am Ende nur eins sagen: Danke, Mama! Ich hoffe, dass ich das einmal genauso weitergeben kann - ich würde nichts anders machen!


Hier findet ihr noch ein niedliches Cover-Quiz, bei dem ihr Kinderbücher erraten könnt und hier gibt es die schönsten Bücher der Kindheit. Wie sieht es bei euch aus? Welche Bücher hat eure Mutter (oder vielleicht auch euer Vater, eure Schwester oder Opa) euch früher vorgelesen? An welche Bücher erinnert ihr euch am meisten und welches würdet ihr gerne noch einmal durchblättern?

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5 Wortmalerei(en)

  1. Was für eine schöne Zeitreise in die Kindheit :) "Die kleine Hexe feiert Weihnachten" kenne ich ehrlich gesagt nicht aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich noch weiß welches mein erstes Buch war: "Wo die wilden Kerle wohnen" von Maurice Sendak. Das haben meine Mum und meine Schwester mir schon vorgelesen als ich noch ganz klein war und so ist es auch irgendwie ein fester Bestandteil meiner Kindheit geworden. Als Andenken daran habe ich mir das bekannteste Motiv aus diesem Buch sogar tattoowieren lassen. :)

    Hier hab ich auch mal darüber berichtet:
    http://www.dunkelbunt-blog.de/2014/09/thementag-dein-erstes-buch.html

    Liebe Grüße und viel Spaß noch beim Schwelgen in den Kindheitserinnerungen :)

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  2. Oh da gibt es so einige Bücher, die mir meine Eltern vorgelesen haben. Ich glaube ich war schon als kleines Kind absolut leseverrückt, jedenfalls habe ich mich immer geweigert ohne Gute-Nacht-Geschichte einzuschlafen^^ Am liebsten habe ich "Jim Knopf" oder "Pippi Langstrumpf" gehört. Aber ich erinnere mich auch an den "Die kleine Raupe Nimmersatt", "Kleiner Rabe Socke" oder "Petterson und Findus".

    Richtig schlimm fand ich dagegen "Der Struwwelpeter", wobei mir hier vor allem die Illustrationen Angst gemacht haben. Bis heute habe ich dieses Buch nicht mehr angerührt...

    Liebe Grüße
    Sarina :)

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  3. Hey!
    Ich liebe diese Erinnerungen an meine Kinderbücher. Bei mir war es meine Großtante, die in Rente ging, als ich 3 Jahre alt war und mir so eine wunderbare, buchreiche Kindheit beschert hat. Ich erinnere mich noch gut an meine liebsten Kinderbücher. Das Pixi Buch "Der kleine Esel", dass sie mir immer und immer wieder vorlesen musste, Mauri Kunnas mit "Wo der Weihnachtsmann wohnt" oder etwas später "Unsre Oma" von Ilse Kleberger. Leider hat meine Ma viele meiner Kinderbücher weggegeben, als ich in der 3. Klasse war. Aber einige Schätze habe ich zum Glück auch heute noch in meinem Bücherregal stehen.
    LG
    Yvonne

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  4. Ach schööööön. Bei mir hat eher mein Paper vorgelesen, ich erinnere mich vor allem Grimms und Prager Märchen. Mein Papa hat das immer sehr gut mit verstellten Stimmen gemacht, deshalb mochte ich das so. Meine Mama hat sich eher Geschichten ausgedacht und mir erzählt, das fand ich auch spitze. Ansonsten hat sie immer für meinen Lesenachschub gesorgt. Ich erinnere mich auch besonders an ein Weihnachtsbuch, nämlich Finchen freut sich auf Weihnachten von Magdalena Nabb. Da wünscht sich Finchen nämlich dringlichst einen riesigen Plüschpanda zu Weihnachten (lustigerweise besitze ich so einen inzwischen auch xD).

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  5. Wie schön, ab in die Kindheit zu unserer bibliophilen Prägung! ;-) Mir wurden viele Märchen vorgelesen (Papa & Mama) und ich weiß davon nur mehr, dass ich die Märchen von Hauff nicht mochte (Zwerg Nase), weil sie so unheimlich waren. Dann gab es noch viele Sagen und die Sagenbücher habe ich noch immer im Regal.

    Typische Kinderbücher - daran kann ich mich allerdings kaum erinnern. Aber ich hatte ein Bilderbuch von "Schneeweisschen & Rosenrot" - das habe ich geliebt.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz. [aus Tintenherz]

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