Rezension | "Der Libellenflüsterer" von Monika Feth

2:46:00 PM

cbt | Taschenbuch | 528 Seiten | €10,99 | Kaufen?
Jettes Freundin Merle ist Tierschützerin mit Leib und Seele. Als sie für einen Artikel zum Thema Tierquälerei recherchiert, wird sie mit einem Fall aus ihrer Vergangenheit konfrontiert: Ein Hund, den sie einst vermittelt hatte, starb wenige Wochen später auf grausame Weise. Der neue Besitzer wurde angeklagt und aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Nun kreuzen sich ihre Wege erneut und Merle kommt einem weit gefährlicheren Geheimnis auf die Spur…


Jedes Jahr erscheint ein neuer Band der Jette-Reihe und jedes Jahr habe ich auf's Neue das Gefühl, als würde ich nach langer Zeit alte Freunde treffen, mit denen ich länger keinen Kontakt mehr hatte, mich aber trotzdem so gut mit ihnen verstehe, als hätte man sich jeden Tag gesehen. Es ist eine der größten Stärken der Reihe, dass man immer wieder das Gefühl hat, nach Hause zu kommen, obwohl es in den Büchern hauptsächlich um Kriminalität, psychische Probleme und menschliche Abgründe geht. Obwohl - das ist so nicht ganz richtig. Eigentlich geht es um Jette und ihre Freunde. Um Kommissar Bert Melzig und seine Gedanken. Es geht um Menschen. Das ist es, was ich an den Büchern so liebe - es geht um authentische Menschen mit all ihren Problemen und deswegen ist die Jette-Reihe für mich so viel mehr als lediglich eine Krimireihe für Jugendliche.

Das beweist auch "Der Libellenflüsterer" einmal mehr und entführt den Leser in diesem Band in den Wald. In den echten, tiefsten Wald, dort, wo kein Licht mehr durchdringt und dort, wo jemand lebt, der dieses Territorium bestens kennt. Worum es genau geht? Das bleibt natürlich unbekannt, doch häusliche Gewalt, Tierquälerei, Mutter-Tochter-Konflikte und Freundschaft spielen tragende Rollen und machen dieses Buch zu einem spannenden Leseereignis, das man nicht mehr aus der Hand legen kann. Das liegt aber auch an Monika Feths großartigem und bildhaften Schreibstil, durch den man sich in den finsteren Wald katapultiert fühlt. Monika Feth schafft es zudem, ihre Settings sehr nah an den Leser zu bringen und sucht sich (für mich) lokale Orte aus, die nur einen Katzensprung von mir entfernt sind, sodass noch einmal eine ganz besondere Atmosphäre erschafft wird, der man sich kaum entziehen kann.



Auch die Figuren entwickeln sich hier weiter. Jette strebt nach einer Karriere als Polizeipsychologien und bringt damit mehr Konflikte als Lösungen mit sich, Merle versucht auf eigene Faust in Sachen Tierschutz zu recherchieren und setzt damit Ereignisse in Bewegung, die fatale Folgen haben. Bert Melzig macht Entspannungsurlaub in einem Kloster und hängt dort seinen melancholischen Gedanken nach. Insgesamt sind jedenfalls durchweg alle Figuren sympathisch (außer natürlich den Bösewichten) und haben einfach ihre eigene Schnauze. Allein am Schreibstil kann man sie auseinanderhalten und so verliert man sich immer mehr in diesem Buch und hat zeitweise fast schon das Gefühl, als wäre diese Geschichte echt. So wie (bisher) jedes Mal.

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5 Wortmalerei(en)

  1. Hallo Marie,

    ich bin Lisa und habe deinen Blog vor Kurzem entdeckt.
    Ich kann dir nur zustimmen! Auch ich verfolge die Reihe um Jette und ihre Freunde schon seit vielen Jahren und es ist immer ein Wiedersehen mit alten Freunden. Ich finde es auch schön, wie du sagst, dass es um Menschen geht. Und obwohl man theoretisch nicht mit dem ersten Teil der Reihe anfangen müsste, wäre es so aber besser. Es ist einfach toll, wie sich Jettes Leben und das ihrer Freunde entwickelt, welchen Weg jeder für sich wählt und wie ihre Freundschaft mit jeder Hürde wächst.

    Liebe Grüße
    Lisa :)

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  2. Huhu Marie, heute haust die Rezensionen ja nur so raus... Respekt :)
    Ich hab glaub zwei Teile der Reihe gelesen und obwohl mir beide gefallen haben, bin ich irgendwie nicht dabei geblieben. Nicht weil mir die Bücher nicht gefallen haben, aber es gibt sooo viele Bücher...
    Ich muss aber unbedingt die Reihe lesen, zumal mir deine Rezi jetzt echt wieder Lust darauf gemacht hat.

    Alles Liebe, Nelly

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  3. Liebe Marie,
    du hättest es nicht besser ausdrücken können! Du sprichst mir so aus der Seele.
    Ich liebe Monika Feth und ihre Werke und bin einfach jedes mal wieder auf's Neue überrascht, was diese Autorin zaubert. Der Libellenflüsterer ist ganz oben auf meiner Liste und ich hoffe, dass ich bald zum Lesen komme!

    Viele liebe Grüße
    Lisa

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  4. Schöne Rezension, mir geht es jedes Mal genauso. Ich weiß, dass mich Monika Feths Bücher komplett einnehmen und ablenken. Egal, wie unruhig mein eigenes Leben gerade ist.
    Was ich besonders gerne mag ist, dass sie sich immer wieder besonderen Themen widmet und den Täter nicht eindimensional böse da stehen lässt.

    Liebe Grüße, Tine

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  5. Hey Marie :)
    deine Buchbewertung ist großartig. Ich liebe ebenfalls die Reihe rund um Jette und es ist wirklich so wie wenn man nach langer Zeit wieder heimkommen würde ;) Ich finde es jedesmal großartig, wenn wieder das altbekannte Gefühl eintritt. Momentan steht "Der Libellenflüsterer" noch ungelesen im Regal, vor allem weil ich noch auf den besonderen Zeitpunkt warte und zum anderen, weil ich das Leseerlebnis noch etwas hinauszögern möchte - wer weiß wann der nächste Band kommt... ;)

    Liebe Grüße
    Tessa

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Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz. [aus Tintenherz]

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