Infernale von Sophia Jordan

12:24:00 PM

Heute gibt es einmal eine Buchvorstellung der etwas anderen Art, denn das Buch, um das es geht, habe ich noch nicht (durch)gelesen. Gemeinsam mit der lieben Nelly von Nellys Leseecke lese ich "Infernale" von Sophie Jordan gerade in einer Minileserunde. Ich freue mich sehr, dass ich dieses Buch endlich von meinem verstaubten SuB befreien kann und es dann auch noch zusammen mit einer ganz tollen Person und Bloggerin lesen kann! Jedenfalls wollen wir euch gerne ein wenig an unserer Meinung und dem Prozess dahin teilhaben lassen, weswegen auch dieser Post noch nicht fertig ist, sondern stetig geupdated wird. Im Diskussionsteil werden wir euch zunächst unsere ungeschönte und direkte Meinung (hier wird es definitiv Spoiler geben) zu den jeweiligen Abschnitten präsentieren, um dann im Meinungspart eine spoilerfreie Kurzreview zu schreiben! Zu Nellys Post kommt ihr hier.
Von klein auf hörte ich Wörter wie begabt. Überdurchschnittlich. Begnadet. Ich hatte all diese Wünsche, wollte etwas werden. Jemand. Niemand sagte: Das geht nicht. Niemand sagte: Mörderin. 

Als Davy in einem DNA-Test positiv auf das Mördergen Homicidal Tendency Syndrome (HTS) getestet wird, bricht ihre heile Welt zusammen. Sie muss die Schule wechseln, ihre Beziehung scheitert, ihre Freunde fürchten sich vor ihr und ihre Eltern meiden sie. Aber sie kann nicht glauben, dass sie imstande sein soll, einen Menschen zu töten. Doch Verrat und Verstoß zwingen Davy zum Äußersten. Wird sie das werden, für das alle Welt sie hält und vor dem sie sich am meisten fürchtet – eine Mörderin? Sophie Jordan spinnt aus der Frage, wie stark Gene unseren freien Willen beeinflussen, eine actionreiche Jugendbuch-Reihe über den Versuch, sich seiner Vorherbestimmung zu entziehen.



Nelly sagt:
Der erste Abschnitt lässt mich nocht etwas zwiegespalten zurück, wenn ich ehrlich bin. Die Idee des Buches, dass es Menschen mit einem Mördergen gibt, die durch einen einfach Gen-Test „entlarvt“ werden können, ist außergewöhnlich und mal etwas Neues. Allerdings habe ich momentan noch ein wenig die Befüchtung, dass sich die Story letztlich nicht von anderen Dystopien unterscheidet. Während der ersten fünf Kapiteln habe ich mich sehr an Flawed von Cecelia Ahern erinnert gefühlt. Ich hoffe, Sophie Jordan schafft es noch, dem Plot einen eigenen Stempel aufzudrücken.

Und schließlich hat mich Marie noch auf einen Umstand aufmerksam gemacht, der mich einfach nicht mehr loslässt: die Geschichte spielt im Jahr 2021 und doch erklärt Davy, dass ihr Vater wohl früher ausgesehen habe wie Brad Pitt, „wer auch immer das gewesen sein soll“. Hallo? 2021 ist nicht mehr sooo weit weg, als dass sich bis dahin wie Welt in seinen Grundfesten ändern würde. Marie und ich haben darüber ebenfalls bereits gesprochen und wir sind uns einig, dass es nur eine Kleinigkeit ist, die nicht so ganz passt, aber irgendwie frisst es sich fest.

Marie sagt: 
Der erste Abschnitt liest sich ziemlich gut und flüssig - alles geht sehr schnell voran und man hat lediglich die Möglichkeit, einen ganz kurzen Blick auf das Leben von Protagonistin Davy zu werfen, bevor sich alles verändert. Mein erster Eindruck ist eher positiv, wobei mich einige Kleinigkeiten schon jetzt minimal stören: zunächst finde ich die Tatsache, dass das Buch so nah in der Zukunft spielt (2021 scheint es zu sein) ziemlich gut, da man so leichter in die Welt eintauchen kann, allerdings führt das auch zu kleinen Fehlern. Davy behauptet beispielsweise, dass ihr Vater nach Aussage ihrer Mutter wie der junge Brad Pitt aussieht, weiß aber nicht, wer Brad Pitt überhaupt sein soll. Ich kann mir nur sehr schwer vorstellen, dass eine siebzehnjährige im Jahr 2021 nicht mehr wissen kann, wer Brad Pitt ist, schließlich kennt man heutzutage auch bereits verstorbene, ältere Schauspieler - und ich nehme mal an, dass Brad Pitt auch in 4 Jahren noch schauspielern wird (oder vielleicht hat er ja das Mördergen, wer weiß?)

Hinzu kommt die Tatsache, dass Davys Eltern sich sehr schnell damit abfinden, dass ihre Tochter positiv auf HTS getestet wurde. Auch wenn Davys Familie sehr reich zu sein scheint und hier garantiert das Klischee aufgegriffen werden soll, das reiche Eltern sich prinzipiell wenig für ihre Kinder interessieren, scheint es mir unrealistisch, dass man sich so schnell von seinem Kind abwendet, wenn man sie vorher noch von dem Mördergen "freikaufen" wollte. Ich bin mal gespannt, ob das im weiteren Verlauf des Buches noch Thema sein wird, oder ob die Familienbeziehungen hier keine Rolle mehr spielen werden.

Nelly sagt:
Die Story kommt jetzt so richtig in Fahrt. Und es ist wirklich heftig, wie sehr Davys Umwelt auf ihren DNA-Test reagiert. Ihre Mutter weiß wohl nicht mehr recht, wie sie mit ihrer eigenen Tochter umgehen soll und die Reaktion des Vaters empfand ich als sehr krass. Für ihn scheint Davy einfach nicht mehr zu existieren, seit bei HTS entdeckt wurde, was persönlich ich ganz ganz schlimm finde als ausgewachsenes Papa-Kind.

Überrascht bin ich allerdings von Davys Bruder Mitchell, der ja eigentlich von Anfang an als das schwarze Schaf der Familie dargestellt wird. Normalerweise sagt man ja, der Autor sollte seine Charaktere nicht beschreibend charakterisieren, sondern durch deren Handlungen. Und dass Mitchell irgendwie da Probleme macht kommt einfach nur immer wieder durch Erzählungen heraus. Zumal mir der Sinn hinter diesem Umstand noch nicht ganz klar ist, da die Geschichte sich auch nicht geändert hätte, wenn er vorbildlich zur Uni gegangen wäre. Aber gut, vielleicht kommt da noch was. 

Geprägt wird der Abschnitt meiner Meinung nach vor allem durch die Beziehung von Davy und Zac. Schon bei seinem ersten Abgang war ich etwas schockiert, nach die Beziehung doch anfangs dermaßen kitschig aufgezeigt wird. Dann kommt er wieder und dann doch wieder nicht… Er ist etwas sprunghaft, der Gute. Doch die Szene in diesem Kapitel lässt wohl darauf schließen, dass dieses Kapitel abgeschlossen ist.

Marie sagt:
Oha, ab jetzt spitzt sich die Lage wirklich zu. Eine spannende Situation folgt der nächsten - erst einmal ist da der "Lehrer" Mr Brockman", der wirklich widerlich ist. Die Szene auf der Toilette fand ich sehr abartig. Garantiert wird das nicht die letzte Szene dieser Art bleiben. Es zeichnet sich nun aber auch schon ab, dass Sean (Loveinterest?) noch wichtig werden wird, bisher weiß man noch nicht viel von ihm, da er sich sehr unnahbar gibt, aber er hat trotzdem schon jetzt viel Symapthiepunkte.

Ich bin überrascht, wie schnell sich auch Davys Freunde gegen sie wenden - allen voran Zac. Natürlich war es absehbar, dass es passieren würde, aber das beispielsweise Tori, Davys beste Freundin, nicht einmal mehr mit Davy reden möchte, ist schon erschreckend. Ich frage mich immer wieder, wie das wohl in der Realität ablaufen würde und wie man selbst reagieren würde, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ich meinen Freund oder meine Familie ausschließen würde, wenn bei ihnen so ein Gen festgestellt werden würde. Scheint aber ohnehin so, als wären die Menschen, mit denen Davy sich abgegeben hat durchweg sehr oberflächlich und falsch - andererseits ist sie nicht die einzige Trägerin, die nach dem Ergebnis isoliert wird. Die Szene auf der Party war auch wirklich sehr heftig, diese Ungerechtigkeit ist kaum zu ertragen. Auf jeden Fall ist das Buch schon jetzt von einer sehr angespannten Atmosphäre geprägt und ich bin sehr gespannt, wie es nun weitergehen wird.

Nelly sagt:
Oh mein Gott, das Ende dieses Abschnitts geht mir sooo ans Herz. Hach ist das herrlich diese Gefühle zwischen Davy und Sean. Natürlich war klar, dass Davy sich zu dem Bad Boy Sean hingezogen fühlen wird und er das reine kleine Mädel beschützen möchte. Aber obwohl man ahnen konnte, wohin es geht, kribbelt es jetzt schon heftig.

Außerdem dachte ich mir von Anfang an, dass Davy markiert werden würde, das konnte man ja schon anhand vom Cover erahnen. Etwas schade finde ich, dass die Markierung im Buch ganz anders beschrieben wird, als sie auf dem Cover abgebildet ist. Ein kleines H auf der Seite des Halses suggeriert das Cover. Doch scheinbar wird dieses auch noch mit einem Band um den kompletten Hals ergänzt. Wieder so eine Kleinigkeit, aber sie eckt einfach an.
Dass Tori nochmal so richtig aufdreht hat mich, ehrlich gesagt, trotz ihrer ultrakalten Reaktion auf der Party doch noch einmal überrascht. Immerhin waren sie und Davy die besten Freundinnen und scheinbar hat sie sämtliche positiven Gefühle für sie über Nacht vergessen oder verdrängt. Zac ist zwar nicht annähernd so böse, sondern einfach nur ein feiger Mitläufer, aber zumindest macht er noch den Anschein, als würde er sich noch an schöne Zeiten mit Davy erinnern.

Allgemein sind mir die Reaktionen aller Nebencharaktere etwas zu krass. Das ist einfach nicht mehr realistisch. Ich hatte es beim ersten Abschnitt schon angesprochen und nun durch den Verrat von Davys ehemaligen Freunden fühlt es sich für mich noch mehr wie ein Störfaktor an. Das war mir einfach zu schwarz-weiß

Marie sagt:
Und wieder sind Nelly und ich uns unsicher - würde man wirklich so extrem reagieren, wie die Freunde von Davy es in diesem Fall tun? Ich bin jedenfalls sehr schockiert über die Tat von Tori - schreit für mich danach, als wäre sie ohnehin nie zufrieden in der Freundschaft gewesen, anders kann ich mir das einfach nicht erklären. Zac hingegen hat mich überrascht, obwohl er sich schlecht verhalten hat. Er hat zumindest nicht völlig den Verstand verloren, beweist aber leider auch kein Rückgrat. Enttäuscht sind wir auch wieder von der familiären Situation, wobei Davys Mutter zumindest ein paar Gefühle über den Zustand ihrer Tochter gezeigt hat - das wars aber auch. Einzig menschlich wirkt für uns Mitchell, Davys Bruder, den Nelly und ich inzwischen ziemlich ins Herz geschlossen haben. 

Auch Sean wird zu einer immer interessanteren Figur, wenn er auch den typischen Zwiespalt einer männlichen Hauptfigur in Jugendbüchern besitzt - trotzdem seine unnahbare Art in Kombination mit seiner Sorge um Davy machen ihn irgendwie sympathisch. Gerade auch die Tatsache, dass er sich nach der Markierung (die wirklich, wirklich furchtbar war - ich hatte da schon echt sehr viel Wut im Bauch und hätte das Buch am liebsten an die Wand geklatscht. Der Mensch wird tatsächlich wie ein Tier behandelt, das nichts wert ist...) um Davy gekümmert hat. Vermutlich ist er nun auch der einzige, der sie wirklich verstehen kann. In jedem Fall finde ich es spannend, wie Sophie Jordan versucht zu beschreiben, wie man seine eigene Identität durch einen einzigen Gentest verlieren kann bzw. wie sehr ein Gen den Menschen definieren kann. 


Nelly sagt:
Davy ist also jetzt als Trägerin des HTS-Gens markiert worden und anfangs denkt man, sie fällt jetzt ein schwarzes Loch. Doch da hat man dann die Rechnung ohne Sean gemacht. Wieder kommt es zu einer herzzerreißenden Szene mit dem harten Jungen. Doch der Abschnitt wird eher von Ungewissheit beherrscht.

Einige HTS-Träger haben ein Massaker veranstaltet mit 120 Todesopfern und die Regierung fühlt sich in der Pflicht, zu reagieren. Davy kann das Haus nicht mehr verlassen, da HTS-Träger zwischenzeitlich auf der Straße offen angegriffen werden. Marie und ich haben zuvor noch diskutiert, warum es wohl nach Kapitel 19 zu diesem Cut von Teil 1 auf Teil 2 kommen wird. Marie hat sich da eher für einen örtlichen Wechsel ausgesprochen. Ich war mir da irgendwie noch nicht ganz sicher, aber sicher ist: die Geschichte wird sich nun wohl von Grund auf ändern.

Marie sagt:
Aktuell klebe ich wirklich am Buch und freue mich immer darauf, weiterlesen zu können. Die Beziehung zwischen Davy und Sean wird auch immer interessanter und generell spitzt sich die Situation aktuell in allen Bereichen extrem zu. Tatsächlich wirkt es außerhalb der Häuser ein bisschen endzeitmäßig, was Nelly und mir etwas übertrieben vorkommt, auch nach dem Anschlag - die Einschübe sind super interessant und geben nach und nach ein paar Details vom großen Ganzen wieder, was mir insgesamt leider etwas fehlt. Es scheint mit generell etwas übertrieben, dass ein Gen das komplette Leben so lahm legt und Menschen so diskriminiert, ich hoffe, dass da noch ein bisschen mehr erklärt wird, sodass man sich vorstellen kann, was die Menschen denken - schließlich gibt es auch in der realen Welt genug Menschen, von denen man weiß, dass sie beispielsweise pädophil sind oder zur Gewalt neigen und trotzdem dreht niemand durch.

Das Ende des Abschnitts ist gleichzeitig der Beginn des zweiten Parts des Buches, der mit den Worten "Mount Haven" darauf hinweisen könnte, das ein Ortswechsel stattfindet, was Nelly und ich ziemlich spannend finden würden. Gerade nach den Ereignissen aus diesem Abschnitt, die einiges ins Rollen gebracht haben, bin ich gespannt, was nun weiterhin passiert!

Nelly sagt:
Zunächst sah es ja so aus, als würde Davy in einem Internierungslager mit anderen HTS-Träger landen. Doch da steht eines Tages eine Agentin auf der Matte und erklärt ihr, dass sie gemeinsam mit nur wenigen anderen Auserwählten, eine Spezialausbildung erhalten soll. Wie die genau ausschaut oder welches Ziel diese verfolgt, bleibt dabei erst einmal offen. Doch ich vermute mal ganz stark, dass hier Auftragskiller oder ähnliches ausgebildet werden sollen.

Es gibt wirklich gleich mehrere Gründe, warum mich diese Wendung richtig enttäuscht. Zum einen kommt es nicht nur zu einem krassen Ortswechsel, sondern auch fast alle Nebencharaktere werden ausgetauscht. Coco und Mr.Brockman spielen gar keine Rolle mehr, dafür gibt es neue Charaktere, vor allem andere Träger in der Ausbildungseinrichtung. Ich hab wirklich das Gefühl, zwei komplett unterschiedliche Bücher zu lesen. Das ist so schade, weil mir der erste Teil wirklich gut gefallen hat. 

Hinzu kommt, dass ich Davy gar nicht wieder erkenne. Zuvor hat sie sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, ihr HTS-Gen zu akzeptieren. Lange Zeit hält sie sich für was Besseres. Und plötzlich will sie zur Musterschülerin werden, auch wenn das bedeutet, dass sie nun auch mal Gewalt anwenden muss. Wo kommt denn das plötzlich her?

Marie sagt:
Was für ein krasser Cut. Ich bin mir nicht sicher, was ich davon halten soll, denn im zweiten Part des Buches ändert sich die Richtung irgendwie komplett. Die HTS-Träger sollen nun eingezogen und in Lagern (klingt sehr nach KZ-Lagern tatäschlich...) untergebracht werden, Davy allerdings wird eine Ausbildung vorgeschlagen, die ihr helfen soll, ihre "schlechte Veranlagung" zu kontrollieren - und natürlich sagt sie zu, klar. Gemeinsam mit Sean und Gil (und vielen weiteren Trägern) kommt sie dann nach Mount Haven und wird dort quasi zum Auftragskiller ausgebildet (zumindest klingt es), alles sehr militärisch und ziemlich krass.

Erstmal ist es natürlich sehr schade, dass der Part mit Coco, Mr Brockmann und Davys altem Umfeld so komplett wegfällt, aber etwas irritierender finde ich beinahe die Tatsache, wie naiv Davy an die Sache rangeht. Man sollte meinen nach allem, was sie erlebt hat, ist sie ein wenig skeptischer und lässt sich nicht so schnell beeinflussen, allerdings reicht anscheinend die Möglichkeit, dass ihre Markierung entfernt werden könnte aus. Mich erinnert das Ganze aktuell sehr an "Die Bestimmung" und die ganzen Ausbildungsszenen. Es geht relativ brutal zu und Davy muss körperlich einiges leisten.

Dafür macht sie sich meiner Meinung nach ein bisschen zu wenig Gedanken, um die Konsequenzen und was das alles zu bedeuten hat. Ihr aktuelles Ziel, nicht als schwächlich angesehen zu werden, finde ich verständlich - gerade in Anbetracht der Tatsache, dass da einige düstere Gestalten mit ihr in Mount Haven sind, aber irgendwie stellt sie mir schlichtweg zu wenig Fragen. Kann mir sehr gut vorstellen, dass es noch sehr viel brutaler zugehen wird, als in diesem Abschnitt. Mal sehen, ob Davy erkennt, in was sie da reingeraten ist...

Nelly sagt:
Der finale Abschnitt! Der war ehrlich nochmals heftig. Die „Schüler“ müssen zu einer nächtlichen Prüfung antreten, bei der sie in Teams eingeteilt werden. Davy kommt in eine Gruppe mit lauter Jugendlichen, mit denen sie bisher noch nichts zu tun hatte, allerdings kann sie sich trotzdem behaupten. Die Szene, die daraufhin folgt, war unglaublich heftig. Und sie kam vor allem total unvorbereitet, zumindest für mich. Davy fällt total aus ihrem Gleichgewicht und endlich einmal hatte ich das Gefühl, dass sie merkt, was in dem Lager eigentlich vor sich geht. 

Sean macht Davy dann klar, dass er fliehen wird – mit oder ohne sie. Da wird einem als Leser dann auch klar, wie Band 1 enden wird. Und genau so kommt es dann auch. 

Alles in allem war das nochmal ein wirklich spannender Abschnitt. Es wird nochmal richtig turbulent und endlich hatte ich wieder das Gefühl aus Band 1, dass mich die Story noch fesseln kann. Allerdings hab ich trotzdem was zu Meckern. Der Fluchtplan von Sean, Davy und Gil scheint wohl total ausgeklügelt zu sein, sogar ein Fluchtfahrer steht bereit. Und die Drei können auch unbehelligt das Gelände verlassen, obwohl doch sonst überall Wachen rumstanden. Wie ging das denn? Da wird ein genialer Plan von Gil vorausgesetzt, der aber überhaupt keine Erwähnung findet. Und dabei hätte es doch so spannend sein können. 

Überhaupt macht der Schluss des Buches einen sehr überhetzten Eindruck. Nachdem sich die Kapitel im zweiten Teil etwas hinziehen, geht es dann plötzlich recht hoppla hopp. Daher blieb bei mir ein eher negativer Eindruck bestehen, als ich das Buch zugeschlagen habe.

Marie sagt:
Bis zu einem gewissen Punkt hat mir auch dieser Abschnitt noch relativ gut gefallen, auch wenn Davy einige Schubser brauchte, bis sie realisierte das eventuell doch nicht alles so toll in diesem Camp ist, wie sie anfangs angenommen hatte. Aber immerhin gab es eine Entwicklung. Besonders die nächtliche Prüfung, die auch Nelly schon angesprochen hatte, hat mir gut gefallen (vor allen Dingen weil Davy nicht wie erwartet mit Sean in ein Team gekommen ist!). Ab hier folgt eine spannende Szene der nächsten und das Buch konnte mich auf Grund von Davys Reaktionen ein wenig überraschen. Gerade die Szene, in der Davy vor die Wahl gestellt wird, wer sterben soll, hat mich sehr, sehr geflasht und geschockt zurückgelassen.

Davy macht sich allerdings auch einige Feinde, sodass es beinahe schon logisch war, dass Sean irgendwann von seinen Fluchtplänen berichten würde - und das sie dann gemeinsam mit Gil fliehen würde. Ab hier wird es dann allerdings etwas "too much": der Fluchtplan klappt ohne jegliche Hindernisse (zumindest knapp) oder alles läuft total reibungslos (inkl. Fluchtfahrer, what?) Ich muss Nelly recht geben: das wurde viel zu wenig erklärt und einige Logiklücken haben sich aufgetan.

Ungefähr so hat sich dann auch der Schluss des Buches gestaltet: alles geht viel zu schnell, plötzlich ist alles gut und es wird schon ein Hinweis darauf gegeben, wie es in Band 2 weitergeht - allerdings total übereiligt und irgendwie viel zu abrupt. Ein viel zu offenes Ende, das viel zu schnell ging, was bei dem sehr langen Vorspann wirklich schade ist.


folgt.

HABT IHR "INFERNALE" BEREITS GELESEN UND WENN JA, WAS MEINT IHR ZU DER GESCHICHTE? FALLS NICHT: WOLLT IHR DAS BUCH NOCH LESEN?

Schon gelesen?

11 Wortmalerei(en)

  1. Hach ich freu mich schon darauf, das Buch nachher wieder zur Hand nehmen zu können. Dass sich Sean nach der Markierung so rührend gekümmert hat, hach... da geht mir das Herz auf. Da könnte man sich doch direkt einmal verlieben, wobei ich wirklich super neugierig bin, was er gemacht hat, dass er das Tattoo verpasst bekommen hat. Wobei ich ja nicht glaube, dass er ganz ungefährlich ist.

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    1. Ich freue mich auch schon die ganze Zeit aufs Weiterlesen - ich finde, das ist eines der tollsten Lesegefühle, oder? Wenn man in der Uni oder auf der Arbeit sitzt und die ganze Zeit daran denkt, endlich weiterlesen zu können :D

      Ja, das fand ich auch wirklich schön, glaube, das hätte auch keiner so machen können, der nicht ebenfalls die Markierung hat.

      Auf den Grund seiner Markierung bin ich auch wirklich sehr gespannt! Ich kann mir gut vorstellen, dass er was schlimmes aus einem guten Grund gemacht hat, aber mal sehen, was da so kommen wird!

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    2. Ja es ist echt voll kribbelig gerade :D
      Musste das Buch vorher mitten in der Action weglegen und kann es kaum erwarten, den Abschnitt fertig zu lesen. Und ich bin auch schon sehr gespannt, warum dieser Cut zwischen Teil 1 und 2 kommt. Ob es wohl auch nen zeitlichen Einschnitt gibt, das fände ich jetzt irgendwie unglaublich spannend?

      Ich werde momentan aus Coco nicht recht schlau. Ich kann noch nicht mal sagen, ob sie eigentlich nett ist oder nicht...

      Außerdem hatte ich gerade an der Stelle, an der ich aufgehört hab zu lesen (kurz nach dem Massaker, als Davy versucht zu Sean zu fahren) ein wenig das Gefühl, dass es ein wenig too much wird. Weißt mit der Gewalttätigkeit auf der Straße und dem ganzen "Weltuntergangs-Szenario". Geht es da nur mir so?

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    3. Haha, ich liebe das :D Uha, mitten in der Action weglegen finde ich sehr sehr hart! Ich glaube, ich weiß schon, warum der Cut ist, wird, denke ich ein örtlicher Wechsel sein - bist du schon weiter gekommen? Könnte natürlich auch ein zeitlicher Einschnitt mit dazukommen, fände ich auch irgendwie cool.

      Mh, ja Coco ist schwierig, aber irgendwie mag ich sie trotzdem - alles besser als Tori :D

      Ja, ich weiß, was du meinst. Man hat iwie das Gefühl, das viel mehr passiert ist, als man weiß. Hat schon sehr was Endzeitmäßiges, ich finde, da wird auch zu wenig erklärt, wie das alles so zusammenhängt und was die Konsequenzen sind. Bisher ist ja der Fokus sehr auf Davy und wie sie damit klar kommt, aber mir fehlt auch ein wenig der Blick auf das große Ganze.

      Die Szene bei Sean mochte ich sehr - möchte gerne mehr von ihm seinen Pflegebrüdern erfahren!

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    4. Ich bin auf den Cut jetzt echt gespannt. Zumal ich, im Gegensetz zu Dir, echt noch keine Ahnung hat, wohin es geht. Meinst Du, Sean und Davy hauen zusammen ab?
      Irgendwie fände ich es dann aber schade, wenn die ganze Problematik mit Coco und dem Lehrer im Sande verläuft. Zumal Davy gerade ja ohnehin nicht zur Schule darf.

      Du hast Recht! Von dem Außenrum bekommt man irgendwie so wenig mit. Das wäre doch bestimmt interessant gewesen. Und ich finde, von Davys Erzählungen her merkt man gar nicht, dass es scheinbar viel schlimmer ist.

      Werd mich jetzt dann auf mein Sofa hauen und dann den Abschnitt fertig lesen. Freu mich schon...

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    5. Stimmt, ich fände es auch schade, wenn auf die Sache mit Coco nicht näher eingegangen werden würde. Könnte mir jetzt aber halt irgendwie vorstellen, dass die alle in so eine Anstalt müssen und Coco dann einfach ganz andere Probleme hat. Wäre trotzdem mies, wenn Brockman keine Konsequenzen zu spüren bekommen würde.

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  2. Marie, ich trau es mich kaum auszusprechen... aber irgendwie mag ich den zweiten Teil noch nicht so... Der Cut ist doch schon sehr extrem, findest Du nicht auch?
    Coco, Brockman, Mitchell... alle weg. Und für was? Für ne Schule, in der sie Auftragskiller ausbilden? Und dann ist sie auch entweder so blauäugig, dass sie das nicht erkennt oder ihr ist es plötzlich egal? Häää?
    Ach ich bin irgendwie gerade unglaublich enttäuscht...

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    1. Ohje, ich weiß, was du meinst. Ich finde es zwar spannend, aber auch etwas merkwürdig. Vor allen Dingen Davys Blauäugigkeit - ich meine, sie ist ein superschlaues Wunderkind und checkt nicht, was da mit ihr passieren soll? Ich weiß nicht... ist schon komisch. Erinnert mich aktuell so ein bisschen an "Die Bestimmung", dieses Ausbilden und so weiter...

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    2. Bei der Bestimmung hab ich bisher nur Teil 1 gelesen :D Sollte ich auch mal nachholen^^
      Ich find es zwar immer noch spannend, aber nicht mehr ganz so fesselnd wie den ersten Teil. Irgendwas fehlt mir, wobei ich nicht ganz in Worte fassen kann, was es genau ist. Bisschen ungenau oder? Aber ich kann es wirklich nicht erklären...

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    3. Also, ich glaube "Die Bestimmung" werde ich nicht weiterlesen :D Irgendwie war das nicht so meins!

      Ich muss endlich mal den letzten Abschnitt zusammenfassen und meine Meinung raushauen :D

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  3. Hallo ihr beiden. Ich habe gerade eurer Infernale-Pingpong gelesen. Mir ging es mit dem Buch ähnlich. Den Anfang fand ich total klasse, vor allem diese stete aber gar nicht übertriebene Spannung. Mit dem Ende bzw der Wendung in der zweiten Hälfte konnte ich mich dann gar nicht anfreunden, weshalb ich den zweiten Teil auch nicht lesen möchte.
    Viel Spaß noch :-)

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Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz. [aus Tintenherz]