Rückblicksmalerei im April 2017

6:28:00 PM

Auch wenn es angesichts des fortgeschrittenen Monats so wirken mag: dieser Rückblick ist kein verspäteter Aprilscherz - er ist viel mehr das Resultat einer ausgewachsenen Blogflaute, die mich nun schon seit einiger Zeit verfolgt. Es ist nicht so, dass ich nicht bloggen möchte - ich befinde mich eher in einem kreativen Loch, aber dazu später mehr. Ganz nach dem Motto "Besser spät als nie" möchte ich euch nämlich noch die Bücher zeigen, die mich durch den April begleitet haben - auf Grund des Unistarts sind das nicht sonderlich viele, aber immerhin bin ich aktuell wieder ein bisschen mehr im Leseflow (oh mein Gott, ich habe es aufgeschrieben. Garantiert beginnt ab sofort eine neue Leseflaute...).

Salz für die See von Ruta Sepetys... ist ein polyperspektivischer Roman, der um die letzten Kriegstage 1945 spielt und die Geschichte einiger Flüchtiger erzählt, von denen jeder ein Geheimnis verbirgt. Ein Buch, das unter die Haut geht und das man unbedingt gelesen haben muss!

Eden Summer von Liz Flanagan... ist ein atmosphärischer Jugendthriller im ruhigeren Stil, der die Geschichte einer besonderen Freundschaft erzählt. Das Buch ist eher düster gehalten, ist jedoch sehr gut erzählt und ist eine tolle Unterhaltung für Zwischendurch.

Der Prinz der Elfen von Holly Black... ist kein massentauglicher Fantasyeinheitsbrei - im Gegenteil: die Geschichte ist besonders, speziell und atmosphärisch dicht! Ein toller Mix, der mich gut unterhalten konnte.

Magonia von Maria D. Headly... ist ein spezielles Buch mit einer besonderen Aufmachung, das unverbraucht und originell ist, mich aber letztlich nicht hundertprozentig überzeugen konnte.


Tote Mädchen lüge nicht // 13 Reasons Why

Eigentlich wollte ich diese Serie gar nicht unbedingt sehen, doch um den Hype ist man in den letzten Wochen wirklich nicht herum gekommen. Und er ist sogar verständlich: einmal angefangen, möchte man durchweg wissen, wie es weitergeht und wie es letztlich so weit kommen konnte. Auch wenn ich mich zeitweise sehr über diese Serie aufgeregt habe (die Figuren sind allesamt wirklich nur sehr schwer zu ertragen), hat mich Tote Mädchen lügen nicht nicht loslassen können. Es ist eine Serie, die definitiv polarisiert und einiges in einem auszulösen weiß. Mir hat nicht alles gefallen, was ich da gesehen habe, aber insgesamt finde ich, dass die Serie nicht nur unterhaltsam ist, sondern vor allen Dingen auch ein sehr wichtiges Thema behandelt, das viel zu oft nicht kommuniziert und unter den Tisch gekehrt wird. Wenn die Serie eines kann, dann auf jeden Fall Aufmerksamkeit dafür schaffen, was Worte anrichten können - und das alles, was man sagt und tut, Folgen hat.

[Es folgen ein paar sehr ungeordnete Gedanken aus der letzten Zeit, die vielleicht, vielleicht auch nicht Sinn ergeben!] 

Ich sitze in meinem Wohnzimmer auf der Couch, vor mir die Softbox und der Tisch, auf dem ich meine Fotos mache, darauf ein Stapel Bücher, eine geborgte Kamera und eine Tasse mit starkem Kaffee. Über mir hört der Nachbar laut Musik, mit einem so durchdringenden und schnellen Bass, das ich davon Kopfschmerzen bekomme und in der Wohnung nebenan schreit sich ein Pärchen lauthals auf einer fremden Sprache an. Ich versuche schon den ganzen Tag zu Bloggen (ich habe frei, yay!), knipse Fotos und komme irgendwie doch nicht voran - zumindest habe ich das Gefühl. Der Blog begleitet mich nun schon seit knapp 6 Jahren (und das Bloggen generell noch viel länger), doch aktuell fehlt mir irgendwie der Antrieb. Ich möchte schon bloggen, versteht mich nicht falsch, aber ich habe nicht das Gefühl, meinen eigenen Ansprüchen in dieser Hinsicht gerecht zu werden. Ständig versuche ich mir andere Formate als Rezensionen auszudenken, nur um diese dann doch nicht zu verwirklichen. Ich möchte schönere Fotos machen und verzweifle an meinen Grenzen. Ich versuche bessere Rezensionen zu schreiben und ärgere mich, wenn es am Ende nicht so ist, wie ich es mir vorgestellt habe.

Das Bloggen macht mir Spaß und ich möchte es auf keinen Fall aufgeben, aber ich bin auch nicht hundertprozentig zufrieden mit dem, was ich aktuell so produziere. Ein Grund dafür, das in letzter Zeit nur Rezensionen auf Wortmalerei erscheinen. Irgendwie schade, oder? Aber es ist auch ein kleiner Teufelskreis: ich ärgere mich über meine nicht vorhandene Kreativität und versuche den Blog zu füllen, am Ende sind es aber nur Rezensionen und das macht mich dann wieder unzufrieden. Und über mir dröhnt der Bass. Vielleicht werde ich auch einfach verrückt. Vielleicht suche ich mir immer die falsche Zeit aus - nämlich dann, wenn der Nachbar über mir seine furchtbare Musik auf voller Lautstärke hört und das Pärchen nebenan sich (mal wieder) streitet. Vielleicht muss ich aber auch einfach mal etwas wagen. Die Dinge posten, die mir den Sinn kommen. Einfach machen. Einfach schreiben. Etwas von mir und meinen Gedanken preisgeben. 

Für mich ist der Blog ohnehin ein Prozess. Ein nie fertiges Sammelsurium, das sich immer weiterentwickeln muss. Es braucht solche Phasen, damit immer wieder etwas neues geschehen und entstehen kann. Damit ich mich damit auseinandersetze, was ich ändern möchte, damit ich wieder in den so geliebten Blogflow komme. Manchmal bedeutet das vielleicht schlichtweg, eine zeitlang nur Rezensionen zu schreiben. Natürlich spielt auch meine aktuelle Uni- und Jobsituation mit hinein in die immergleichen Posts. Ich wollte euch einfach nur sagen, dass ich noch da bin und dass ich gerne etwas ändern möchte. Dass ich weiterhin bloggen möchte und dass ich es liebe, aber dass ich aktuell eine schwierige und unkreative Phase habe. Falls ihr Ideen oder Tipps habt, bestimmte Dinge gerne hier lesen würdet - oder eben nicht, würde ich mich auf jeden Fall freuen, wenn ihr mir davon berichtet! 

Mit fast vier gelesenen Büchern läuft der Mai bisher übrigens sehr gut - ich habe schlichtweg Lust, zu lesen und besonders viel Lust habe ich auf magische Welten. Daher habe ich auch zu meiner aktuellen Lektüre "Goddess of Poison: Tödliche Berührung" von Melinda Salisbury gegriffen. Sehr weit bin ich zwar noch nicht gekommen, doch bisher liest es sich ganz gut.

Für die Uni lese ich zudem aktuell "Lenz" von Peter Schneider, "Der Vater eines Mörders" von Alfred Andersch und zum wiederholten Male (dieses Buch verfolgt euch, falls ihr Literatur studiert und ältere deutsche Literatur belegt) "Erec" von Hartmann von Aue. Dieses Semester habe ich glücklicherweise ein paar mehr praktische Seminare, in denen wir Romane lesen und nicht nur theoretische Texte!

Ich wünsche euch noch einen wundervollen restlichen Mai mit ganz viel wunderbarer Lektüre! Genießt das aktuell so schöne Wetter und die Sonne - mich wärmt das gerade in jeder Hinsicht!

Schon gelesen?

0 Wortmalerei(en)

Lasst mir eure Wortmalereien hier!

Powered by Blogger.

Gefällt dir?

Leser

Die Wortmalerin

My photo
Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz. [aus Tintenherz]