Der schwarze Thron - Die Schwestern von Kendare Blake

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Katherine, Arsinoe und Mirabella sind Drillinge - und sie sind Königinnen, die mit verschiedenen Gaben geboren wurden. Katherine als Giftmischerin, Arisone als Naturbegabte und Mirabella als Elementwandlerin. Doch nur eine von ihnen kann den Thron des Inselreiches Fennbirn besteigen - und nur eine von ihnen darf überleben. In einem Kampf um Macht und Tod, indem die Stärke der Gabe den Ausgang bestimmt.

ERZÄHLWEISE & WECHSELNDE PERSPEKTIVEN BEWIRKEN DISTANZ

Manche Dinge brauchen Zeit, damit sie reifen und schließlich gut werden und manchmal sehen Geschichten anders aus, wenn man sie beendet hat. "Der schwarze Thron: Die Schwestern" ist ein Buch, das besonders am Ende der Lektüre im Leser nachklingt und viel Zeit braucht, bis man sich mit der Geschichte und den Figuren identifizieren kann. Das liegt vor allen Dingen an der Erzählweise des Buches, die eine relativ große Distanz zwischen Leser und Figuren aufbaut - allerdings passt eben das auch gut zur Geschichte, die ohnehin eine besonders düstere Atmosphäre an den Tag legt. Hinzu kommt die Tatsache, dass "Die Schwestern" polyperspektivisch verfasst ist und die häufigen Wechsel nicht nur dazu führen, dass man eine vielschichtige Sicht auf das Geschehen hat, sondern auch, dass man oft aus dem Erzählfluss gerissen wird. Der Auftakt zu der Dilogie um den schwarzen Thron löst in mir zwiespältige Gefühle aus, dennoch konnte mich das Buch (besonders zum Ende hin) gut unterhalten.

Besonders angetan hat es mir dabei wohl vor allen Dingen die Idee - und die Detailverliebtheit ebendieser Idee. Drei Schwestern mit unterschiedlichen Gaben, die um Leben und Tod um den Thron kämpfen - das klingt erst einmal nicht sonderlich neu, doch vor allen Dingen die Art, wie Kendare Blake ein Netz aus Machtspielen und Intrigen um diese Idee webt, macht die Geschichte so besonders. Das fängt schon einmal damit an, dass die Figuren sehr komplex und unterschiedlich sind: natürlich sind da die drei Protagonistinnen Katharine, Arsinoe und Mirabella, aus deren Umfeld die Perspektiven ständig wechseln. Interessant ist hier die Tatsache, dass besonders Katharine und Arsione eher Antiheldinnen sind, was sich vor allen Dingen durch ihre mangelnden Fähigkeiten herausstellt. Andere Figuren rücken dadurch öfter in den Fokus und scheinen hier und da beinahe mehr zu sein als die Hauptfiguren. Blake schafft es, die Sympathien zu den Figuren so zu lenken, wie es ihr passt und wagt mit ihren Antiheldinnen definitiv einen sehr mutigen Schritt, da sich die Auflösung erst zum Ende einstellt. Dafür bekommt die Geschichte im Nachhinein einen besonderen Beigeschmack, sodass zumindest ich das Bedürfnis hatte, das Buch noch einmal zu lesen.

LEBENDIG DURCH BLAKE'S DETAILVERLIEBTHEIT

Bemerkenswert erscheint mir - wie bereits erwähnt - auch Blakes Detailverliebtheit, die nicht allein durch die unzähligen Perspektiven verdeutlicht wird. Gerade das Setting wartet mit derart vielen Ideen auf, dass ich zeitweise das Gefühl hatte, dass die Autorin nicht genügend Platz für jede einzelne hatte. Dennoch: gerade die vielen Details geben dem Buch eine wunderbare Dymanik und Lebendigkeit, die zwar Zeit braucht, insgesamt aber dafür sorgt, dass man in diese Geschichte eintauchen und sich verlieren kann, wenn man sich darauf einlässt. "Die Schwestern" ist kein perfekter Auftakt - es ist ein Roman, der Zeit braucht und vor allen Dingen im Nachhinein noch einmal zu wirken weiß. Fantasyfans werden mit dem Roman dennoch Freude haben, denn er ist geschickt erzählt, voll düsterer Atmosphäre und viel Brutalität und wirkt auf eine bestimmte Weise originell.

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Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz. [aus Tintenherz]