The Sleeping Prince - Tödlicher Fluch von Melinda Salisbury

10:09:00 PM

Die junge Herbalistin Errin versucht verzweifelt, sich mit der illegalen Herstellung und des Verkaufs von Giften und Arzneien über Wasser zu halten. Ihr bester Kunde ist der geheimnisvolle Silas, dessen Gesicht stets unter einer Kapuze verborgen ist. Obwohl sie nicht viel von ihm weiß, ist er der einzige Freund in diesen dunklen Zeiten, denn während von Lormere heraus ein grauenvoller Krieg ausbricht, der vom schlafenden Prinzen ausgeht, muss Errin ganz allein ihre auf mysteriöse Art und Weise erkrankte Mutter umsorgen. Als das Dorf, in dem sie lebt schließlich evakuiert werden soll, muss Errin schließlich ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und herausfinden, das es andere Pläne mit ihr hat, die sie nicht kontrollieren kann...

EIN RAFFINIERT VERWOBENES MOSAIK, DAS SICH NACH UND NACH ZUSAMMENSETZT

Wäre Melinda Salisbury eine begnadete Giftmischerin, könnte sie garantiert einen Trank brauen, der abhängig macht und einen nicht mehr loslässt. Zumindest gelingt ihr das mit "The Sleeping Prince" auf eine besonders beeindruckende Art und Weise, die ich so sicherlich nicht erwartet hätte. Nachdem "Goddess of Poison" mich mit einigen Schwächen gut unterhalten und hier und da die ein oder andere Überraschung bereithalten konnte, setzt "The Sleeping Prince" nicht nur neue Maßstäbe, wenn es um einen komplexen und raffiniert verwobenen Plot geht, sondern schafft es zudem den ersten Band inhaltlich noch einmal aufzuwerten. Die im ersten Band zunächst noch seicht wirkenden Handlungsstränge, verbinden sich im zweiten Band zu einem Mosaik, das mehr und mehr Form annimmt. Schon bald erkennt man Zusammenhänge und glaubt, diese zu verstehen, nur um dann einmal mehr überrascht zu werden. Salisbury versteht es, den Leser an der Nase herumzuführen und die Spannung bis zum Ende auf eine unterschwellige Art zu halten! Für mich ein absolutes Lesehighlight.

Das ging tatsächlich so weit, dass ich nach der letzten Seite von "The Sleeping Prince" auch noch einmal den Epilog des ersten Bandes lesen musste, so baff und beeindruckt (und enttäuscht, weil es zu Ende ging!) war ich. Das, was mich im ersten Band noch störte, scheint sich im Folgeband in Wohlgefallen aufzulösen: mit Errin bekommt der Leser eine kämpferische und eigenständige Protagonistin, die eine absolute Sympathieträgerin ist und für sich und ihre Lieben einsteht, die sich nicht so naiv und leicht manipulierbar zeigt wie Twylla. Hinzu kommt Silas, der besonders durch seine Andersartigkeit punktet und ein eigenständiger Charakter mit Ecken und Kanten ist. Gerade die vielen Impferktionen, die Salisbury ihren Figuren zuschreibt, machen diese nur umso sympathischer und faszinierender. So gelingt ihr mit dem schlafenden Prinzen ein besonders düsterer Bösewicht, dessen Ziele bis zum Ende undurchsichtig bleiben. Mit einigen bekannten Gesichtern aus dem ersten Band wird "The Sleeping Prince" umso dynamischer und zeigt, dass alles in dieser Reihe auf irgendeine Art zusammenhängt.

DAS THEMA GIFT SPIELT AUCH IN "THE SLEEPING PRINCE" EINE TRAGENDE ROLLE

Auch der Schreibstil in diesem Band wirkte auf mich gefestigter und irgendwie ausgereifter, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Salisbury schreibt bildhaft, zeigt dabei aber viel Bodenhaftung und wirkt daher zu keinem Zeitpunkt kitschig oder blumig. Zwar fehlten mir auch hier öfter detailliertere Beschreibungen der Umgebung, doch im Großen und Ganzen gelingt der Autorin ein plastisches und eingängiges Bild der Welt, die vor allen Dingen durch ihre Andersartigkeit besticht. Ein kleines Schmankerl: das Thema des Gifts zieht sich in vielerlei Hinsicht auch durch diesen Band und schafft so auch eine thematische Verbindung, die der Reihe noch einmal das gewisse Etwas gibt. Wieder einmal sind es hier die Zusammenhänge und der Blick auf das Gesamtbild, die besonders zu beeindrucken wissen.

Wenn man auf den letzten Seiten eines Buches ständig überrascht ist, ja, sogar lauthals "Was?!" ruft und innerlich ganz aufgewühlt ist, dann kann das wohl eindeutig nur für dieses Buch sprechen. Mit "The Sleeping Prince" erschafft Melinda Salisbury einen beeindruckenden Folgeband, der es - zu meiner großen Überraschung - doch tatsächlich schafft, den ersten Band noch einmal aufzuwerten und dabei einiges an Raffinesse im Hinblick auf die Komplexität und die Zusammenhänge zeigt. Wer "Goddess of Poison" zumindest mochte, sollte dem zweiten Band definitiv eine Chance geben. Es lohnt sich! Übrigens: auch wenn die Geschichte eine andere Protagonistin beherbergt, sollte man "Goddes of Poison" vorher gelesen haben.

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Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz. [aus Tintenherz]