Rezension: Schattenauge von Nina Blazon

12:32:00 PM


Autor: Nina Blazon
Titel: Schattenauge 
Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
Verlag: Ravensburger Buchverlag 
ISBN-10: 3473353140 
ISBN-13: 978-3473353149
Preis: 16,95 €
Originaltitel: -
Genre: Fantasy
Themen: Panthera; Familie; Bandenkriege
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Inhalt:
Um zu vergessen, geht die sechzehnjährige Zoë tanzen. Die Trennung von ihrem Freund David, der nun mit ihrer besten Freundin Ellen zusammen ist, sowie das Verhältnis zu ihrer Mutter, die Zoë ihre eigenen Lasten auferlegt, erdrücken sie. In einer nächtlichen Clubtour lernt sie Irves kennen und mit ihm einen anderen jungen Mann, der ihr unheimlich ist und sie zu beobachten scheint. Auf dem Nachhauseweg wird Zoë auf der Straße angegriffen. Von wem, weiß sie nicht - ein Blackout hat ihr Gedächtnis gelöscht. Doch an ihren Händen klebt fremdes Blut.

Parallel dazu verfolgt man das Leben des jungen Mannes, Gil, der Zoë beobachtet und beschützt. In ihm selbst schlummert das Erbe der Panthera und auch Zoë steht diesem Schicksal bevor. Allerdings geschehen gleichzeitig merkwürdige Morde in den Reihen der Panthera und alles weist daraufhin, dass es einer von ihnen ist. Auf der Suche nach Spuren und der Lösung des Rätsels kommen sich Zoë und Gil näher, allerdings finden sie auch Gefahren, von denen sie nie geglaubt hätte, dass es sie gibt.

Schreibstil:
Ich bin normalerweise ein sehr großer Fan von Nina Blazons Schreibstil, aber in diesem Buch konnte sie mich nicht so sehr überzeugen, wie sie es in Faunblut und Ascheherz geschafft hat. Man merkt zwar, wie sicher und gut sie schreibt, jedoch fehlt dieser Zauber und die Poesie, die den Schreibstil, in den eben genannten Büchern, für mich ausgemacht hat. Ich hatte außerdem das Gefühl, dass das Buch durch viele Beschreibungen sehr langsam in Fahrt kommt und dadurch einiges an Spannung, die vielleicht hätte da sein können, verloren geht. Außerdem zieht sich eine düstere, beklemmende Atmosphäre durch das Buch, die den Leser zeitweise selbst etwas depressiv werden lässt.

Meinung:
Ich muss leider sagen, dass ich etwas enttäuscht bin, was vermutlich hauptsächlich daran liegt, dass ich besseres von der Autorin gewohnt bin. Ich habe Faunblut und Ascheherz wirklich geliebt und jeden einzelnen Satz verschlungen, aber mit Schattenauge bin ich nur sehr schwer voran gekommen. Oft habe ich mich dabei ertappt, wie ich das Buch sehr schnell wieder aus der Hand gelegt habe und mich dazu zwingen musste, weiterzulesen. Es gibt durchaus spannende Stellen und Passagen, aber meiner Meinung nach treten die viel zu selten auf und hätten sich besser gemacht, wenn man sie schon gegen Anfang des Buches gefunden hätte.

Die Geschichte und die Idee an sich ist jedoch wiederrum toll, denn sie hebt sich von vielen anderen Büchern ihres Genres einfach ab. Nina Blazon schafft es, wie immer, ab vom Mainstream zu schreiben und eine Geschichte zu verfassen, die nicht von der Liebe zu einem düsteren, heißen Typen lebt, sondern ihren eigenen Charme hat und in der die Charakter lebendig und glaubwürdig und so greifend real erscheinen, als würde man sie vor sich haben. Vorallen Dingen Gil war, meiner Meinung nach, ein großer Sympathieträger, da seine Parts aus der Geschichte in der Ich-Form verfasst worden, sodass man seine Sicht der Dinge sehr gut nachvollziehen konnte. Außerdem hat er einfach eine spannende, geheimnisvolle Art an sich, die man als Leser einfach lieben muss. Er stammt aus Algerien und wirkt dadurch irgendwie authentischer, da er auf viele Leute nicht wie der nette Junge von nebenan wirkt, sondern sie Angst vor ihm haben, obwohl er eigentlich eher der Beschützertyp ist. Mit Zoë allerdings hatte ich anfangs Schwierigkeiten. Sie ist zwar nicht das typische naive Mädchen, aber teilweise kam sie mir etwas zickig vor, was teilweise jedocha uch nachvollziehbar war, wenn man bedenkt, in was für einer Lage sich das Mädchen befindet. Auch die anderen Charakter, wie Irves, Gizmo und vorallen Dingen auch Rubio haben mir sehr gut gefallen. Es sind einfach Menschen mit Macken und Stärken, die nicht wie perfekte Marmorstatuen wirken und die man gerade durch ihre Schwächen oder ihre Art ins Herz schließt.

Besonders gut gelungen ist die Geschichte der Panthera, die wirklich spannend und interessant war. Die Raubkatzen sind ja eher selten in der Fantasyliteratur zu finden und es ist auch das erste Mal, dass ich etwas über sie lese, da ich Arkadien erwacht abgebrochen habe. Mit Schattenauge konnte mich die Autorin jedoch von den Großkatzen überzeugen und ich habe die Idee als sehr gut durchdacht und anders empfunden. Auch die Idee, wie sich der sogenannte "Schatten", der das Raubtier darstellt, in jedem Menschen vorhanden ist und nur durch besondere Ereignisse freigesetzt wird, fand ich überzeugend und originell.

Schattenauge ist eine Mischung aus Krimi, Fantasy und Liebesgeschichte und daher sehr vielen unterschiedliche Aspekte ab. Somit kann man sie nicht nur Mädchen ans Herz legen, sondern auch Jungen, da der Liebesanteil im Gesamtverhältnis eher gering ist und es auch einige Kampfszene gibt. Ab der Hälfte des Buches konnte ich es dann auch gar nicht mehr aus der Hand legen, es hat nur lange gedauert bis es letztendlich soweit gekommen ist. Besonders berührt hat mich das Verhältnis zwischen Gil und Zoë, auch wenn es keine wirkliche Begründung für die Liebe der beiden gibt - dennoch wurden die beiden einfach sehr gut dargestellt und ich habe mich immer über die Szenen mit ihnen gefreut.

Abschließend lässt sich sagen, dass das Buch eine Geschichte ist, die man so sicherlich nicht mehr findet, die leider etwas zu lange braucht, um in Fahrt zu kommen, aber dennoch lesenswert ist. Meiner Meinung ist es ein Buch, dass man lesen kann und mit weniger Erwartungen auch nicht enttäuscht wird, aber letztendlich nicht lesen muss, da man gleichzeitig nicht viel verpassen würde.


 Mein Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares geht an 

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