[Rezension] Nachricht von dir von Guillaume Musso

8:52:00 PM


Autor: Guillaume Musso
Titel: Nachricht von dir
Teil einer Reihe? Nein.
Broschierte Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: Pendo
ISBN-10: 3866123132
ISBN-13:
978-3866123137
Preis: 14,99€
Originaltitel: L'appel de l'ange
Genre: Gegenwartsliteratur; Unterhaltung; Roman; Thriller
Themen: Moderne Kommunikation; Geheimnisse; Mord; Vergangenheit; Suche; Zufälle; Schicksal
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Ein Handy?

Als Madeline und Jonathan am New Yorker Flughafen zusammenstoßen, beide vertieft in ihr Leben, und ausversehen ihre Smartphones vertauschen, finden sie heraus, dass ihre Leben viel mehr miteinander verknüpft sind, als sie es sich jemals vorgestellt hätten. Auf den jeweiligen Handys finden beide Geheimnisse aus der Vergangenheit, die bald ein großes Ganzes ergeben und schnell steht fest, dass mehr auf dem Spiel steht, als eine zerbrochene Ehe und die Angst vor dem Kinder kriegen. Obwohl Madeline und Jonathan sich anfangs unsympathisch sind, entwickelt sich nach und nach ein Faden zwischen den beiden und ein tiefgehendes Geheimnis kommt ans Licht. Ein Geheimnis, dass alles verändert.

Musso schreibt recht einfach und flüssig, wodurch sich das Buch leicht lesen lässt, allerdings auch keinen interessanten Beigeschmack hinterlässt. Schnörkel und Poesie fehlten mir stellenweise, auch wenn das dem Buch wahrscheinlich noch einmal ein Gewürz mehr gegeben hätte, was man dann kaum noch hätte aushalten können. Insgesamt aber ein solider Schreibstil, der auf einer Linie, aber nicht im Gedächtnis bleibt.

 
Jeder hat es, jeder nutzt es und die allermeisten haben es immer bei sich, um immer erreichbar zu sein: Das Handy - eines der wohl wichtigsten mordernen Kommunikationsmittel. Mit dem kleinen Gerät speichert man nicht nur spontane Schnappschüsse oder den ein oder anderen flirtenden Nachrichtenabtausch, öfters findet sich auch ein kleines oder im schlimmsten Fall großes Geheimnis, der bestimmend über Leben und Tod ist. Diesem Schicksalsschlag müssen sich auch die beiden Protagonisten Madeline und Jonathan beugen, die ihre Smartphones versehentlich vertauschen, dabei immer weiter in die Privatsphäre des jeweils anderen eindringen und somit Geheimnisse ans Licht bringen, die eigentlich für immer in einer dunklen Kiste verschlossen bleiben sollten.

Dass dieser Roman so gar nicht das beinhaltet, was man sich auf Grund des Covers und des Titels vorstellte war mir zu Beginn der Lektüre schon von allen Seiten eingebläut worden. Daher war die Überraschung des Genrewechsels für mich schon vorauszusehen und kaum so faszinierend, wie er es für andere Leser war. Der Überraschungseffekt war nicht mehr vorhanden und auch wirkte der plötzliche Wechsel an manchen Stellen einfach viel zu konstruiert, wobei der Übergang vom Roman zum (rasanten) Thriller weit von der Realität entfernt war. Zugegebenermaßen habe ich mit dem Buch nicht gelangweilt, genossen habe ich die Lektüre allerdings auch nicht. Es war eines dieser Bücher, welche man mal eben liest, ganz in Ordnung findet und dann aus den Augen und somit auch aus dem Sinn verschwinden. Nichts, worüber ich noch lange nachdenken würde, nichts Besonderes.

Und das ist schon einmal eine ziemlich schlechte Voraussetzung für ein Buch, obwohl es im Grunde ja gar nicht so schlecht angefangen und geendet hat und auch der Mittelteil war nicht übel. Nur alles zusammen ergibt einfach ein unzusammenhängendes Puzzle, ein Bild überladen mit Informationen, Klischees und Genres. Im Grunde genommen hat "Nachricht von dir" alle Elemente, die ein gutes Buch brauchen würde, aber irgendwie kamen zu viele Geschmacksrichtungen dazu, die das Motto "Weniger ist mehr" mal wieder bestätigten. Neben den ganzen Handlungssträngen und Geschmacksrichtungen konnte meine Zunge sich irgendwie nicht orientieren und war einfach überrollt von so viel überflüssigen Geschmäckern.

Die Charaktere sind hierbei ebenso überwürzt wie der Rest des Buches und obwohl jeder vor den kleinen Geheimnissen seiner Vergangenheit davonläuft, empfand ich nicht sehr viel Verständnis oder Sympathie für die jeweiligen Figuren. Allen voran Madeline, die ihren Verlobten hintergeht und dabei noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen hat. Außerdem hat in ihrer Rolle irgendwie überhaupt nicht gepasst. Das Geheimnis ihrer Vergangenheit fühlte sich überzogen und unglaubwürdig an, während auch Jonathan des öfteren den Bereich des Glaubwürdigen verlässt. Interesse war allerdings schon vorhanden, da ich einfach immer wissen wollte, wie es weitergeht und vor allen Dingen, wie es endet, was jedoch ab einem gewissen Punkt schon sehr vorhersehbar ist.

Kurzweilig und unterhaltsam - das sind Begriffe, die auf "Nachricht von dir" sicherlich gut passen. Es lässt sich gut weglesen, holpert über einige Hügel und ist dann doch genau so, wie man es erwartet hat. Demnach ist die Geschichte, die irgendwo zwischen Roman, Thriller und Liebesgeschichte hängt eine nette Lektüre für zwischendurch, die sicherlich das ein oder andere Mal Spaß macht, letzten Endes jedoch nicht viele Spuren in meinem Leseherz hinterlassen hat.

Es ist nicht alles so, wie es scheint. Hinter einem Cover, dass den Begriff "Liebesgeschichte" schon von weitem ausstrahlt, kann sich genauso gut ein Thriller verbergen und die Blumenhändlerin von nebenan könnte ein lebensgefährliches Geheimnis hüten. Allerdings hätte man sich hier auf einer Schiene halten sollen, denn all die verschiedenen Geschmacksrichtungen aus den verschiedenen Genres und Handlungssträngen wirken überwürzt und demnach unglaubwürdig. Die ganze Geschichte war einfach "too much", wenn auch dann und wann recht unterhaltsam und sicherlich eine nette Lektüre für zwischendurch. Mehr hat "Nachricht von dir" aber leider nicht bei mit hinterlassen.


Guillaume Musso, geb. 1974 in Antibes, gewann mit 15 einen Kurzgeschichtenwettbewerb und beschloss somit, zu schreiben. Mit 19 Jahren ging er für einige Monate nach New York City, und diese für ihn wichtige Zeit prägte ihn und seine später verfassten Werke. Zurück in Frankreich studierte Musso Wirtschaftswissenschaften in Nizza und Montpellier und war danach lange Zeit als Dozent und Gymnasiallehrer tätig. Mit seinem Debutroman "Ein Engel im Winter" gelang ihm 2004 der literarische Durchbruch. Das Buch führte in Frankreich wochenlang die Bestsellerlisten an und wurde schließlich mit John Malkovich in der Hauptrolle verfilmt. Seine Romane sind in über 20 Sprachen übersetzt und haben sich als internationale Bestseller durchgesetzt. Musso selbst ist nach Marc Levy der meistverkaufte französische Autor allerzeiten. [via Lovelybooks]

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Für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares bedanke ich mich sehr herzlich bei

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