[Ich lese...] Warum die Urlaubssonne meiner Kreativität nicht gut getan hat & Shades of Grey als Lückenfüller herhalten muss

12:54:00 AM

Hier wäre ich dann wieder und versuche mich aus meinem kreativen Loch zu hiefen, in welches ich mich nach den zwei sonnenüberladenen Wochen Italien irgendwie selbst hineingestoßen habe. Die ungeschriebenen Rezensionen häufen sich hier momentan und ich weiß absolut nicht, wo ich anfangen soll. Daher werde ich den Haufen ungeschriebener Worte langsam angehen und erstmal überhaupt etwas posten, damit ihr wisst, dass ich nicht irgendwo im Gotthard-Tunnel stecken geblieben bin (obwohl wir ewig lange im Stau standen!), sondern einfach nur lese- und schreibtechnisch einfach ein wenig faul und unkreativ bin. Um das zu ändern, habe ich aber natürlich auch wieder etwas in Petto und zwar wage ich mich an das momentan am Meisten polarisierende Buch (vermutlich auf der ganzen Welt!), dieses, worüber momentan jeder spricht, welches auf keinem Blog fehlt, was die einen hassen und die anderen lieben. Worum es geht? Natürlich um "Shades of Grey: Geheimes Verlangen"!

Sie ist 21, Literaturstudentin und in der Liebe nicht allzu erfahren. Doch dann lernt Ana Steele den reichen und ebenso unverschämt selbstbewussten wie attraktiven Unternehmer Christian Grey bei einem Interview für ihre Uni-Zeitung kennen. Und möchte ihn eigentlich schnellstmöglich wieder vergessen, denn die Begegnung mit ihm hat sie zutiefst verwirrt. So sehr sie sich aber darum bemüht: Sie kommt von ihm nicht los. Christian führt Ana ein in eine dunkle, gefährliche Welt der Liebe – in eine Welt, vor der sie zurückschreckt und die sie doch mit unwiderstehlicher Kraft anzieht … [via Amazon]

Es gibt diese Bücher, denen man sich irgendwie nicht entziehen kann, weil sie einem überall begegnen und hier als "der erotische Renner" und dort nur als "Schundliteratur" betitelt werden. Wenn Bücher derart polarisieren, bleibt einem oft gar nichts anderes übrig, als sich ihnen irgendwann dann doch zu stellen und obwohl das Genre nicht unbedingt das ist, was ich sonst so lese, bin ich nicht abgeneigt - auch wenn ich gestehen muss, dass mir die ganze Sparte meist viel zu abgedroschen ist. Den Hype verstehe ich daher noch nicht so ganz, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass es Millionen BDSM-Romane gibt, die weitaus besser und "heftiger" sind. Meine Erwartungen an die Geschichten waren und sind eigentlich auch nicht sonderlich hoch, aber ich hoffe auf Unterhaltung und versuche meine - zugegeben sehr ausgeprägte - Suche nach Fehlern und Parallelen zu Twilight ("Shades of Grey" war ursprünglich eine Fan-Fiction!) etwas zurückzuschrauben...

... was mir bisher aber leider nur mäßig gelingt. Ich habe die ersten hundert Seiten in einem Rutsch gelesen und muss sagen, dass mich schon jetzt eine ganze Menge stört. Zum einen die Tatsache, dass die Charaktere fast ununterbrochen und in jedem Satz den Namen ihres gegenüber einbauen. Ich meine, wie unrealistisch ist das bitte? Wer sagt, bei allem, was er sagt, denn den Namen des Gegenüber? Weiterhin finde ich es äußerst störend, dass Grey scheinbar total auf den Spitznamen "Baby" abfährt - der kommt nämlich (anscheinend) in den Sexszenen in jedem Satz vor. Der bisher letzte Störfaktor ist ganz klar Ana. Mir ist klar, dass die Geschichte nur mit einem kleinen Naivchen funktioniert, aber musste sie wirklich so naiv sein? Ihr Charakter geht nämlich stellenweise schon sehr ins Unglaubwürdige und eine perfekte Mary Sue scheint sie noch dazu zu sein. Ansonsten unterhält mich die Geschichte bisher aber dennoch, denn mir gefällt der Blick durchs Schlüsselloch, auch wenn ich sagen muss, dass ich mich über manche Stellen allein schon amüsiere, weil sie so abgedroschen sind und einfach genau in das Bild eines Erotikromans passen. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es weitergeht, denn obwohl ich Christian Grey bisher eher nervig finde, interessiert mich seine Rolle doch ungemein - vor allen Dingen seine Vergangenheit und wie er wohl später zu Ana sein wird - und natürlich wie diese reagiert, obwohl ich mir das eigentlich schon denken kann.

Was denkt ihr über das Thema? Habt ihr das Buch schon gelesen, wollt ihr noch oder haltet ihr den Hype für überflüssig?

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