|Kleine Buchgedanken| Die Traumfrau in Jeans und T-Shirt und andere Jugendbuchklischees

4:36:00 PM

Klischees gibt es wie Sand am Meer - für jede Menschenart, jede Nationalität, jede Haarfarbe. Letztendlich ist es ganz gleich, wie du aussiehst oder wer du bist, irgendein Klischee erfüllst du sicherlich. Gerade in Büchern erwarte ich daher einen Bruch mit den gängigen Klischees. Wieso nicht mal hinter die Facette eines beliebten, reichen Mädchens schauen und sehen, dass dort nicht alles so perfekt ist, wie es immer wirkt? Warum nicht zeigen, dass das graue Mäuschen sich nach toller Kleidung und roten Lippen sehnt? Leider sieht die buchige Realität immer genau so aus, wie das reale Leben es uns vorspielt: Das reiche, arrogante Mädchen ist nur reich und arrogant, die graue Maus nicht oberflächlich und Jeans-und-T-Shirt-Trägerin. Ist euch eigentlich mal aufgefallen, dass die meisten weiblichen Buchprotagonistinnen nur Jeans und T-Shirt tragen und das auch noch immer so sagen, als würde sie das auf irgendeine Art und Weise von der Masse abheben? Ja? Dann beantwortet mir die eine Frage: Warum?

 Macht es ein Mädchen wirklich so viel interessanter, wenn es nur Jeans und T-Shirt trägt? Bedeutet das direkt, dass man nett, tiefgründig und intelligent ist, wenn man keinen Wert auf Weiblichkeit legt? Und ist ein Mädchen, das eben doch wert auf Aussehen legt, wirklich immer arrogant und selbstverliebt? Heißt es, wenn ich mir die Wimpern tusche, dass ich nicht nett und interessiert am Leben sein kann? Impliziert das jetzt, dass man eine graue Maus sein muss, um "gut" zu sein und "schlecht" ist, wenn man sich aufhübscht? Bedeutet es, dass ich Jeans und T-Shirt tragen muss, um einem geheimnisvollen und unglaublich heißen Typen über den Weg zu laufen? Ich verstehe einfach nicht, warum nicht auch mal ein Mädchen, dass selbstbewusst ist und gerne schöne Kleidung trägt, charakterstark sein kann und sich ein geheimnisvoller, junger Mann nicht auch mal in jemanden verlieben kann, der Röcke und hohe Schuhe trägt.

Zwischen diesen ganzen Fragen und Klischees jedenfalls bleibt der Mensch an sich ein wenig zurück. Kaum jemand schaut hinter die Fassade, nicht einmal das geschriebene Wort in viel zu vielen Jugendbüchern. Dabei wäre es doch viel interessanter zu sehen, dass wir hinter all diesen Dingen, die uns beschreiben, alle Menschen sind, die dasselbe denke und fühlen. Sicherlich hat jeder sein Päckchen zu tragen und hat auch mal negative Eigenschaften, aber letztendlich wollen wir doch alle nur lieben, geliebt werden und ein Ziel in unserem Leben finden. Warum also diese Schubladen? Warum nicht zeigen, dass Jeans und T-Shirt, Lippenstift und co. eben nicht das ist, was uns ausmacht? Ich gebe zu, das sind alles wirklich viele Fragen, aber das liegt einfach daran, dass es mich so wundert, wie oberflächlich Bücher doch sein können, denn egal, ob Lippenstift oder T-Shirt, Menschen sind unsere liebsten Buchcharaktere doch alle und man sollte endlich davon wegkommen, dass das Äußere irgendetwas mit dem Inneren zu tun hat.

Wie ist eure Meinung dazu? Glaubt ihr, dass Buchcharaktere immer graue Mäuse sein müssen, um gut bei Typen anzukommen? Was würdet ihr mal von dem Gegenteil halten? Und welche Bücher kennt ihr, in denen das vielleicht sogar der Fall ist?

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