Rezension | "Feuer & Flut" von Victoria Scott

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| cbt | Hardcover | 448 Seiten | €16,99 | Fire & Flood | Amazon |

Die 17-jährige Tella zögert keine Sekunde, als sie eine Einladung zum mysteriösen Brimstone Bleed erhält, einem tödlichen Wettrennen, das sie und andere Teilnehmer durch einen tückischen Dschungel und eine sengend heiße Wüste führt. Als Preis winkt das Heilmittel für ihren todkranken Bruder. Zur Seite steht ihr ein Pandora, ein genetisch verändertes Tier, das sie bei ihrer Aufgabe unterstützen soll. In ihrem Fall ist es ein Fuchs namens Madox, und gemeinsam kämpfen sie sich durch die erste Etappe des mörderischen Rennens. Doch es kann nur einen Sieger geben, und jeder Teilnehmer ist bereit, sein Leben für das eines geliebten Menschen aufs Spiel zu setzen. Tella muss mehr über das Brimstone Bleed erfahren, bevor ihre Zeit abläuft. Doch dann verliebt sie sich in den mysteriösen Guy – und alle freundschaftlichen Gefühle scheinen dahin, als es auf die Zielgerade zugeht … 




Hand auf's Herz: Wer stand früher total auf Lassie, Flipper oder Pokemon? Zugegeben, eine merkwürdige Aufzählung, aber letztlich geht es in jedem einzelnen Film um Tiere oder tierähnliche Wesen, die besonders schlau sind und ihre menschlichen Freunde beschützen. Was das nun mit "Feuer & Flut" zu tun hat? "Feuer & Flut" ist so eine Art Pokemonflipperlassie 2.0 mit einem Hauch "Tribute von Panem" - eine ziemlich flippige Mischung, die verblüffend gut funktioniert, spannend ist und mit ein wenig Romantik daherkommt. Interessant ist hierbei auch die Tatsache, dass das Buch sich nur schwerlich in ein Genre einordnen lässt - es hat von allem etwas: leichte dystopische Ansätze, ein wenig Science Fiction und viel Survival. Und auch wenn ich noch ziemlich viel Potenzial und mindestens doppelt so viel Luft nach oben sehe, hat mich dieses Buch doch ziemlich in seinen Bann gezogen und von Feuer und Flut überrollt. Was ich jetzt noch will? Einen Fuchsbegleiter. Und den zweiten Teil!

Die Grundidee rund um das Brimstone Bleed ist nicht unbedingt neu, auch wenn es interessant aufgezogen wurde und definitiv einiges an spannenden Ideen mitsich bringt. Insgesamt gab es Ähnliches jedoch schon zuvor. Gerade mit den Pandoras (genetisch modifizierte Tiere) bringt Victoria Scott eine Ebene in die Geschichte, die mir besonders gut gefallen hat, auch wenn sie den Plot an sich nicht unbedingt bereichert haben. Dennoch, eine interessante und ausgefallene Idee, die definitiv Lebendigkeit und Atmosphäre in die Geschichte bringt. Protagonistin Tella und ihr Fuchspandora Madox sind jedenfalls eine wirklich gute Kombination, und scheinen noch einiges bereitzuhalten - hier könnte ich mir vorstellen, dass im zweiten Band noch mehr Geheimnisse ans Licht kommen. Ansonsten ist Tella nämlich eher eine blasse Figur und nicht unbedingt die beste Protagonistin. Sie entwickelt sich einfach zu schnell und macht sich viel zu gut in den extremen Bedingungen - hier hoffe ich, wie schon gesagt, auf den nächsten Band, der im Frühjahr 2016 erscheinen wird.

Was aber definitiv gut funktioniert sind die vielen Wendungen und spannungsgeladenen Situationen - und von denen gibt es wirklich mehr als genug. Mehr als einmal kommen die Figuren in verzwickte Lagen, die ausweglos erscheinen und die Autorin weiß sie immer wieder geschickt aufzulösen. Bahnbrechend ist der Plot letztlich nicht, aber ich hatte immer Lust weiterzulesen und konnte es kaum erwarten, zu sehen, wohin das alles noch führen wird. Das lag unter anderem auch an der Liebesgeschichte, die sich sehr langsam anbahnt, die mir aber gut gefallen hat. Der schweigsame Guy war neben den Pandoras mein Highlight des Buches und hat immer wieder neue Facetten aufgezeigt, die sicherlich noch Konsequenzen haben werden - auch hier bin ich extrem gespannt, was der zweite Band bringen wird.


"Feuer & Flut" erfindet das Rad nicht neu - bleibt aber in sich originell und anders. Auch wenn die Geschichte um Tella und die Pandora nicht immer ganz sauber ist und ihr oftmals ein wenig Biss fehlt, so hat mich das Buch dennoch über lange Strecken extrem gut unterhalten können und süchtig werden lassen. Viel Potenzial blieb noch unbenutzt und es ist auf jeden Fall noch Luft nach oben, aber spannungstechnisch hat "Feuer & Flut" einiges zu bieten. Zudem wollte doch jeder schon einmal einen tierischen Helfer mit besonderen Fähigkeiten haben - wer Lust auf ein spannendes Rennen mit interessanten Entwicklungen und Pandoras hat, der sollte "Feuer & Flut" unbedingt lesen.

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